Geldanlage: Dividendenstrategien bringen nur mäßige Erfolge

Geldanlage: Dividendenstrategien bringen nur mäßige Erfolge

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Finanzteil einer Zeitung: Eine nur an Dividenden orientierte Anlagestrategie bringt nur mäßige Erfolge

Eine lediglich an Dividenden orientierte Anlagestrategie bringt nur mäßige Erfolge – auch bei Investmentfonds.

Der US-Vermögensverwalter Michael O’Higgins machte Anfang der Neunzigerjahre die Dividendenstrategie populär. Er fand heraus, dass Aktien mit einer hohen Dividendenrendite (Dividende je Aktie/Aktienkurs x 100) in der Vergangenheit deutlich besser abschnitten als Titel mit einer niedrigen Ausschüttung und beschrieb dies in seinem Buch „Beating the Dow“. Das US-Magazin „Barron’s“ taufte die mechanische Strategie später „Dogs of the Dow“. O’Higgins wählte jeweils zum Jahresanfang aus dem Dow Jones die zehn Aktien mit der höchsten Dividendenrendite aus, setzte auf diese jeweils den gleichen Betrag und korrigierte die Auswahl nach zwölf Monaten. Später verfeinerte er seine Methode und wählte aus den zehn dividendenstärksten Aktien die fünf mit dem niedrigsten Aktienkurs in Dollar.

Die simple Strategie funktionierte zunächst gut, wurde dann aber zunehmend kritisiert. So schlug die O’Higgins-Auswahl den Dax zwischen 1998 und 2008 nur in sechs von elf Jahren, hat etwa Vermögensverwalter Uwe Lang errechnet: „Also in fast nur der Hälfte der Fälle, was im Grunde wertlos ist“.

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2008 gab es sogar ein „regelrechtes Desaster“. Anfang des vergangenen Jahres wäre die Auswahl nach der O’Higgins-Methode auf Commerzbank, Deutsche Telekom, Deutsche Post, Lufthansa und ThyssenKrupp gefallen. „Diese fünf Aktien verloren jedoch bei Einberechnung der Dividende 2008 im Schnitt 42,18 Prozent, der Dax hingegen nur 38,85 Prozent“, sagt Lang. Beim Dow Jones wäre die Wahl auf AT&T, General Motors, General Electric, Pfizer und Citigroup gefallen, die im Schnitt 51,25 Prozent einbüßten, während der Index nur um 28,53 Prozent sank. Die fünf dividendenstärksten Titel des Euro Stoxx (Barclays, Enel, HBOS, Lloyds, Royal Bank of Scotland) fielen im Schnitt 76,29 Prozent, der Index 42,41 Prozent. Kritiker verweisen darauf, dass Aktienrückkäufe bei der Methode unberücksichtigt bleiben. So wählen Anleger unter Umständen gar nicht die Aktien mit der de facto höchsten Ausschüttungsquote aus.

Dividendenfonds für Anleger nur kurze Erfolgsstory

Nach dem Absturz der Technologieaktien drückten Fondsgesellschaften vor allem in den Jahren 2003 und 2004 Aktienfonds mit Dividendenstrategie in den Markt. Der größte, der 2003 gestartete DWS Top Dividende, sammelte bis heute 2,3 Milliarden Euro ein. Mittlerweile können deutsche Anleger zwischen etwa 40 Aktienfonds mit Dividendentiteln auswählen. Für die Anleger aber waren sie nur eine kurze Erfolgstory. Seit Beginn der Finanzkrise im Sommer 2007 haben Fonds mit ausschüttungsstarken Titeln Probleme, sich vom Markt abzusetzen.

Dies trifft vor allem auf Fonds mit Schwerpunkt Europa zu. So blieb der 618 Millionen Euro schwere UniDividendenAss in der Finanzkrise am Stoxx 50 kleben. In den vergangenen zwölf Monaten verlor der Uni-Fonds 37,8 Prozent. Der DJE Dividende & Substanz mit 916 Millionen Euro Anlegergeld begrenzte seinen Verlust zwar auf minus 22,9 Prozent, dies gelang aber nur mit einer hohen Quote von Anleihen und Bargeld. Derzeit hält der Fonds nur zu 52 Prozent Aktien.

Etwas besser stehen die internationalen Dividendenfonds da. So büßte der DWS Top Dividende auf Jahressicht 27,9 Prozent ein, während der MSCI Welt 32,2 Prozent verlor.

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