Geldanlage: Dividende: Womit Aktionäre noch rechnen können

Geldanlage: Dividende: Womit Aktionäre noch rechnen können

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Daimler-Chef Dieter Zetsche bei der Bilanzpressekonferenz: Die harten Einschnitte des Stuttgarter Autobauers treffen Belegschaft und Aktionäre gleichermaßen

Über 25 Milliarden Euro Dividende werden deutsche Konzerne in diesem Frühjahr an Aktionäre überweisen. Dürfen sie das – angesichts steigender Arbeitslosenzahlen? Was ist die angemessene Dividende? Und schütten viele nicht mehr aus, als sie sich leisten können?

Wenn Gero Götz auf dem Weg zur Arbeit am Sindelfinger Daimler-Werk vorbeifährt, kommt er in letzter Zeit öfters ins Grübeln. „Vieles habe ich früher für einfache Wahrheiten gehalten“, sagt der 38-Jährige, „zum Beispiel, dass es uns allen gut geht, wenn es dem Daimler gut geht.“ Wenn „der Daimler“ viel verdiente, freuten sich alle: Die Arbeiter – viele kennt Götz schon seit der Grundschule in Vaihingen – bekamen eine stattliche Prämie; und die Aktionäre, zu denen neben Götz auch dessen Vater, Onkel und die halbe Nachbarschaft gehören, strichen eine üppige Dividende ein.

Doch auch dem Daimler geht es nicht mehr gut in der schwersten Wirtschaftskrise seit dem Zweiten Weltkrieg. Der Gewinn schrumpfte 2008 von 8,7 auf 2,7 Milliarden Euro. Konzernchef Dieter Zetsche kündigt ein hartes Sparprogramm an, er will neben den Bonuszahlungen an die Mitarbeiter auch die Dividende kappen. Nur noch 60 Cent je Aktie sollen Aktionäre bekommen, nach glatt zwei Euro im Vorjahr.

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Dividenden sorgen für hitzige Debatten

Dass Zetsche überhaupt Gewinn ausschütten will, sorgt für hitzige Debatten in der Familie Götz. Kurzarbeit ist angesagt in Sindelfingen, Böblingen und anderen Daimler-Werken; viele Freunde müssen schon kürzertreten. Noch bezahlt der Staat den Gutteil des Verdienstausfalls, aber alle haben Angst, dass es schlimmer kommt, dass Bekannte entlassen werden, „die schon seit der Realschule beim Daimler schaffe“.

Das fände Götz schlimm. Aber er ist auch Aktionär, und als solcher „hatte ich schon auf eine etwas höhere Dividende gehofft. Der Kursverlust in den letzten Monaten war schon hart genug.“ Für Götzens Vater, einen Architekten im Ruhestand, ist die Sache klar: Eine Dividendenstreichung dürfe nur das allerletzte Mittel sein, „denn wir sind nicht alle vom Staat bezahlte Beamte; mit der Dividende bestreite ich teilweise meine Rente“.

Aber dürfen Unternehmen Milliarden Euro an ihre Anteilseigner ausschütten, und gleichzeitig Zehntausende Mitarbeiter entlassen, weil ihre Aufträge wegbrechen? Dürfen sie die Gewinne von gestern noch verteilen, während sie zur Begrenzung der Verluste von morgen schon nach dem Staat rufen – und nach Steuergeldern greifen?

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