Geldanlage in Sachwerte: Oldtimer als gute Wertanlage - Seite 4

Geldanlage in Sachwerte: Oldtimer als gute Wertanlage

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Grafik: Wertentwicklung von Oldtimern
Grafik: Wertentwicklung von Oldtimern

Der Grund ist mathematisch banal: „Im Durchschnitt erreichen Oldtimer langfristigen Marktstudien zufolge eine jährliche Wertsteigerung von rund zehn Prozent“, sagt Frank Wilke vom führenden Marktbeobachter Classic-Data. „Man muss kein Investmentbanker sein, um sich auszurechnen, dass ein Mercedes 300 SL, der im letzten Jahr von 400.000 auf 440.000 Euro im Wert stieg, selbst relativ saftige Werkstattkosten viel leichter einspielt als ein Ford Capri für 5000 Euro.“ Der Dorfplayboy-Ford legt im Schnitt zwar auch seine zehn Prozent zu, doch allein die Inspektion kostet fast die ganze Wertsteigerung von 500 Euro; kommt noch ein teures Ersatzteil dazu, ist die schöne Rechnung kaputt.

Kayser hat einen weiteren Tipp, um das Risiko teurer Reparaturen zu minimieren. „Halten Sie sich an Technik, die bereits zur Markteinführung ausgereift war; die frühere Avantgarde ist heute sehr fehleranfällig, schwer zu reparieren und benötigt teure Experten und seltene Teile.“ Weltweit stehen laut Autohistoriker Kayser nur vier Hersteller im tadellosen Ruf, ihren Kunden bis weit in die Siebzigerjahre hinein überwiegend ausgereifte, bewährte und wenig komplexe Technik verkauft zu haben: Volvo, VW, Mercedes und Peugeot. „Diese Autos haben in der Regel eine einfache Technik, sind auf Zuverlässigkeit hin konstruiert und sehr einfach zu reparieren.“

Technische Pioniere sind heute fehleranfällig

Andere Hersteller, etwa Porsche, Saab oder Citroën, wollten dagegen technische Pioniere sein. „Das Problem an der State-of-the-Art-Technik der Sechziger- und Siebzigerjahre ist, dass sie heute 40 Jahre alt ist. Und entsprechend fehleranfällig“, sagt Wilke. Weniger zuverlässig, aber dennoch lukrativ sind historische britische Sportwagen, vor allem die Baujahre 1949 bis 1979. Es gibt auf der Insel nicht nur ungewöhnlich viele Oldtimer-Enthusiasten, sondern auch eine florierende Szene von Spezialbetrieben, die sich auf den Nachbau von Teilen für Marken wie MG, Triumph oder Austin spezialisiert haben und diese zu fairen Preisen anbieten. Hinzu kommt: Durch das gegenüber dem Euro stark im Wert gefallene britische Pfund können Festlandeuropäer dort inzwischen richtige Schnäppchen machen.

Supercars von der Insel

Alles andere als ein Schnäppchen sind dagegen sogenannte Supercars von der Insel, die mit besonders illustrer Technik aufwarten. Wie der McLaren F1, der mit 377 Stundenkilometern Spitze noch heute jeden Porsche, Ferrari oder Lamborghini abledert und nur 100-mal gebaut wurde. „Auch, wenn Sie es nie fahren, muss so ein Auto einmal im Jahr zum Service“, sagt Klassiker-Experte Kidston, „dafür müssen Sie bis zu 40.000 Euro veranschlagen.“

Ein schlechter Kauf war der F1 für seine heutigen Besitzer trotzdem nicht. „Ich habe 1998 einen für 350.000 Pfund verkauft. Das gleiche Auto brachte vor Kurzem auf einer Auktion 4,5 Millionen Dollar“, erzählt Kidston. Da dürften sich Ex-VW-Chef Bernd Pischetsrieder und der britische Star-Komiker Rowan Atkinson („Mr. Bean“) denn doch ein wenig ärgern, dass sie ihre F1 zu Schrott gefahren haben.

21 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 11.10.2011, 15:03 UhrAnonymer Benutzer: Argh

    WUUUUUAAAAAAHHHH

  • 31.05.2010, 14:19 UhrAnonymer Benutzer: Motorräder

    Nicht zu vergessen alte Motorräder. Denk mal dran, Zündapp ging 1984 konkurs. Ein solcher Oldtimer hat tatsächlich eine völlig andere Struktur als eine Aktie, bond oder ähnliches. ich befürchte allerdiings, dass viele "Liebhaber" es mit Rosa brille sehen.
    +Angebot absolut begrenzt, tendiert langfristig sogar tiefer
    +Hast was was nicht jeder hat
    +Kannst es auch vermieten, also eigentlich "zusätzliche Optionen"
    +grundsätzlich als sachwert ok bei steigender inflationserwartung (momentan vorerst noch eher Deflation)
    -Völlig illiquid
    -Modetrends auch hier
    -Fahrzeuge betriebsfähig zu halten ist teuer bis sehr teuer!
    -Preise können auch fallen!
    Fazit: Eine wahrscheinlich wenig korrelierte Anlageklasse aber ich würde es mir trotzdem anschauen. Es gibt sozusagen eine Spassrendite für Liebhaber!

  • 23.05.2010, 07:53 UhrAnonymer Benutzer: Susanne Giebler

    Hallo,
    sicher sind einige Oldtimer eine gute Wertanlage aber es kommt sehr auf den Zustand des Oldtimers an. Der Zustand ist relevanter als die Marke was den Wert der Fahrzeuge betrifft. Über den Wert von verschiedenen Oldtimer und Youngtimer Autos kann man sich gut auf http://www.kfz-wert.info informieren.

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