Geldanlage: Brasilien: Schon raus aus der Krise?

Geldanlage: Brasilien: Schon raus aus der Krise?

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Händler an der Börse von Sao Paulo: Brasilien hat das Jammertal viel früher als die großen Industrieländer verlassen

Die Börse in São Paulo ist längst keine regionale Veranstaltung mehr. Im Bovespa-Index tummeln sich mittlerweile internationale Top-Konzerne.

In São Paulo, am Sitz der größten Börse Lateinamerikas, reiben sich Investoren verwundert die Augen – Krise, war da was? Denn der brasilianische Bovespa-Index hat sich seit dem Tief im vergangenen Oktober fast verdoppelt. Damit hat Brasilien weltweit den drittstärksten Börsenaufschwung seit dem globalen Tief nach der Lehman-Pleite hingelegt. Sogar Börsengänge gibt es in São Paulo schon wieder – ein untrügliches Zeichen dafür, dass die Anleger wieder Mut gefasst haben und ihre Risikobereitschaft deutlich gewachsen ist.

Üblicherweise dauert es wenigstens ein Jahr, bis nach einen Crash die ersten Unternehmen den Gang an die Börse wagen. Doch die brasilianische Kreditkartenfirma Visanet erlöste vor fünf Wochen an der Börse für einen Teil ihrer eigenen Aktien 4,3 Milliarden Dollar. Die neuen Scheine waren achtfach überzeichnet, zwei Drittel der Käufer kamen aus dem Ausland. Es war der erste große Börsengang weltweit nach dem Lehman-Crash.

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Stagnation statt Zusammenbruch

Brasilien wird die schlimmste Wirtschaftskrise seit mehr als 70 Jahren nicht nur einigermaßen unbeschadet überstehen, sondern dürfte gestärkt daraus hervorgehen, glauben Experten. Zwar wird auch Brasiliens Wirtschaft dieses Jahr weniger stark wachsen. Doch die Chancen stehen weit besser als andernorts, dass die Krise nicht mehr als einen kleinen Kratzer hinterlässt. Die meisten Volkswirte rechnen für dieses Jahr mit einer Stagnation. 

Merrill Lynch geht selbst im Horrorjahr 2009 noch von einem kleinen Plus der Wirtschaftsleistung Brasiliens aus. 2010 könnte Brasilien bereits wieder um mehr als vier Prozent zulegen – so die Prognose der Merrill-Lynch-Banker. Klar ist: Brasilien ist auf dem Weg aus dem Jammertal weiter als andere Industrieländer. Nach drei rezessiven Quartalen wächst die Wertschöpfung schon wieder, die Arbeitslosigkeit sinkt. Industrie, Bauwirtschaft, Konsum‧güter, ja, selbst Maschinenbauer melden seit Wochen steigende Umsätze.

Handelsbilanz im Plus

Das liegt zum Teil auch an der guten Ausgangsposition des Landes zu Beginn der Krise. Während die Notenbanken weltweit die Zinsen bereits Mitte 2008 stark gesenkt hatten, kämpften Brasiliens Geldpolitiker noch mit zweistelligen Leitzinsen gegen die Inflation. Entsprechenden Spielraum hatten sie, um danach mit Zinssenkungen die Wirtschaft anzukurbeln. Fünfmal hat die brasilianische Notenbank die Leitzinsen inzwischen gesenkt, auf aktuell 8,75 Prozent. Sie hat damit die Kreditklemme deutlich mildern können.

Trotz der auch in Brasilien eingebrochenen Exporte ist die Handelsbilanz weiter deutlich im Plus. Die Devisenreserven sind auf über 200 Milliarden Dollar gestiegen. Die Verschuldung ist niedrig im Verhältnis zur Wirtschaftskraft: Staat, Unternehmen und Konsumenten stehen kaum in der Kreide. Die Währung Real hat seit Jahresbeginn fast 20 Prozent zugelegt. Das liegt auch daran, dass ausländische Unternehmen trotz der Krise anhaltend in neue Fabriken, Unternehmen und Produkte investieren.

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