Geldanlage-Profis: Der Weg zum richtigen Vermögensverwalter

Geldanlage-Profis: Der Weg zum richtigen Vermögensverwalter

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Falsch beraten? Bei der Auswahl des richtigen Vermögensverwalters gibt es einige Regeln zu beachten

Das Angebot an Vermögensverwaltern ist riesig - deshalb fällt es Anlegern schwer den Überblick zu behalten. Dabei gibt es einige Regeln zu beachten. Eine Checkliste.

"Die Bank gewinnt immer." Das gilt erst recht für die Verwaltung großer Privatvermögen. Sie ist für die Geldhäuser ein lukratives und risikoloses Geschäft. Denn noch immer verlangen die meisten Vermögensverwalter Jahr für Jahr ein Bestandshonorar, meist zwischen 0,5 und 2,5 Prozent des ihnen anvertrauten Geldes. Nur allmählich setzen sich streng erfolgsorientierte Gebührenmodelle durch. Umso ärgerlicher ist es, wenn der Verwalter das Vermögen um 30 Prozent oder mehr rasiert – was 2008 leider oft passiert ist. Es gibt viel Geld zu verteilen: Trotz herber Verluste in der Krise ist der Markt für die Verwaltung privater Vermögen in Deutschland noch gut 4,8 Billionen Euro schwer. Viele Enttäuschte kündigen nun ihre oft viele Jahre alten Bankmandate und suchen anderswo Rat.

Doch die Wahl ist schwierig. Die Großbanken wuchern mit ihrem Know-how und globaler Ausrichtung, noble alte Privatbanken in Genf und Zürich pochen darauf, seit Jahrhunderten nichts anderes zu machen, noch nie Investmentbanking oder Immobilienfinanzierung betrieben zu haben (was oft stimmt), bankenunabhängige Verwalter werfen den Geldhäusern pauschal Interessenkonflikte vor, weil diese bevorzugt die hauseigenen Fonds in die Depots der Kunden drückten (was fast immer stimmt).

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Kriterien für die Wahl des Asset-Managers

Wie also den Überblick behalten? Die Ergebnisse der Vermögensverwalter-Rankings von Firstfive zeigen, dass einfache Kriterien wie "unabhängig", "groß" oder "traditionsreich", nicht ausreichen. Gute Leistungen gibt es sowohl in Banken wie bei Unabhängigen. Anders als bei Fonds lassen sich die Leistungen in der individuellen Geldanlage schlecht anhand nackter Zahlen vergleichen. Der eine Verwalter investiert für seine konservativen Kunden fast ausschließlich in Cash und Festverzinsliche, ein anderer hat den klaren Auftrag, mit einem aktienlastigen Depot hohe Renditen einzufahren. Firstfive hat daher die rund 300 Depots im Test in vier Risikoklassen eingeteilt. "Es ist klar, dass Anleger sich zunächst über ihre eigene Risikofähigkeit klarwerden müssen, bevor ernsthaft einzelne Adressen geprüft werden können", sagt Rainer Konrad, Leiter der Asset-Management-Akademie in Sankt Gallen.

Konrad simuliert in Seminaren für Privatanleger, wie einzelne Depots mit 10, 20, 30 oder auch 70 Prozent Aktienanteil in den vergangenen Jahren abgeschnitten hätten. "Dabei stellt sich fast immer heraus, dass sich die meisten Menschen für viel risikofreudiger halten, als sie es tatsächlich sind", so der Schweizer, "mehr als 20 Prozent zwischenzeitlichen Verlust verträgt fast kein reicher Anleger, da können die Gewinnchancen noch so hoch sein."

Einige Richtlinien gelten allgemein, unabhängig davon, ob ein Anleger Sicherheit oder Rendite bevorzugt: 

Schrittweise beauftragen.

"Große Vermögen sollten in zwei, besser drei Teilmandate zerlegt werden", rät Firstfive-Vorstand Jürgen Lampe, "denn häufig stellt sich heraus, dass ein Verwalter ganz anders arbeitet, als er sich vor Vergabe des Mandats präsentiert hat." Ein anderer kann positiv überraschen. Nach ein, zwei Jahren kann man entsprechend umschichten. Viele erfolgreiche Verwalter bieten mittlerweile auch Mischfonds an, in die Anleger auch kleinere Summen investieren können.Echte Performance zeigen lassen. Viele Banken und Verwalter arbeiten mit schönen Broschüren und fiktiven Charts (sogenannten Backtests), die zeigen sollen, wie sich das Depot in den vergangenen Jahren verhalten hätte, wäre man denn schon Kunde dieser tollen Bank gewesen. Natürlich sind diese Musterdepots aus Wertpapieren zusammengesetzt, die überdurchschnittlich gut waren. Fast immer sieht die Wahrheit in einem großen Teil der echten Kundendepots ganz anders aus. "Bestehen Sie darauf, solche echten Depots zu sehen", rät Konrad, "auf Einwände wie Diskretion und Bankgeheimnis sollten Sie nicht viel geben. Delikate Daten, etwa Namen, kann die Bank schwärzen." Außerdem sehen Sie so auf den ersten Blick, ob die Bank viele hauseigene Produkte in die Depots presst.Hintertür offen lassen. Lassen Sie sich keinesfalls schon im ersten Beratungsgespräch zur Unterschrift eines Mandatsvertrags drängen. "Ein Berater, der das versucht, hat sich eigentlich schon disqualifiziert", meint Konrad. Trotzdem kommt es vor. Halten Sie so viel wie möglich schriftlich fest, besonders alles, was die Themen Gebühren und Risikoklassen betrifft. Nehmen Sie eine zweite Person als Zeugen mit und lassen Sie sich ein Protokoll des Gesprächs zustellen.

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