
Um die zu vermeiden, hilft nur eines: Rechtzeitig vorbeugen, am besten schon in jungen Jahren, und dazu alle Möglichkeiten der Geldanlage in Betracht ziehen. Dieses überzeugende und sicher von niemandem bestrittene Postulat enthält allerdings ein weiteres, und das hat es in sich: Je früher man mit der individuellen Altersvorsorge beginnt, je mehr Zeit also zwischen der Entscheidung für eine altersgerechte Geldanlage und dem Eintritt ins Rentenalter vergeht, mit desto größerer Unsicherheit muss man rechnen: Die Vorsorge für die im Jahr 2050 beginnende Rente erfordert wegen des weiten Zeithorizonts nun mal mehr Spekulation (auf Mutmaßungen beruhende Erwartung, wie der Duden definiert) als die Vorsorge für die Rente ab 2015 oder 2020.
Lieber individuell als kollektiv vorsorgen
Die Mutmaßungen haben es allerdings ebenso in sich. Sie betreffen die Entwicklung des eigenen Einkommens und Vermögens, die Lebenserwartung, Trends an den relevanten Märkten (Aktien, Anleihen, Immobilien, Währungen, Edelmetalle, Rohstoffe u.a.), den Konjunkturverlauf, die Kaufkraft des Geldes, Krieg und Frieden. Im Lauf von Jahren und erst recht von Jahrzehnten müssen solche Mutmaßungen natürlich mehrfach flexibel und auf die individuellen Belange abgestimmt korrigiert werden, weil Einkommen und Vermögen schwanken, weil die Lebenserwartung durch allerlei Einflüsse höher oder geringer werden kann, weil die Märkte wegen wirtschaftlicher, politischer oder sonstiger Faktoren nicht den erwarteten Verlauf nehmen und so weiter. Aber besser individuell korrigieren, als sich in einen kollektiven Apparat (Fonds oder Fondsmischung) einzwängen zu lassen, der die finanziellen Ziele einzelner Anleger naturgemäß erst gar nicht berücksichtigen kann.
Verkaufsgetrieben bis zum Zynismus
Kapitallebensversicherungen versuchen diese Imponderabilien zum Teil in den Griff zu bekommen, indem sie beispielsweise ihren Kalkulationen Sterbetafeln zugrunde legen und das Kundengeld fast nur festverzinslich anlegen, aber Aktien, Immobilien und Edelmetalle größtenteils meiden wie der Teufel das Weihwasser. Vor dem fast vollständigen Verlust sind ihre Kunden dadurch längst nicht geschützt, wie zuletzt die Währungsreform von 1948 gezeigt hat - die Versicherer kalkulieren halt wie die Anbieter von Riester-Sparverträgen mit nominalen statt mit realen Werten.
Damit schließt sich der Kreis zur UniProfiRente samt vergleichbaren Angeboten der Konkurrenten: Sie alle sind so konstruiert, dass zunächst die Anbieter auf ihre Kosten kommen. Es grenzt schon an Zynismus, wenn der eine oder andere von ihnen sogar bekennt, mit den staatlichen Zulagen und der Auszahlungsgarantie ließen sich idealerweise Kunden locken, denen man dann mit dem Zehnfachen des Riester-Einsatzes gleich auch noch andere Produkte des Hauses verkaufe, etwa Einzel- und Dachfonds oder Fondspolicen. Spätestens wenn es so weit kommt, sollten Anleger zur Einsicht gelangen, dass sie als Spekulanten im oben definierten Sinn viel bessere Chancen haben, fürs Alter vorzusorgen.















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Alle Kommentare lesen10.11.2010, 11:28 UhrAnonymer Benutzer: Mutti
ich finde den Riester eine gute Lösung zur Vorsorge. Der Staat schenkt mir nichts, ich hole mir nur MEiN eigenes Geld wieder.
besser als eine Private vorsorge di völlig überteuert scheint und zu wenig abwirft.
20.05.2010, 11:56 UhrAnonymer Benutzer: Sebastin J.
sehr sehr informative Kolumne - mir fehlt nur die Lösung des Problems! Was soll ich denn anstatt dessen machen - diese Frage lassen Sie offen?
Welche Wunderanlage gibt es denn, die gar nichts kostet, weil niemand daran verdient, die gefördert wird und die Sicherheit bietet bei ausreichender Rendite?
Wenn Sie das dann mal dazuschreiben würden zu ihrer Kolumne, dann wäre den Lesern deutlich besser geholfen!
18.04.2010, 12:16 UhrAnonymer Benutzer: Bernd
ich bin grundsätzlich der Meinung, dass man eine langfristig geplante Altersvorsorge nicht poltisch oportunen Regularien ala Riesterrente aussetzen sollte. D.h., Jeder sollte sich um seine Altersvorsorge selber kümmern. Viele wenden für den Kauf einer Küche mehr Zeit auf, als für die Planung ihrer Altersvorsorge.
Einige Kilo Silber und einige Unzen Gold (physisch) gehören in Zeiten expansiver Geldmengenausweitung in jede Vorsorgeplanung, wie ein ausgewogenes Potfolio mit Aktienfonds und festverzinslichen Wertpapieren, ggf. immobilien.
bernd