Fondskommentar: Vorsicht vor Wunderheilern

Fondskommentar: Vorsicht vor Wunderheilern

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Deutsche Börse Dax

Ernüchternd, aber wahr: In Crash-Zeiten helfen auch die von der Finanzindustrie als Allzweckwaffen gepriesenen Hegdefonds Privatanlegern nur bedingt weiter.

Der Verkauf von Finanzprodukten funktioniert über Angst und Gier. Meist weiß der Anleger noch gar nicht, dass er von einem der beiden Gefühle beherrscht wird. Also muss der Berater nachhelfen. Er spricht von Rendite, die der Anleger verschenken würde, und von Vermögensklassen, die sein Depot unempfindlicher gegenüber Finanzkrisen machten. Spätestens dann fällt das magische Wort Hedgefonds, das Begehrlichkeiten wecken soll.

Sie sollen weniger schwanken als Aktien und gleichzeitig renditestärker als Anleihen sein. Wie ein Impfstoff sollen sie das Depot gegen alle Seuchen der Finanzmärkte immun machen – gegen faule Kredite, einen steigenden Ölpreis und eine lahmende Konjunktur.

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Jetzt, da die Finanzkrise in die nächste Runde geht, zeigt sich aber, dass die Hedgefonds nicht Problemlöser, sondern Teil des Problems sind. So musste die Citigroup kürzlich sechs ihrer Hegdefonds mit einer Finanzspritze von insgesamt einer Milliarde Dollar stützen, weil die sich mit US-Kommunalobligationen verzockt hatten. Die britische Hedgefonds-Gesellschaft Peleton Partners schloss ihren zwei Milliarden schweren Peleton ABS Master Fund, der sich mit verbrieften Krediten (Asset Backed Securities) übernommen hat. Bisher galten Hegdefonds als die cleveren Leichenfledderer, die alles billig einsammelten, was institutionelle Anleger in Notverkäufen auf den Markt werfen mussten, zum Beispiel Finanzwerte oder Hypothekenanleihen. Nun zeigt sich, dass sie die gleichen Fehler machen wie alle anderen Marktteilnehmer. Wie sollen sich Hedgefonds dann vom allgemeinen Markttrend abkoppeln, so wie es die Produktbroschüren versprechen? Die Statistik spricht jedenfalls gegen die Abkopplungsthese. Im guten Aktienjahr 2006 legte der HFRX Global Hedge Fund Index um 6,4 Prozent zu, in diesem Jahr ist er mit 1,8 Prozent im Minus (in Euro gerechnet). Hedgefonds glätten im Durchschnitt also nur den Trend.

Was die Rendite betrifft, sind sie auch keine echte Alternative zu sicheren Anleihen. Über die vergangenen drei Jahre gerechnet, legte der Index im Schnitt lediglich um 3,1 Prozent zu. Das wäre mit einer Bundesanleihe locker zu schaffen gewesen. Sicher haben einige Hedgefonds mit der richtigen Strategie mehr als die mageren 3,1 Prozent abgeworfen. Nur: Wie sollen Anleger den richtigen finden, wenn sich die Manager so ungern in die Karten schauen lassen? Gut, sie könnten die Auswahl Profis überlassen. Aber die in Deutschland angebotenen Dach-Hegdefonds, die so etwas tun, sind einfach zu leistungsschwach. Das geben selbst die Hedgefonds-Lobbyisten zu.

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