Gbureks Geld-Geklimper: Kampf der Pensionäre gegen die Aktionäre

kolumneGbureks Geld-Geklimper: Kampf der Pensionäre gegen die Aktionäre

Kolumne von Manfred Gburek

Altgediente Mitarbeiter genießen Privilegien im Vergleich zu Aktionären. Daraus entsteht ein Verteilungskampf, der auch vor Besitzern von Unternehmensanleihen nicht Halt macht.

Die Sprache der Autoren von Geschäftsberichten und der Finanzanalysten ist mit Fachbegriffen nur so durchsetzt. Das dürfte neben den vielfältigen Regularien zur Berichterstattung der wichtigste Grund sein, warum die meisten privaten Anleger die aus Geschäftsberichten zu gewinnenden Erkenntnisse im Zweifel ignorieren. Dies wird sich allerdings schon bald als großer Fehler erweisen. Denn in letzter Zeit hat der Inhalt der immer umfangreicher gewordenen Druckwerke erheblich an Brisanz gewonnen: Nach Ansicht von Union Investment-Direktor Michael Schmidt herrscht „Informationsasymmetrie“ zwischen AG-Vorständen und Aktionären. Das heißt, die einen wissen, was die anderen gar nicht wissen können.

Die größten Versorgungswerke im Rendite-Check

  • Bayerische Ärzteversorgung

    Bayerische Ärzteversorgung

    Zahlende Mitglieder: 92500

    Rentner: 29700

    Kapitalanlagen: 16803 Millionen Euro

    Nettorendite¹

    2009: 4,8

    2010: 4,9

    2011: 4,0

    ¹ Rendite auf Kapitaleinlagen (Erträge abzüglich der Aufwendungen aus Kapitalanlage in Prozent des Mittelwertes der Kapitalanlagen)

    Quellen: Versorgungswerke, eigene Berechnungen

    Stand: Ende 2011

  • Baden-Württ. Versorgungsanstalt für Ärzte, Zahnärzte und Tierärzte

    Baden-Württ. Versorgungsanstalt für Ärzte, Zahnärzte und Tierärzte

    Zahlende Mitglieder: 53565

    Rentner: 17658

    Kapitalanlagen: 10148 Millionen Euro

    Nettorendite¹

    2009: 10,1

    2010: 6,7

    2011: 2,4

    ¹ Rendite auf Kapitaleinlagen (Erträge abzüglich der Aufwendungen aus Kapitalanlage in Prozent des Mittelwertes der Kapitalanlagen)

    Quellen: Versorgungswerke, eigene Berechnungen

    Stand: Ende 2011

  • Nordrheinische Ärzteversorgung

    Nordrheinische Ärzteversorgung²

    Zahlende Mitglieder: 46155

    Rentner: 15353

    Kapitalanlagen: 9545 Millionen Euro

    Nettorendite¹

    2009: 3,5

    2010: 4,1

    2011: k.A.

    ¹ Rendite auf Kapitaleinlagen (Erträge abzüglich der Aufwendungen aus Kapitalanlage in Prozent des Mittelwertes der Kapitalanlagen)

    ² Datenstand: Ende 2010

    Quellen: Versorgungswerke, eigene Berechnungen

    Stand: Ende 2011

  • Versorgungswerk der Architektenkammer NRW

    Versorgungswerk der Architektenkammer NRW

    Zahlende Mitglieder: 42892

    Rentner: 6965

    Kapitalanlagen: 6411 Millionen Euro

    Nettorendite¹

    2009: 4,2

    2010: 4,4

    2011: 4,1

    ¹ Rendite auf Kapitaleinlagen (Erträge abzüglich der Aufwendungen aus Kapitalanlage in Prozent des Mittelwertes der Kapitalanlagen)

    Quellen: Versorgungswerke, eigene Berechnungen

    Stand: Ende 2011

  • Versorgungswerk der Rechtsanwälte im Lande Nordrhein-Westfalen

    Versorgungswerk der Rechtsanwälte im Lande Nordrhein-Westfalen

    Zahlende Mitglieder: 34400

    Rentner: 2829

    Kapitalanlagen: 4589 Millionen Euro

    Nettorendite¹

    2009: 4,4

    2010: 4,3

    2011: 3,2

    ¹ Rendite auf Kapitaleinlagen (Erträge abzüglich der Aufwendungen aus Kapitalanlage in Prozent des Mittelwertes der Kapitalanlagen)

    Quellen: Versorgungswerke, eigene Berechnungen

    Stand: Ende 2011

  • Ärzteversorgung Westfalen-Lippe

    Ärzteversorgung Westfalen-Lippe

    Zahlende Mitglieder: 33278

    Rentner: 12982

    Kapitalanlagen: 8745 Millionen Euro

    Nettorendite¹

    2009: 4,2

    2010: 4,4

    2011: 3,6

    ¹ Rendite auf Kapitaleinlagen (Erträge abzüglich der Aufwendungen aus Kapitalanlage in Prozent des Mittelwertes der Kapitalanlagen)

    Quellen: Versorgungswerke, eigene Berechnungen

    Stand: Ende 2011

  • Bayerische Rechtsanwalts- und Steuerberaterversorgung

    Bayerische Rechtsanwalts- und Steuerberaterversorgung

    Zahlende Mitglieder: 35500

    Rentner: 2000

    Kapitalanlagen: 4000 Millionen Euro

    Nettorendite¹

    2009: 4,1

    2010: 4,5

    2011: 4,2

    ¹ Rendite auf Kapitaleinlagen (Erträge abzüglich der Aufwendungen aus Kapitalanlage in Prozent des Mittelwertes der Kapitalanlagen)

    Quellen: Versorgungswerke, eigene Berechnungen

    Stand: Ende 2011

  • Bayerische Architektenversorgung

    Bayerische Architektenversorgung

    Zahlende Mitglieder: 33200

    Rentner: 6400

    Kapitalanlagen: 4650 Millionen Euro

    Nettorendite¹

    2009: 4,3

    2010: 4,8

    2011: 3,2

    ¹ Rendite auf Kapitaleinlagen (Erträge abzüglich der Aufwendungen aus Kapitalanlage in Prozent des Mittelwertes der Kapitalanlagen)

    Quellen: Versorgungswerke, eigene Berechnungen

    Stand: Ende 2011

  • Ärzteversorgung Niedersachsen

    Ärzteversorgung Niedersachsen²

    Zahlende Mitglieder: 29481

    Rentner: 9880

    Kapitalanlagen: 6647 Millionen Euro

    Nettorendite¹

    2009: k.A.

    2010: k.A.

    2011: k.A.

    ¹ Rendite auf Kapitaleinlagen (Erträge abzüglich der Aufwendungen aus Kapitalanlage in Prozent des Mittelwertes der Kapitalanlagen)

    ²Datenstand Ende Oktober 2011

    Quellen: Versorgungswerke, eigene Berechnungen

    Stand: Ende 2011

  • Bayerische Apothekerversorgung

    Bayerische Apothekerversorgung

    Zahlende Mitglieder: 27300

    Rentner: 9600

    Kapitalanlagen: 6760 Millionen Euro

    Nettorendite¹

    2009: 4,6

    2010: 4,8

    2011: 4,3

    ¹ Rendite auf Kapitaleinlagen (Erträge abzüglich der Aufwendungen aus Kapitalanlage in Prozent des Mittelwertes der Kapitalanlagen)

    Quellen: Versorgungswerke, eigene Berechnungen

    Stand: Ende 2011

Klar, werden jetzt die meisten denken, zwischen Insidern und Nicht-Insidern gab es ja schon immer eine Wissenslücke, und dabei wird auch in Zukunft bleiben. Richtig, nur sind mittlerweile die Dimensionen der Lücke so gewaltig, dass daraus ein harter Kampf um die Verteilung dessen zu entstehen droht, was eine AG erwirtschaftet. Ein Beispiel: Wie die Analysten der Researchfirma Towers Watson errechnet haben, ist der Finanzierungsgrad von Pensionsplänen der Dax-Konzerne 2012 im Vergleich zu 2011 um 3,6 Prozentpunkte auf 62 Prozent gesunken. Die Ansprüche der kommenden Pensionäre sind also nur noch zu weniger als zwei Dritteln gedeckt. Bei MDax-Unternehmen liegt der Anteil mit 47 Prozent sogar unter der Hälfte.

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Die Renditen der größten Pensionsfonds

  • Siemens Pensionsfonds

    Siemens Pensionsfonds

    Pensions-Anwärter: 1

    Rentner: 99.993

    Kapitalanlage: 5650 Millionen Euro

    Nettorendite

    2009: 2,6

    2010: 15,1

    2011: 0,9

    ⁴Summe aus den Kapitalanlagen des Fonds und den Kapitalanlagen auf Rechnung und Risiko der Arbeitnehmer und Arbeitgeber

    ⁵Rendite auf die Kapitalanlagen auf Rechnung und Risiko der Arbeitnehmer und Arbeitgeber (Erträge abzüglich der Aufwendungen aus Kapitalanlage zuzüglich der Differenz aus nicht realisierten Kursgewinnen und Kursverlusten in Prozent des Mittelwertes der Kapitalanlagen

    ⁶Geschäftsjahr bis Ende Juni

    Quelle: Stand: Ende 2011; Quelle: Geschäftsberichte der Pensionskassen und Pensionsfonds, BaFin, eigene Berechnung

  • RWE Pensionsfonds

    RWE Pensionsfonds

    Pensions-Anwärter: 0

    Rentner: 41,432

    Kapitalanlage: 6391 Millionen Euro

    Nettorendite

    2009: 15,2

    2010: 7,6

    2011: 0,4

    ⁴Summe aus den Kapitalanlagen des Fonds und den Kapitalanlagen auf Rechnung und Risiko der Arbeitnehmer und Arbeitgeber

    ⁵Rendite auf die Kapitalanlagen auf Rechnung und Risiko der Arbeitnehmer und Arbeitgeber (Erträge abzüglich der Aufwendungen aus Kapitalanlage zuzüglich der Differenz aus nicht realisierten Kursgewinnen und Kursverlusten in Prozent des Mittelwertes der Kapitalanlage)

    Quelle: Stand: Ende 2011; Quelle: Geschäftsberichte der Pensionskassen und Pensionsfonds, BaFin, eigene Berechnung

  • Bosch Pensionsfonds

    Bosch Pensionsfonds

    Pensions-Anwärter: 119.498

    Rentner: 37.848

    Kapitalanlage: 1523 Millionen Euro

    Nettorendite

    2009: 17,3

    2010: 9,2

    2011: -0,4

    ⁴Summe aus den Kapitalanlagen des Fonds und den Kapitalanlagen auf Rechnung und Risiko der Arbeitnehmer und Arbeitgeber

    ⁵Rendite auf die Kapitalanlagen auf Rechnung und Risiko der Arbeitnehmer und Arbeitgeber (Erträge abzüglich der Aufwendungen aus Kapitalanlage zuzüglich der Differenz aus nicht realisierten Kursgewinnen und Kursverlusten in Prozent des Mittelwertes der Kapitalanlagen)

    Quelle: Stand: Ende 2011; Quelle: Geschäftsberichte der Pensionskassen und Pensionsfonds, BaFin, eigene Berechnung

  • DEVK Pensionsfonds

    DEVK Pensionsfonds

    Pensions-Anwärter: 122.109

    Rentner: 586

    Kapitalanlage: 312 Millionen Euro

    Nettorendite

    2009: 24,6

    2010: -0,8

    2011: -17,0

    ⁴Summe aus den Kapitalanlagen des Fonds und den Kapitalanlagen auf Rechnung und Risiko der Arbeitnehmer und Arbeitgeber

    ⁵Rendite auf die Kapitalanlagen auf Rechnung und Risiko der Arbeitnehmer und Arbeitgeber (Erträge abzüglich der Aufwendungen aus Kapitalanlage zuzüglich der Differenz aus nicht realisierten Kursgewinnen und Kursverlusten in Prozent des Mittelwertes der Kapitalanlagen)

    Quelle: Stand: Ende 2011; Quelle: Geschäftsberichte der Pensionskassen und Pensionsfonds, BaFin, eigene Berechnung

  • Pensionsfonds insgesamt

    Pensionsfonds insgesamt²

    Pensions-Anwärter: 463.659

    Rentner: 293.376

    Kapitalanlage: 25381 Millionen Euro

    Nettorendite

    2009: 8,3

    2010: 7,8

    2011: k.A.

    ²Stand: Ende 2010

    ⁴Summe aus den Kapitalanlagen des Fonds und den Kapitalanlagen auf Rechnung und Risiko der Arbeitnehmer und Arbeitgeber

    ⁵Rendite auf die Kapitalanlagen auf Rechnung und Risiko der Arbeitnehmer und Arbeitgeber (Erträge abzüglich der Aufwendungen aus Kapitalanlage zuzüglich der Differenz aus nicht realisierten Kursgewinnen und Kursverlusten in Prozent des Mittelwertes der Kapitalanlagen)

    Quelle: Stand: Ende 2011; Quelle: Geschäftsberichte der Pensionskassen und Pensionsfonds, BaFin, eigene Berechnung

Auch Unternehmensanleihen bergen Risiken

Hier geht es nicht um Peanuts, sondern um Pensionsverpflichtungen, die laut Towers Watson mit 281 Milliarden Euro für Dax-Konzerne und 37 Milliarden Euro für die im MDax gelisteten Unternehmen anzusetzen sind. Aus einer Studie von Union Investment ergibt sich, „dass ein erhebliches Cashflow-Risiko für Investoren in Aktien und Unternehmensanleihen besteht“. Die Euphorie an der deutschen Aktienbörse während der vergangenen Monate erscheint dadurch ebenso in einem anderen Licht wie die Vorliebe mancher Manager von Versicherungsgesellschaften, Pensionskassen, Fonds und Vermögensverwaltungen für Unternehmensanleihen, zumal für solche, deren Rating Zweifel an der Bonität weckt.

Damit nicht genug der Brisanz, im Übrigen habe die Rating-Qualität in den vergangenen 20 Jahren erheblich nachgelassen, monierte am vergangenen Dienstag Martin Thiesen, Deutsche Asset & Wealth Management, im Rahmen einer Diskussion der Analystenvereinigung DVFA. Derweil brüten ganze Expertengremien über Plänen zu einer europaweit akzeptierten Methode der Diskontierung kommender Pensionsrückstellungen. Ende Juli will man sich wieder treffen, um einen Durchbruch zu erzielen, Ergebnis offen.

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