Geldanlage: Gold schlägt Euro

Geldanlage: Gold schlägt Euro

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Schon Pippi Langstrumpf wusste: Gold ist immer und überall gern gesehen. Der Goldpreis gewinnt seit fast zehn Jahren in allen Währungen

von Frank Doll

Überschuldete Staaten und ein aus den Fugen geratenes Finanzsystem lassen das Vertrauen in Euro, Dollar und andere Papierwährungen schwinden. Gold aber gewinnt weiter an Wert. Warnungen vor einer Goldpreisblase kommen zu früh.

"Ich mach’ mir die Welt, wie sie mir gefällt“ – Pippi Langstrumpf hatte nichts am Hut mit Euro-Krise, Staatspleiten und Hyperinflation. Sie lebte, dank eines Koffers voll Gold, frei und materiell unbeschwert.

Goldbesitzer wie Astrid Lindgrens Kinderbuchheldin müssen keine Enteignung durch Inflation oder Konkurs eines Schuldners fürchten. Anders als Papierwährungen lässt sich Gold nicht beliebig vermehren und so per inflationärem Gebrauch entwerten. Für die 36 Kilo Bonbons, die Pippi vor Jahrzehnten den Kindern ihres Städtchens spendierte, reicht heute die gleiche Menge Goldtaler wie damals. Nur bekäme sie heute mehr Scheine als Wechselgeld heraus.

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Banken und Privatleute stocken Goldreserven auf

„Der Preis von Gold offenbart eine Wahrheit, und diese Wahrheit lautet: Die Kaufkraft von Papiergeld nimmt ständig ab“, sagt Investmentlegende Marc Faber. Es ist nicht Gold, das gewinnt, es sind die Papierwährungen, in denen Gold gemessen wird, die verlieren (siehe Grafik). Menschen und Institutionen handeln danach: Nicht nur Chinesen und Inder sparen immer mehr in Gold, um ihr Vermögen vor Kaufkraftverlusten zu schützen. Ebenso stocken Notenbanken aus Schwellenländern ihre Goldbestände auf, weil sie um die Werthaltigkeit ihrer in Dollar, Euro und Yen gehaltenen Fremdwährungsreserven fürchten.

Gold ist das einzige staatenunabhängige, international anerkannte Zahlungsmittel – und die einzige Vermögensklasse, die sich sowohl in einem inflationären als auch in einem deflationären Umfeld behaupten kann. Deshalb ist Gold für jeden Anleger eine unverzichtbare Versicherung. Und kein „hoffnungslos überschätztes Relikt aus einer anderen Zeit“, wie Warren Buffett sagt. Der US-Starinvestor glaubt, dass Gold nur in extremen Krisen kräftig zulegen kann. „Es ist schon sonderbar, etwas zu kaufen, das nur steigt, wenn die Welt zur Hölle geht. Ich glaube, man fährt besser mit unserer Aktie“, sagte Buffetts Partner Charlie Munger auf der diesjährigen Hauptversammlung von Buffetts Holding Berkshire Hathaway.

Ein Blick auf den krisengeschüttelten Euro, die hoffnungslos überschuldeten USA, die nur von den Staaten am Leben gehaltenen Banken, die billionenschweren Rettungsprogramme und die aufgeblähten Notenbank-Bilanzen zeigt aber, dass zumindest die Finanzmärkte nicht sehr weit von dieser Hölle entfernt sind.

Der ehemalige US-Notenbankchef Alan Greenspan bezeichnete den Goldpreis einmal als Thermometer für das Finanzsystem. Dieses Thermometer steigt und signalisiert immer stärkeres Fieber. Warren Buffett muss sich fragen lassen, ob nicht vielleicht er das hoffnungslos überschätzte Relikt aus einer anderen Zeit ist. Und mit seiner Aktie sind Anleger seit Langem nicht mehr besser gefahren: In Gold gemessen, ist Berkshire Hathaway heute 70 Prozent weniger wert als zur Jahrtausendwende.

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