Gbureks Geld-Geklimper: Anlagestrategie in unruhigen Zeiten

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Manfred Gburek

Kolumne von Manfred Gburek

Die aktuelle Staatsschuldenkrise hat auch gute Seiten: Wer Geduld hat, außer Liquidität Gold vorhält und später in Aktien investiert, wird zu den Gewinnern gehören.

Als zuletzt die von Barclays Capital ermittelten Zahlen zu den größten Gläubigern Griechenlands die Runde machten, waren sogar die meisten Geldexperten ratlos. Da tauchte die Europäische Zentralbank mal eben mit 49 Milliarden Euro an erster Stelle auf, ihr folgte die EU mit 38 Milliarden Euro, und danach kam auch schon die Phalanx der griechischen Gläubigerinstitute. Die - in der doppelten Bedeutung des Wortes - Schwindel erregenden Milliardenzahlen haben längst Dimensionen erreicht, unter denen sich niemand wirklich etwas vorstellen kann. Eines steht allerdings schon fest: Die griechischen Schulden werden im Endeffekt ebenso zusammengestrichen wie die Schulden anderer Länder, allen voran die der USA.

Was folgt daraus für Anleger? Zunächst, nach dem Staunen über so viele Milliarden, ruhig Blut bewahren, denn das ist die beste Vorbeugung gegen unruhige Zeiten. Und dass die kommen werden, daran ist nicht mehr zu zweifeln. Beispiel Anleihen: uninteressant wegen äußerst magerer Renditen der mit AAA bewerteten und wegen des Zahlungsausfall-Risikos der mit weniger als BBB bewerteten. Beispiel Aktien: hochinteressant, aber leider erst nach dem nächsten größeren Kurssturz. Der wird in Fernost alles in allem weniger schlimm ausfallen als in Europa und Amerika. Also gilt es, das Augenmerk zunehmend in Richtung China, Japan, Südkorea, Singapur, Thailand, Malaysia usw. zu lenken.

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Trügerische Sicherheit

Ruhig Blut bewahren, dazu gehört auch ein ordentlicher Schuss Liquidität, im Hinblick auf die späteren Chancen mit Aktien durchaus bis zur Hälfte des Geldvermögens, geparkt auf zwei oder drei Tagesgeldkonten, Tagesanleihen inbegriffen, ergänzt um Goldbarren und Anlagemünzen, die ja beide sozusagen die ultimative Liquidität verkörpern. Was das Geldvermögen der Deutschen betrifft, ist ohne Frage eine ganze Menge schief gelaufen. Denn von den angesparten knapp 5 Milliarden Euro (ohne Immobilien) ruhen fast 38 Prozent in Spareinlagen und 33 Prozent in Ansprüchen aus Lebens- und Rentenversicherungen. Erst danach folgen Fonds, Anleihen und Aktien.

Sieht man von kurzfristig kündbaren Einlagen auf Sparkonten ab, haben die Deutschen den Löwenanteil ihres Geldes also in mittel- bis langfristig gebundene, auf Schulden basierende  Anlagen ohne Inflationsschutz investiert: in Sparbriefe mit mehrjährigen Laufzeiten und in Versicherungen, die im Wesentlichen aus Anleihen und Schuldscheinen bestehen. Rational ist das nicht zu erklären, eher schon emotional: Dahinter verbirgt sich in großem Maß die Angst vor jeglichen Kursschwankungen. Das heißt, Spareinlagen vermitteln ein Gefühl von Stabilität, Versicherungen eines von Sicherheit. Allerdings sind beide Anlagegruppen von den Vertriebszielen der Zweigstellen bzw. Vertreter getrieben.

Anlageklassen auf dem Prüfstand

Immobilien suggerieren Stabilität und Inflationsschutz. Das ist, abgesehen von der Vielfalt dieser Anlageklasse, wiederum eher emotional als rational begründet: Stabil sind bestenfalls die Mauern; dagegen schwanken die Marktwerte, auf die es ankommt, ganz beträchtlich. In Immobilien, die selbst genutzt werden sollen, verliebt man sich, während der Makler im Hintergrund üblicherweise unsinnige Inflationsargumente herunterleiert; rein rationale Entscheidungen bleiben da Mangelware. Mietshäuser sind in der Regel problematisch, allein schon weil das deutsche Mietrecht an den Renditen nagt. Und was indirekte Anlagen betrifft, lässt sich deren mangelnde Stabilität sehr gut an den zweistelligen prozentualen Abschlägen der Kurse offener Immobilienfonds an der Hamburger Börse im Vergleich zu den Rücknahmepreisen der Fondsgesellschaften erkennen.

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