Gbureks Geld-Geklimper: Ein Hoch auf die Direktanlage - Seite 2

Gbureks Geld-Geklimper: Ein Hoch auf die Direktanlage

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Manfred Gburek
Manfred Gburek

Direktanleger sind weder den hier beschriebenen Zwängen unterworfen noch vertrauen sie ihr Geld einem ihnen fremden Manager an, dessen Qualitäten sie nicht beurteilen können. Doch falls sie erfolgreich sein wollen, müssen sie eigene Qualitäten mitbringen. Nehmen wir als Beispiel Aktien: Vor dem ersten Kauf ist das Verfolgen ihrer Kurse und das Erforschen des Hintergrunds unabdingbar. Zu Letzterem gehören neben der Dividendenrendite, dem Kurs-Gewinn-Verhältnis und weiteren Kennzahlen (allesamt den gängigen Medien zu entnehmen) beispielsweise die zuletzt veröffentlichten Aussagen des frisch verheirateten Telekom-Chefs René Obermann zu seiner kommenden Strategie oder die auf offener Bühne ausgetragenen Streitigkeiten zwischen dem quirligen RWE-Boss Jürgen Großmann und Kanzlerin Angela Merkel über die Modalitäten des Atomausstiegs.

Aktien wie Felsen in der Brandung

Telekom- und RWE-Aktien ins Visier zu nehmen (ohne sie allerdings vorschnell zu kaufen), dürfte sich bei halbwegs richtigem Timing allein schon wegen der hohen Dividendenrendite auszahlen. Und um das Depot international auszurichten, empfiehlt sich – jeweils vor einem ganz anderen Hintergrund – mehr als nur ein Blick auf Aktien wie Nestlé, Novartis, Telefónica, Johnson & Johnson, Procter & Gamble und ähnliche Kaliber. Die Vermögensverwaltung Flossbach & von Storch nennt sie „Felsen in der Brandung“. Was wohl eine Metapher für den Fall sein soll, dass die nächste Brandung an den Finanzmärkten zwar vorübergehend die Kurse dieser Aktien mitreißen kann, dass daraufhin aber wieder eine Kurserholung kommt.

Fondspolicen kassieren ab

Die Fondsbranche stellt solchen Überlegungen neben Argumenten wie Professionalität und Risikostreuung gern auch noch eines entgegen, das sie Cost Averaging nennt: Einen bestimmten Betrag regelmäßig in einen Fonds (oder in mehrere) investieren, alternativ in eine Fondspolice. Doch abgesehen davon, dass dann die Auswahl Kopfzerbrechen bereitet und ein Fonds, der heute gut ist, morgen schlecht sein kann, erfordert Cost Averaging viel Disziplin. Bei Fondspolicen bedarf es keiner solchen Disziplin, weil hier vertraglich im Normalfall alle Einzahlungen automatisch erfolgen. Dafür wird üblicherweise noch mehr abkassiert als bei sonstigen Fondsanlagen. Frei nach dem Otto-Motto: “Fonds werden nicht gekauft, sondern verkauft.“

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