Geldanlage in Sachwerte: Oldtimer als gute Wertanlage

Geldanlage in Sachwerte: Oldtimer als gute Wertanlage

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Mercedes 300 SL: Nur 1400-mal lief das Auto 1954-57 vom Band, heute ist es um um 385.000 Euro wert

Ungeachtet der Wirtschaftskrise klettern die Preise für Oldtimer unaufhörlich. Viele der klassischen Autos sind nicht nur schön, sondern auch eine gute Wertanlage.

Jedes Mal, wenn ich in der Zeitung oder im Internet mein altes Auto sehe, ärgere ich mich schwarz“, sagt Martin Dannerbauer. Im Frühjahr 2007 war der Ingenieur aus Bayern die häufigen Werkstattbesuche seines Saab 900 von 1989 leid. Er kaufte einen Neuwagen und gab den Design-Klassiker für 800 Euro in Zahlung. Nun hadert er kräftig mit der vorschnellen Trennung: Nur zwei Jahre später ist ein 900 von 1993 oder älter selbst in mäßigem Zustand kaum noch für unter 6000 Euro zu haben.

„Da hat er leider ein Auto fast verschenkt, das derzeit in der Szene als einer der heißesten Tipps gilt“, sagt Roland Kayser, Oldtimer-Händler und Dozent für Geschichte des Automobils an der Berliner Hochschule für Technik und Wissenschaft (HTW). Der Saab 900 ist eines der wenigen Noch-Alltags-Autos, die das Zeug zum potenziellen Klassiker haben.

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Mit Klassikstatus steigt Wert

Ist der Klassikerstatus erst erreicht, steigt der Wert der Autos oft schnell und lang anhaltend. „Gefragte Modelle verzeichnen eine durchschnittliche Preissteigerung von etwa zehn Prozent pro Jahr; bei einigen Spitzenmodellen sind es bis zu 35 Prozent“, sagt Ernst Pilger, Oldtimer-Spezialist aus Rosenheim, der als Gutachter für das noble Salzburger Auktionshaus Dorotheum klassische Autos unter die Lupe nimmt und bewertet.

Vollkommen unbeeindruckt von der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise klettert der Preis der meisten Autoklassiker von Jahr zu Jahr. So war ein Mercedes 300 SL – der berühmte Flügeltürer aus den Fünfziger-jahren – noch vor zehn Jahren für rund 190.000 Euro zu haben; heute kostet er mindestens 350.000 Euro. Autohistoriker Kayser berichtet von einer Auktion im vergangenen Herbst in Paris, auf der ein Citroën DS Cabrio von 1965 für 338.000 Euro den Besitzer wechselte. „Vor vier Jahren bekam man den mit etwas Glück noch für rund 60.000 Euro“, sagt der Berliner.

In 20 Jahren mehr als vervielfacht

Ein Porsche Carrera 2.7 RS aus dem Jahr 1973 kostete 2007 durchschnittlich 95.000 Euro; 2008 waren es bereits 155.000 Euro, und dieses Jahr ist die Viertelmillion voll. Manche Fahrzeuge, wie der Ferrari 250 GTO, haben in 20 Jahren den Sprung vom ein paar Zehntausend D-Mark teuren Gebrauchten zum Multi-Millionen-Euro-Objekt geschafft. Ähnlich extreme Kaliber, wie der Lancia Stratos HF, von dem die letzten Neuwagen in Deutschland Ende der Siebziger für weniger als 15.000 D-Mark den Besitzer wechselten, notieren heute über 100.000 Euro, die raren Rennexemplare beim Vier- oder Fünffachen.

Damit unterscheiden sich Oldtimer eklatant von anderen Luxusgütern. Während die Preise für teure Uhren, Diamanten und bildende Kunst infolge der Finanzkrise in den vergangenen Monaten um bis zu 50 Prozent eingebrochen sind, ist so gut wie kein Autoklassiker im Wert gefallen. Im Gegenteil: Die meisten werden stetig teurer. Aber ein Auto als Wertanlage – kann das gut gehen? Volker Kuhn, Vorstand der Stuttgarter Südwestbank, ist von der grundsätzlichen Eignung der Autos als Anlageobjekt überzeugt: „Nur, wenn Sie einen Oldtimer bei der Bank als Sicherheit für einen Kredit einsetzen wollen, müssen Sie höhere Abschläge auf den wahren Wert hinnehmen als zum Beispiel bei einer Immobilie“, sagt der Bankvorstand, „aber als Wertanlage spricht aus Sicht des Bankers nichts gegen einen Autoklassiker.“

Autoklassiker halten ihren Wert

Im Gegenteil: Für Sachanlagen – und eine solche ist ein teures Auto – spricht in den kommenden Jahren sogar recht viel. Kuhn rechnet in zwei bis drei Jahren "durchaus wieder mit Inflationsraten von fünf Prozent oder mehr". In der letzten Hochinflationsphase in den Siebzigern entwickelten sich die damaligen Oldtimerpreise sehr positiv.

„Zurzeit gewinnt das Thema Sachanlagen als Inflationsschutz bei fast allen Wohlhabenden wegen der stark steigenden Staatsverschuldung enorm an Bedeutung“, bestätigt Joachim Paul Schäfer aus Meerbusch bei Düsseldorf, einer der dienstältesten Vermögensverwalter Deutschlands, der reiche Kunden mit einem liquiden Vermögen ab etwa zwei Millionen Euro berät. Für einen Oldtimer als Wertanlage gälten wohl „dieselben Grundvoraussetzungen wie für andere Sachwerte – seien es Edelmetalle oder Häuser: Ein tendenziell knapper werdendes Angebot sollte auf anhaltend hohe Nachfrage treffen.“

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