Geldanlage: Immobilienfonds-Branche hofft auf Marktbelebung

Geldanlage: Immobilienfonds-Branche hofft auf Marktbelebung

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Dunkle Wolken über den Hochhäusern in Frankfurt am Main

von Heike Schwerdtfeger

Offene Immobilienfonds verkaufen wieder mehr Objekte, aber ihre Liquiditätssorgen lindert das mitunter nur kurzfristig.

Wenn lässig gekleidete Herren aus teuren Autos aussteigen und Immobilien fotografieren, sind das nicht die zahlungskräftigen Investoren auf Beutezug, sondern vielmehr  Immobiliensachverständige auf Visite. Sie besichtigen einmal jährlich jede Immobilie eines offenen Immobilenfonds und geben ihr Urteil ab. Und vielfach fällt ihr Urteil bei Frankfurter Bürobauten derzeit so aus, wie bei einem acht Jahre alten Bürohaus in guter Innenstadtlage: Der Sachverständige wertet es ab. Ein jetziger Mieter ist vor acht Jahren eingezogen und zahlt noch den damals üblichen Satz zwischen 25 und 30 Euro pro Quadratmeter. Wenn der Vertrag in zwei Jahren ausläuft, kann sich der Mieter in Frankfurt zu Preisen unter 20 Euro auch in guten Lagen neue Räume aus einem Riesenangebot suchen. Der Sachverständige erwartet also nicht, dass der Eigentümer der Immobilie, ein Immobilien-Spezialfonds, künftig noch so gut mit dem Schmuckstück verdienen wird.

Luft durch Immobilienverkäufe

Abwertungen und Liquiditätsnöte plagen derzeit viele Anleger offener Immobilienfonds. Mancher Anbieter versucht sich mit dem Verkauf von Immobilien Luft zu verschaffen. Aber das hilft mitunter nur kurzfristig. Am 4. Februar 2010 konnte der TMW Immobilien Weltfonds den Verkauf einer Immobilie im Schweizer Pfäffikon bekanntgeben. Durch einen Verkaufserlös von 59 Millionen Schweizer Franken (40 Millionen Euro) hat sich dann die Liquiditätssituation des Fonds nur kurz gebessert. Schon am 9. Februar musste der Fonds die Rücknahme von Anteilscheinen verkaufswilliger Anleger wieder einstellen, weil die flüssigen Mittel knapp wurden. Auch die zuvor schon durch Verkäufe in Vormonaten erlösten 146 Millionen Euro waren schnell verbraucht, weil sie an flüchtende Anleger ausgezahlt wurden.

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Immerhin konnten die offenen Immobilienfonds im Jahr 2009 und damit in einem schwierigen Marktumfeld 91 Gebäude und Grundstücke verkaufen, so eine aktuell veröffentlichte Auswertung des deutschen Fondsverbandes BVI. Der Gesamtbestand der von den Fonds gehaltenen Liegenschaften reduzierte sich damit auf 1522. Im Jahr 2008 waren 14 Objekte weniger verkauft worden. Für den Branchenverband ist das ein Beleg dafür, dass es auf dem Markt für Gewerbeimmobilien wieder etwas lebhafter wird.

Verkauf im eigenen Haus

Verkäufe im großen Stil plant auch der offene Immobilienfonds Hansaimmobilia von Hansainvest. Zehn Immobilien sollen verkauft werden und das Haus will damit 230 Millionen Euro erlösen. Bei einem Fondsvolumen von nur 450 Millionen Euro ist das ein gewaltiger Batzen und die Aktion wirkt wie ein Befreiungsschlag. Der Fonds rangiert im Dreijahres- und Fünfjahresvergleich mit einer jährlichen durchschnittlichen Rendite von 2,7 und 2,9 Prozent im hinteren Feld. Der Fondsanbieter erwartete, dass er durch die Verkäufe die Rendite auf drei Prozent erhöhen kann. Bisher wurde nur ein Gebäude verkauft und den Käufer hat Hansainvest leicht gefunden – es ist ein Spezialfonds des eigenen Hauses, in den Großanleger investieren. Auf dem freien Markt wird die Suche nach Käufern sicherlich nicht so einfach.

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