
Der Druck auf den Preis kommt von den Terminmärkten. Spekulanten hatten nach dem Ausbruch der Finanzkrise vor gut einem Jahr an der New Yorker Terminbörse Comex rasch Nettokaufpositionen aufgebaut, die in der Spitze ein Volumen von fast 780 Tonnen Gold erreichten – gut 30 Prozent der jährlichen weltweiten Fördermenge. Nach Überschreiten der 1000-Dollar-Marke traten die Spekulanten den Rückzug an.
„Hedgefonds hatten US-Dollar und US-Finanztitel leer verkauft und Terminkontrakte auf Gold und Öl gekauft“, sagt Heinz Isler, Goldexperte bei NBF International in Genf, einem Ableger der National Bank of Canada. Die Spekulanten verkauften, als klar war, dass die Fed die US-Investmentbanken retten würde. „Das alles hatte mit den Fundamentaldaten von Gold nichts zu tun“, sagt Isler.
Aktuell sitzen die Spekulanten an der Comex noch auf Lieferansprüchen von 400 Tonnen Gold – immer noch zwei Drittel mehr als vor Ausbruch der Finanzkrise. Viele Kontrakte liegen auch beim aktuellen Goldpreis von 830 Dollar noch im Plus. Gewinnmitnahmen könnten den Goldpreis also theoretisch weiter drücken.
Dagegen spricht, dass die nachfragestärkste Zeit des Jahres bevorsteht: Ins Schlussquartal fallen Weihnachten und das indische Lichterfest. Zwei Drittel der weltweiten Goldnachfrage kommt noch immer aus der Schmuckindustrie.
Goldpreis ist nicht vorhersehbar
Wie der Goldpreis sich in den nächsten Monaten entwickelt, ist nicht vorherzusagen, aber auch nur für Spekulanten interessant. Anleger, die jetzt Barren und Münzen kaufen, erwerben eine Hartwährung als langfristige Versicherung gegen Kaufkraftschwund und Finanzkrisen. Gold ist von der Mehrwertsteuer befreit und wird nicht von der ab 2009 greifenden Abgeltungsteuer erfasst. Bis zu einem Gegenwert von 15 000 Euro kann jedermann Barren und Münzen anonym kaufen. Anleger sollten weltweit bekannte Produkte wählen, deren Preise nahe am rechnerischen Goldwert notieren. Barren bilden die Basis, kleiner gestückelte Münzen lassen sich, wenn man Bargeld braucht, besser verkaufen. Auch beim Goldkauf lohnt der Preisvergleich.
Vorsicht: Mit Zertifikaten auf den Goldpreis kaufen Anleger kein Gold, sondern Inhaberschuldverschreibungen und damit Forderungen gegen den Emittenten. Geht dieser pleite, läuft der Besitzer des Zertifikats Gefahr, seinen Einsatz zu verlieren.
Gold hoch, Aktien runter. Aktien hätten ihren Nimbus als überlegene Anlageform verloren, lautete im Juni 2002 das Fazit der WirtschaftsWoche bei der Analyse der so- genannten Dow-Gold-Ratio (Heft 27/2002). Die Kennzahl lässt sich ermitteln, indem der Stand des US-Aktienbarometers Dow Jones durch den Goldpreis geteilt wird. Fällt die Rate, läuft Gold besser als Aktien – und umgekehrt. Über die absolute Preisentwicklung ist damit zwar nichts ausgesagt. Doch das Konzept hat sich als hervorragender langfristiger Indikator erwiesen. Der aktuelle Zwischenstand: Die Dow-Gold-Ratio fiel seit 2002 von 35 auf 14.
Die vergangenen Abwärtszyklen der Dow-Gold-Ratio endeten 1932 mit einem Wert von zwei und 1980 mit einem Wert von eins. Damals stand der Dow bei 867 Punkten, genauso viel kostete eine Unze Gold. Nimmt man konservativ die drei bei der Dow-Gold-Ratio als Mindestziel, darf spekuliert werden, wie die denn erreicht werden könnte.
Varianten: Der Dow bleibt bei rund 12 000 Punkten, Gold steigt auf 4000 Dollar – zu erwarten bei anhaltend hoher Inflation. Ungemütlicher die Version im Falle einer Deflation: Gold hält sich bei 800 Dollar, der Dow bricht ein auf 2400 Punkte. Wahrscheinlich ist eine Kombination aus beidem.















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Alle Kommentare lesen31.10.2008, 16:29 UhrAnonymer Benutzer: Volker Bade
Gold bleibt Gold, ist ein berühmter Ausspruch und genau so ist es.
Gold hat seit Jahrtausenden seinen Wert behalten (die Kaufkraft!) wogegen jegliches Zahlungsversprechen auf Papier, mehr ist unser Geld nämlich nicht, früher oder später entwertet wurde. Seit April gibt es nun die Möglichkeit, auch für den Kleinsparer, in monatlichen beiträgen ab 50,00€ sich sein eigenes Golddepot aufzubauen. Mehr informationen unter www.time-for-gold.de
Eine gute Entscheidung wünscht, Volker bade
10.09.2008, 00:16 UhrAnonymer Benutzer: Ingo
Es ist schon spannend, was sich gerade auf dem Markt abspielt. ist die Rente sicher? Wie lange muss ich arbeiten? Wer belügt mich und wer sagt die Wahrheit? Eine gute Diskussion ist sicher Gold Wert, aber beim Sterben und bei Geld- oder Anlageentscheidungen steht man doch letzen Endes immer allein da. ich wünsche auf jeden Fall jedem hier ein gutes Händchen für die Zukunft.
Gruß
ingo
09.09.2008, 21:59 UhrAnonymer Benutzer: Widu
Nochwas: Wie erklären es sich eigentlich die Goldbugs, dass einer der führenden Köpfe der Goldseiten ein gewisser E. Weinberg ist, der ganz offiziell von der Commerzbank bezahlt wird? Und was sagt man dazu, dass zu den Hauptsponsoren der Goldseiten die Großbanken Societe Generale und AbM AMRO gehören (letzteres ist eine niederländische Großbank, die etwa die Größe der Deutschen bank hat und fast alles sponsert, was sich für Gold als Geldanlage ausspricht)?
Was ist davon zu halten, dass der Verschwörungstheoretiker Eichelburg (ein Dipl. ing) als vermeintlicher "Finanzexperte" zur Edelmetall- und Rohstoffmesse eingeladen wurde, deren Hauptsponsoren n-tv (eine CNN-Tochter), AbN-AMRO und zwei größere Firmen aus dem bereich der Goldminen sind?
Fakt ist, dass die Verschwörungstheoretiker in Sachen Gold bedeutend mehr Raum in den Medien bekommen, als die Goldskeptiker und dass die finanziellen Mitel, die banken wie AbN AMRO für eine sehr verschwörungslastige Goldkampagne raushauen recht immens sind. Offenbar sind einige große banken sogar daran interessiert, dass an eine Anti-Gold-Verschwörung geglaubt wird - Kein Wunder, immerhin verdienen einige Leute wunderbar an der Gold-Euphorie und dem Unwissen naiver Anleger.
Dementsprechend sind die Goldbugs keineswegs "rebellischer", als es Kommunisten in der DDR oder der Sowjetunion waren. Sie sind der Mainstream in Reinform oder wie man in der Goldszene sagen könnte - gekochte Frösche.