Geldanlage: Mit Zinspapieren vom Wasserboom profitieren

Geldanlage: Mit Zinspapieren vom Wasserboom profitieren

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Arbeiten am Londonder Wassernetz: Infrastrukturspezialisten verdienen an teurer Sanierung

Anleger können vom weltweiten Wasserboom profitieren, sollten aber zurzeit Aktien meiden und lieber in Zinspapiere investieren.

Dreister Betrug: Der indonesische Erfinder Joko Suprapto hat seiner Regierung weisgemacht, er könne einen umweltfreundlichen Treibstoff aus Wasser herstellen. Das vollmundige Versprechen von Suprapto erwies sich als Märchen. Wissenschaftler entlarvten das neuartige Benzin als handelsüblichen Diesel.

Auch wenn Wasserstoff auf absehbare Zeit nicht das Problem der Ölknappheit lösen wird, so hat sich rund ums Wasser eine profitable Industrie aufgebaut. Derzeit setzt die Wasserbranche, bestehend aus privaten Wasserversorgern und Wassertechnikunternehmen, weltweit etwa 400 Milliarden Euro um. Der Schweizer Vermögensverwalter SAM schätzt, dass der Umsatz der Branche bis 2016 um durchschnittlich sechs Prozent pro Jahr wachsen wird.

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Anders als noch vor wenigen Jahren können Anleger inzwischen mit einer Vielzahl Einzelaktien, Fonds und Zertifikaten vom Boom der Wasserbranche profitieren. Für die neue Vielfalt an Anlagemöglichkeiten gibt es zwei Gründe: Die 1989 in Großbritannien gestartete Privatisierung der Wasserversorgung mit Unternehmen wie Thames Water oder Yorkshire Water setzte sich in den vergangenen Jahren europaweit fort. „Mittlerweile versorgen private Anbieter weltweit 570 Millionen Menschen mit Trinkwasser und klären für 400 Millionen die Abwässer“, sagt Daniel Wild, Aktienanalyst bei SAM.

Der zweite Impuls ging von Wassertechnikunternehmen aus, die in den vergangenen 15 Jahren so stark gewachsen sind, dass sie sich immer häufiger frisches Kapital über einen Börsengang besorgten: 1992 die österreichische BWT, 1999 die schweizerische Geberit und 2000 die deutsche Techem.

Wasserindex liegt in diesem Jahr bei minus 19,5 Prozent

Beide Trends machten für die Anbieter von Wasserinvestments den Weg frei, und die lieferten gleich ein ganzes Bündel an Verkaufsargumenten: der Klimawandel, der Regionen austrocknen lässt, der Boom in Asien, der nach mehr Wasser für Industrie und Haushalte verlangt, oder die marode Infrastruktur in Europa, die milliardenschwere Investitionen erfordert.

An der Börse zündeten die Argumente aber nur vorübergehend: In den vergangenen drei Jahren legte der World Water Index um durchschnittlich 4,8 Prozent pro Jahr zu, während der MSCI World mit 10,5 Prozent jährlich ins Minus rutschte (in Euro gerechnet). In diesem Jahr ging dem Wasserindex mit minus 19,5 Prozent gegenüber minus 21,4 Prozent am Gesamtmarkt allerdings ebenfalls die Puste aus.

Die Kursfantasien wachsen nicht mehr in den Himmel. „Obwohl die Schwellenländer einen großen Nachholbedarf an Wasserinfrastruktur haben, fehlt es in einigen Märkten wie beispielsweise Indien an Investitionen, weil der Wasserpreis staatlich reguliert ist. Fallen die Schranken, dann werden vor allem europäische und amerikanische Unternehmen profitieren“, sagt Benjamin Sauveur, Produktspezialist bei Pictet Funds Deutschland. Derzeit fehle es in vielen Emerging Markets noch an heimischen Wettbewerbern, die Großprojekte stemmen könnten.

„Dass Wasserversorger in diesem Jahr auch in den Industrieländern auf Probleme stoßen, liegt daran, dass die Banken für teure Investitionen in die Wasserinfrastruktur wegen der Finanzkrise seltener Kredite vergeben“, sagt Pictet-Manager Sauveur. Der finanzielle Engpass werde sich wahrscheinlich erst von 2009 an auflösen.

Aktienanalyst Wild glaubt dennoch, dass die Finanzkrise nur eine kleine Delle im positiven Wassertrend hinterlässt: „Schließlich investieren Unternehmen und öffentliche Hand weltweit 65 Milliarden Dollar pro Jahr, um die Wasserversorgung instand zu halten, und weitere 75 Milliarden Dollar jährlich in Kläranlagen.“ So habe beispielsweise die Stadt London den Versorger Thames Water gezwungen, 1800 Kilometer Wasserleitungen zu sanieren.

Derzeit gehen die langfristig guten Perspektiven für Wasserunternehmen aber im Negativtrend für den gesamten Aktienmarkt unter. Wie weit die Kurse noch fallen werden, lässt sich schwer abschätzen. Selbst Fonds, die mit einer Vielzahl von Wasseraktien das Anlagerisiko streuen, sind daher momentan keine Alternative.

Wer nicht auf günstigere Einstiegskurse am Aktienmarkt warten will, dem bleiben attraktiv verzinste Anleihen von Unternehmen aus der Wasserbranche: Krisenfeste Versorger aus Frankreich wie Veolia oder Suez bieten für 5 beziehungsweise 15 Jahre Laufzeit 5,71 und 5,79 Rendite pro Jahr. Risikofreudigere Anleger können mit der Anleihe des österreichischen Wassertechnikanbieters Andritz immerhin 6,05 Prozent Rendite pro Jahr einstreichen (Laufzeit: fünf Jahre).

Pluspunkt: Wer noch in diesem Jahr kauft, kann Kursgewinne am Ende der Laufzeit steuerfrei kassieren.

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