Gbureks Geld-Geklimper: Kampf um Kapital: Sieger und Verlierer

kolumneGbureks Geld-Geklimper: Kampf um Kapital: Sieger und Verlierer

Bild vergrößern

Die Schuldenuhr am Haus des Steuerzahlerbundes in Berlin

Kolumne von Manfred Gburek

Aus Anlegersicht spricht alles gegen Bundesanleihen. Wer stattdessen Aktien der Dax-Konzerne bevorzugt, muss zunehmend auf deren Schulden achten.

Erst der so und so vielte Euro-Gipfel, irgendwann danach die europäische Wirtschaftsregierung – machen wir uns nichts vor, dafür wird Deutschland zahlen, und zwar mit einer höheren Staatsverschuldung. Daraus folgt: Die Zeit der niedrigen Zinsen ist vorbei, denn die des europäischen Zahlmeisters Deutschland werden sich eher denen der anderen Euro-Länder anpassen als umgekehrt. Genaugenommen liegt die Zinswende schon über fünf Monate zurück: Ende August 2010 erreichte die Umlaufrendite sogenannter erstklassiger deutscher Anleihen (vor allem Bundesanleihen) mit etwas über 1,8 Prozent ihren tiefsten Stand; inzwischen ist sie wieder auf 2,9 Prozent gestiegen.

1,1 Prozentpunkte Differenz, das sieht erst einmal nicht nach viel aus. Ist es aber, sogar ganz viel. Denn für eine Milliarden-Anleihe muss der Bund - oder ein anderer AAA-Schuldner – jetzt pro Jahr unter dem Strich 29 statt nur 11 Millionen Euro berappen. Und wenn die Umlaufrendite im selben Tempo weiter so steigt wie seit Ende August 2010, nähern wir uns mehr und mehr den Renditen der Mittelmeer-Anrainer.

Anzeige

Deutsche Unternehmen zu hoch verschuldet

Die Finanzen des Bundes sind eine Sache, die der Unternehmen eine andere. Dennoch haben sie einen entscheidenden Berührungspunkt: Finanzvorstände konkurrieren am Kapitalmarkt mit dem Finanzminister. Am Ende sind sie nicht mehr in der Lage, ihm Paroli zu bieten, weil er durch sein vergleichsweise sehr hohes, mit dem Spitzenrating AAA bewertetes Anleihevolumen die Unternehmen mit ihren überwiegend schlechteren Ratingnoten locker vom Kapitalmarkt verdrängen kann. Die Folge: Finanzvorstände müssen den Anlegern höhere Zinsen anbieten und/oder über die Ausgabe neuer Aktien ihr Eigenkapital verwässern. Doch es gibt positive Ausnahmen.

Anleger sind gut beraten, diese Überlegungen bereits während der aktuellen Aktieneuphorie in Betracht zu ziehen, zumal gerade deutsche Unternehmen besonders hohe Fremdkapitalanteile aufweisen. So haben Auswertungen durch die Osiris-Datenbank und die Unternehmensberatung McKinsey auf Basis der Daten aus dem Jahr 2009 ergeben, dass das Fremdkapital in der deutschen Autoindustrie mit 83 Prozent vom Gesamtkapital zu Buche schlägt, in der Energieversorgung mit 78 und im Handel mit 75 Prozent. In der Telekommunikation mit 72 und im Maschinenbau mit 70 Prozent Fremdkapitalanteil sind deutsche Unternehmen international gesehen sogar am höchsten verschuldet.

Deutsche Post und Metro stark betroffen

Anleger sollten auch einem Phänomen mehr Aufmerksamkeit zollen, das während der kommenden Jahre im Zuge weiter steigender Zinsen zum entscheidenden Faktor bei der Bewertung von Aktien werden dürfte: neue Bilanzansätze für Miet- bzw. Leasinggeschäfte. Hierbei geht es um einen neuen internationalen Standard, der Mitte dieses Jahres veröffentlicht werden soll und nach dem alle Kapitalgesellschaften von 2013 an bilanzieren müssen. Er wird zur Bilanzverlängerung und auf diesem Weg zu höheren Fremdkapitalanteilen von Mietern bzw. Leasingnehmern führen, auch rückwirkend für alle schon abgeschlossenen Verträge.

Wie aus einer im vergangenen August von der Wirtschaftswoche veröffentlichten Studie der Unternehmensberatung FAS AG hervorgeht, werden die im Aktienindex Dax repräsentierten Konzerne ganz unterschiedlich von der neuen Vorschrift betroffen sein. Gemessen am prozentualen Anstieg der Nettofinanzschulden, sieht es diesbezüglich um die Deutsche Post, um Metro, Lufthansa, Adidas und Deutsche Telekom nicht gerade gut aus.

Anzeige
Immobilien-Wertfinder:Was Mieten und Kaufen in Ihrer Region kostet
Immobilien-Wertefinder

Mit unserem interaktiven Tool finden Sie Interessierte Mieten und Kaufpreise in ihrem Viertel und ihrer Straße. Mehr...

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%