Gbureks Geld-Geklimper: Ein Hoch auf die Direktanlage

kolumneGbureks Geld-Geklimper: Ein Hoch auf die Direktanlage

Bild vergrößern

An der Mole von Warnemünde bricht sich eine Welle am Leuchtturm

Kolumne von Manfred Gburek

Fondsmanager haben es viel schwerer als private Anleger, Geld richtig zu investieren. Dafür sprechen gleich mehrere Gründe.

Ein Satz wie in Stein gemeißelt: „Fonds werden nicht gekauft, sondern verkauft.“ Er stammt von Klaus-Friedrich Otto, einem Urgestein des Finanzplatzes Frankfurt, aus dem Jahr 2005. Der Satz bedeutet: Eigentlich wollen Anleger keine Fonds kaufen, doch die Fondsverkäufer der Banken, Sparkassen und Finanzvertriebe drängen sie dazu, gewappnet mit sogenannten Awards, Auszeichnungen von fragwürdigem Wert. Die Verkaufsargumente sind fast immer dieselben: professionelles Management, überdurchschnittliche Ergebnisse, Risikostreuung, Sicherheit und weitere Plattitüden.

Wie steht es darum wirklich? Die Professionalität kann man den meisten Fondsmanagern gewiss nicht absprechen; aber das gilt in erster Linie nur für ihr handwerkliches Können, sonst würden ganz viele von ihnen dauerhaft mehr erwirtschaften als die ihnen zugeordneten Indizes oder sonstigen Vergleichsmaßstäbe. Ergebnisse, die trotzdem oberhalb solcher Maßstäbe liegen, müssen Anleger nicht zwangsläufig zu Freudensprüngen verleiten, denn sie können sich ja im Minus befinden. Die Risikostreuung ist während der vergangenen Jahrzehnte immer mehr der Spezialisierung zum Opfer gefallen. Und die Sicherheit bezieht sich vor allem auf das nach außen abgeschottete Sondervermögen von Fonds – was allerdings nicht ausschließt, dass dieses Vermögen zu einer kleinen Restgröße schrumpfen kann.

Anzeige

Warum normale Anleger die besseren Fondsmanager sind

Als die ersten Fonds im 19. Jahrhundert gegründet wurden, war die Risikostreuung das wichtigste Motiv. Es gilt zwar nach wie vor, aber seine Bedeutung hat im Vergleich zum Performancekult und der mit ihm einher gehenden Spezialisierung stark abgenommen. Diesem Kult waren die Anleger im vergangenen Jahrhundert gleich zwei Mal erlegen: Ende der 60er Jahre, als der Menschenfänger Bernard Cornfeld zusammen mit dem FDP-Politiker Erich Mende die deutsche Fondsbranche aufmischte und der Performancetrickser Fred Carr mit seinem Fonds Enterprise die amerikanische, sowie Ende der 90er Jahre, als in Deutschland mehrere relativ junge Fondsmanager unter Führung von Kurt Ochner mit Aktien vom Neuen Markt jonglierten, dass es den Anlegern geradezu schwindlig wurde.

Können Anleger, die ihr Depot selbst zusammenstellen, statt Fonds zu kaufen, besser mit ihrem Geld umgehen als Fondsmanager? Sie können. Vorausgesetzt natürlich, dass sie individuelle Ziele vorgeben, rational handeln, das Prinzip der Risikostreuung beachten und – speziell in Aktien, deren Kurse erfahrungsgemäß stärker schwanken als die der Anleihen - nur das Geld anlegen, das sie nicht wieder zu einem bestimmten Zeitpunkt benötigen. Abgesehen von diesen leicht zu erfüllenden Bedingungen haben Anleger, die selbst initiativ werden, im Vergleich zu Fondsmanagern nämlich einen unschätzbaren Vorteil: Sie werden weder von Konkurrenten getrieben, eine bessere Performance zu erwirtschaften, noch von Anlegern, die sie auf dem Kursgipfel mit Geld zuschütten und im Kurstal massenweise Geld abziehen.

Eine Lanze für die Direktanlage

Fondsmanager müssen also, ob sie wollen oder nicht, allzu oft auf hohem Kursniveau kaufen und auf niedrigem verkaufen. Im übrigen müssen sie einen bestimmten Anteil ihres Portfolios liquide halten, um Anleger, die ihre Fondsanteile zurückgeben, immer auszahlen zu können. Das mag für breit streuende Aktien-, Misch- und Rentenfonds in der Regel kein Problem sein, für andere Fonds ist es eines: Wer einen Fonds für Osteuropa-Anleihen oder für lateinamerikanische Nebenwerte verwaltet, läuft Gefahr, hohe Bestände zur Unzeit verkaufen zu müssen, um liqudie zu bleiben. Und wer für einen offenen Immobilienfonds verantwortlich ist, muss den Anlegern im Zweifel mitteilen: Sorry, ich kann Euch nicht auszahlen, weil sich die Immobilien nicht so schnell verkaufen lassen, wie Ihr Euer Geld haben wollt – in den ergangenen Jahren ein Milliarden-Desaster, Zuspitzung in diesem Oktober so gut wie programmiert.

Anzeige
Immobilien-Wertfinder:Was Mieten und Kaufen in Ihrer Region kostet

Mit unserem interaktiven Tool finden Sie Interessierte Mieten und Kaufpreise in ihrem Viertel und ihrer Straße. Mehr...

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%