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Geldanlage: Gold: Rettungsanker gegen Inflation und Finanzkrise

von Frank Doll, Rolf Ackermann, Mark Böschen und Christof Schürmann

Die Inflation ist rekordverdächtig hoch, zugleich fluten die Notenbanken im Kampf gegen die Finanzkrise die Welt mit Unmengen von Papiergeld. Wie Anleger sich davor schützen, warum Gold am meisten Sicherheit und die besten Chancen auf Wertzuwachs bietet.

Gestapelte Goldbarren Quelle: AP
Gestapelte Goldbarren Quelle: AP

Country-Blues mit Ben Harper, Pop von Ex-Beach-Boy Brian Wilson, Rock von den Black Crowes: Tief in den Wäldern Wyomings, im Städtchen Jackson Hole, zogen Mitte August die Altstars der US-Musik-Szene mehr als 8000 Besucher in ihren Bann. Sieben Tage später bekam am selben Ort eine andere Riege älterer Herren den Blues: Die wichtigsten Notenbanker der Welt trafen sich. Doch anders als beim Musik-Festival, das – unterstützt durch ein wenig Marihuana-Konsum – friedlich verlief, herrschte bei den Herren des Geldes keineswegs Harmonie.

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Heftig gestritten haben die Zentralbanker ausgerechnet über ihre wichtigste Aufgabe: den Kampf gegen die Inflation. US-Notenbankchef Ben Bernanke sieht die hohe US-Inflationsrate schon wieder auf dem Weg nach unten – wegen des sinkenden Ölpreises und des stärkeren Dollar. Doch die Kollegen aus Europa sind anderer Ansicht: Für eine solche Prognose sei es „zu früh“, konterte Yves Mersch von der Europäischen Zentralbank (EZB). Und Willem Buiter, Ex-Berater der Bank of England, brandmarkte Bernankes Nothilfen für klamme Banken als „ungesund und gefährlich“.

Die Bedenken sind nachvollziehbar: Mit Hunderten von Milliarden Dollar haben Notenbanken, allen voran die amerikanische Fed, in den vergangenen Monaten die Kapitalmärkte geflutet und so versucht, einen Absturz der Weltwirtschaft zu verhindern – dabei aber das Ziel, die Teuerung niedrig zu halten, aus den Augen verloren: Die Inflation ist so stark wie seit anderthalb Jahrzehnten nicht mehr, in Deutschland stiegen die Preise in den Sommermonaten um mehr als drei Prozent gegenüber dem Vorjahr, in den USA waren es fast sechs Prozent. Die deutschen Erzeugerpreise stiegen im Juli gar um 8,9 Prozent – der höchste Wert seit 27 Jahren.

Finanzkrise ist längst nicht ausgestanden

Trotz der massiven Kapitalspritzen ist die Finanzkrise jedoch längst nicht ausgestanden. „Das Schlimmste kommt noch“, sagt der Ex-Chefökonom des Internationalen Währungsfonds (IWF), Kenneth Rogoff: „Wir werden nicht nur mittelgroße Banken untergehen sehen, sondern wir werden einen ganz dicken Klops sehen – eine der großen Investmentbanken oder eine Großbank“, prophezeit der heutige Harvard-Professor.

Wie realistisch ist es angesichts rückläufiger Wachstumsraten aber, dass die Inflation dauerhaft hoch bleibt? Und was können Anleger gegen den Geldwert-Verfall machen? Besser noch: Wie können sie ihr Vermögen gleichzeitig gegen Inflation und weitere aus der Finanzkrise erwachende Desaster schützen?

Aktien und Anleihen leiden unter Geldentwertung und Finanzkrise, Fondshäuser und Zertifikate-Emittenten haben keine überzeugenden Lösungen parat. Klassisches Mittel gegen Inflation und bewährte Krisenwährung bleibt deshalb Gold.

Anders als Papiergeld ist Gold nicht beliebig vermehrbar. „Gut möglich, dass die weltweite Fördermenge überhaupt nicht mehr steigt“, sagt Jochen Hitzfeld, Analyst bei UniCredit in München. 160 000 Tonnen Gold wurden bis heute gefördert, 92 000 Tonnen schlummern noch in der Erde, nur knapp die Hälfte davon ist mit heutiger Technik überhaupt förderbar. Macht in der Summe 252 000 Tonnen mit einem Marktwert von 6540 Milliarden Dollar. Das war’s.

Vorteil Nummer zwei: Gold ist weltweit anerkannt. „Wenn vor Ankunft des Feindes das letzte Schiff den Hafen verlässt, wird der Kapitän Sie für ein Kilo Gold mitnehmen“, sagt Investoren-Legende Marc Faber. „Ich bezweifle aber, dass er Derivate, Anleihen oder Papiere von Fannie Mae akzeptieren wird.“ Die notleidenden US-Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac könnten schon bald verstaatlicht werden.

102 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 31.10.2008, 16:29 UhrAnonymer Benutzer: Volker Bade

    Gold bleibt Gold, ist ein berühmter Ausspruch und genau so ist es.
    Gold hat seit Jahrtausenden seinen Wert behalten (die Kaufkraft!) wogegen jegliches Zahlungsversprechen auf Papier, mehr ist unser Geld nämlich nicht, früher oder später entwertet wurde. Seit April gibt es nun die Möglichkeit, auch für den Kleinsparer, in monatlichen beiträgen ab 50,00€ sich sein eigenes Golddepot aufzubauen. Mehr informationen unter www.time-for-gold.de

    Eine gute Entscheidung wünscht, Volker bade

  • 10.09.2008, 00:16 UhrAnonymer Benutzer: Ingo

    Es ist schon spannend, was sich gerade auf dem Markt abspielt. ist die Rente sicher? Wie lange muss ich arbeiten? Wer belügt mich und wer sagt die Wahrheit? Eine gute Diskussion ist sicher Gold Wert, aber beim Sterben und bei Geld- oder Anlageentscheidungen steht man doch letzen Endes immer allein da. ich wünsche auf jeden Fall jedem hier ein gutes Händchen für die Zukunft.
    Gruß
    ingo

  • 09.09.2008, 21:59 UhrAnonymer Benutzer: Widu

    Nochwas: Wie erklären es sich eigentlich die Goldbugs, dass einer der führenden Köpfe der Goldseiten ein gewisser E. Weinberg ist, der ganz offiziell von der Commerzbank bezahlt wird? Und was sagt man dazu, dass zu den Hauptsponsoren der Goldseiten die Großbanken Societe Generale und AbM AMRO gehören (letzteres ist eine niederländische Großbank, die etwa die Größe der Deutschen bank hat und fast alles sponsert, was sich für Gold als Geldanlage ausspricht)?
    Was ist davon zu halten, dass der Verschwörungstheoretiker Eichelburg (ein Dipl. ing) als vermeintlicher "Finanzexperte" zur Edelmetall- und Rohstoffmesse eingeladen wurde, deren Hauptsponsoren n-tv (eine CNN-Tochter), AbN-AMRO und zwei größere Firmen aus dem bereich der Goldminen sind?
    Fakt ist, dass die Verschwörungstheoretiker in Sachen Gold bedeutend mehr Raum in den Medien bekommen, als die Goldskeptiker und dass die finanziellen Mitel, die banken wie AbN AMRO für eine sehr verschwörungslastige Goldkampagne raushauen recht immens sind. Offenbar sind einige große banken sogar daran interessiert, dass an eine Anti-Gold-Verschwörung geglaubt wird - Kein Wunder, immerhin verdienen einige Leute wunderbar an der Gold-Euphorie und dem Unwissen naiver Anleger.
    Dementsprechend sind die Goldbugs keineswegs "rebellischer", als es Kommunisten in der DDR oder der Sowjetunion waren. Sie sind der Mainstream in Reinform oder wie man in der Goldszene sagen könnte - gekochte Frösche.

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