Geldanlage im Crash: Die höchsten Zinsen für Anleger

Geldanlage im Crash: Die höchsten Zinsen für Anleger

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Gießkannen mit Prozentzeichen

von Christof Schürmann und Niklas Hoyer

Investoren flüchten in Bundesanleihen. Die aber bieten nur noch Minirenditen. Papiere anderer staatlicher Emittenten sind etwas lukrativer, selbst vom Tagesgeldkonto bekommen Anleger mehr als vom Bund – und bleiben dabei flexibler. Wer aber etwas Risiko erträgt, kauft Unternehmensanleihen.

Günther Schild macht Pause. Die Deutsche Finanzagentur, die für den Staat Geld bei Investoren einsammelt, braucht ihre biedere Werbe-Schildkröte im Moment nicht. Anleger wissen ohnehin, dass die Finanz- und Schuldenkrise weitergeht und Bundesanleihen einer der wenigen sicheren Häfen sind. Dax-Anzeigetafel und abendliche Tagesschau signalisieren ihnen das jeden Tag aufs Neue.

Ganz ohne Werbung stocken Privatanleger ihre Anlagen beim Bund derzeit wöchentlich um rund 20 Millionen Euro auf. Rund zwei Drittel davon fließen in die Tagesanleihe, in der insgesamt zwei Milliarden Euro stecken. Dabei bringt sie nur 0,7 Prozent Zins, und ihr Zinssatz kann sich jeden Tag ändern. Wer mehr Planungssicherheit will und eine Bundesanleihe mit zwei Jahren Laufzeit kauft, wird mit nur 0,4 Prozent Rendite entlohnt.

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Bei aktuell 2,3 Prozent Inflation können Sparer so nicht einmal den Wert ihres Vermögens erhalten. In unsicheren Zeiten wie diesen geht ihnen Sicherheit vor Rendite – zu Recht. Aber gibt es keine sicheren Geldparkplätze, die mehr Rendite abwerfen?

Es gibt sie. Wer besonders sicher anlegen will, kann auf Anleihen staatlicher und staatsnaher Emittenten ausweichen, etwa der Bundesländer oder staatlicher Förderbanken (siehe Tabelle auf der nächsten Seite). Flexibler bleiben Sparer mit Tages- und Festgeld. Banken mit deutscher Einlagensicherung bieten dabei ebenfalls hohe Sicherheit. Wer zumindest etwas Risiko in Kauf nehmen kann, kauft Unternehmensanleihen und vermeidet nach Abzug der Inflation zumindest Wertverluste.

Unternehmensanleihen stabil

Umlaufrendite von Bundesanleihen, Kursentwicklung von Unternehmensanleihen

Umlaufrendite von Bundesanleihen, Kursentwicklung von Unternehmensanleihen

Während Verluste bei deutschen Aktien von 20 Prozent den August über tiefe Schneisen in Anlegerdepots schlugen, machte sich der allgemeine Finanzcrash bei Unternehmensanleihen so gut wie nicht bemerkbar. Euro-Papiere von Industrieunternehmen, die von Ratingagenturen als solide und sicher bewertet sind (Anleihen mit sogenanntem Investmentgrade), verloren nur ein gutes Prozent. Ohnehin stecken Zinsjäger, die in Unternehmensanleihen investieren, kurzfristige Kursschwankungen leicht weg: Sie setzen ja vor allem auf die feste Zahlung des jährlichen Zinses und am Ende der Laufzeit auf die Rückzahlung des Papiers zum Nennwert, zu 100 Prozent.

Anleihen werden von den Unternehmen zwar ebenso wie Aktien in Euro ausgegeben, sie notieren an der Börse aber in Prozent. Zur Erstausgabe eines Papiers (Emission) liegt der Kurs regelmäßig bei 100 Prozent. Für ein Papier im Nennwert von 1000 Euro bezahlen Anleger bei einem Kurs von 100 Prozent also genau diese 1000 Euro. Im Laufe eines Jahres, zwischen den Terminen der Zinszahlung (Zinstermine), zahlen Investoren jedoch auch bei einem unterstellten Kurs von weiterhin 100 Prozent mehr als 1000 Euro.

Der Grund: Sie kassieren am nächsten Zinstermin den vollen Zins für ein Jahr. Dem Verkäufer müssen sie deshalb den Zins abgelten, der diesem für seine Haltezeit zwischen den Zinsterminen zusteht (sogenannter Stückzins). Wenn zum Beispiel ein Anleger eine Anleihe, für die ein Zins am 1. April in Höhe von fünf Prozent gezahlt wird, am 1. Oktober erwirbt, zahlt er dem Verkäufer nicht nur die 1000 Euro Nominalwert, sondern auch noch 25 Euro an Zinserstattung (50 Prozent von 50 Euro jährlichem Zins).

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