Gbureks Geld-Geklimper: Aktionäre werden enteignet

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Manfred Gburek

Kolumne von Manfred Gburek

Der Fiskus bedient sich ungeniert bei den Aktionären, indem er ihnen immer größere Steuerlasten aufbürdet. Dabei könnten Aktien eine ideale Altersvorsorge sein.

Aktien sind eigentlich eine feine Sache. Sie eignen sich im Prinzip zur Altersvorsorge sowohl als Direktanlagen, verbunden mit lächerlich geringen Nebenkosten beim Kauf und Verkauf, wie von Fall zu Fall auch in Form von Fonds. Wer mit ihnen spekulieren möchte, kann Geld wahlweise mittel- bis langfristig oder kurzfristig bis hin zum High-Speed-Trading einsetzen. Dennoch sinkt die Zahl der Aktionäre in Deutschland seit nunmehr zehn Jahren. Rüdiger von Rosen, der im Vorstand des Deutschen Aktieninstituts dessen Geschäfte führt, bedauert einen gegenüber Aktien „fast schleichenden Prozess der Klimaverschlechterung“. Ähnlich brachte er sein Bedauern auch schon vor einem Jahr zum Ausdruck, doch bisher fand er bei der schwarz-gelben Regierung ebenso wenig Gehör wie in früheren Jahren bei der schwarz-roten.

Untaugliche Praxis

Über die Ursachen wird viel gestritten. Etwa mit dem fadenscheinigen Argument, die Aktienanlage sei wegen starker Kursschwankungen per se besonders risikoreich. Oder mit dem dummen Hinweis, man brauche ganz viel volkswirtschaftliches Wissen, um die Börse zu verstehen. Oder einfach nur mit der nicht minder dummen Warnung vor Kursmanipulationen und unberechenbaren emotionalen Kräften, die angeblich an der Börse vorherrschen. Tatsächlich sind Aktien in Deutschland vor allem fiskalisch und darüber hinaus auch ideologisch angeschlagen. So sehr sie also im Prinzip für die Altersvorsorge taugen, so untauglich erweisen sie sich dafür zurzeit in der Praxis.

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Folgt man von Rosen, bleiben in einem repräsentativen Beispiel von 100 Euro Gewinn einer Aktiengesellschaft nach Abzug von Körperschaft- und Gewerbesteuer 70 Euro übrig. Da der Staat Anleger mittels Abgeltungsteuer in Höhe von 25 Prozent zuzüglich Soli und eventuell Kirchensteuer zur Kasse bittet, werden Aktienerträge insgesamt mit zirka 50 Prozent belastet. Doch das ist leider noch nicht alles, denn Anleger kaufen Aktien mit bereits versteuertem Geld. Das heißt, weit mehr als 50 Prozent der Aktienerträge – wie viel, hängt vom individuellen Steuersatz ab – versickern beim Fiskus. Anleger müssen dann mit Ertragsbrosamen vorlieb nehmen.

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