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Geldanlage-Profis: Die besten Vermögensverwalter 2008

von Stefan Hajek

2008 war das schlimmste Börsenjahr seit 1931. Viele Banken und Vermögensverwalter verloren mehr als die Hälfte ihrer Kundengelder. Doch eine kleine Elite macht nach wie vor Gewinn. Wer die besten Geldmanager Deutschlands sind, warum ihre Prinzipien in der Krise so wertvoll sind – und was alle Anleger von ihnen lernen könnten.

Alexander Seibold von Dr. Seibold Capital Quelle: Simon Koy für WirtschaftsWoche
Alexander Seibold von Dr. Seibold Capital machte als Vermögensverwalter im Jahr 2008 beachtlichen Gewinn Quelle: Simon Koy für WirtschaftsWoche

In den USA häufen sich zurzeit mysteriöse Vermissten-Fälle. Arthur Nadel ist verschwunden – und mit ihm die 350 Millionen Dollar, die Anleger dem 76-jährigen Investmentprofi anvertraut hatten. Ebenso Samuel Israel: Den Jeep des Geldmanagers fand die Polizei am Ufer des Hudson River, an einer Stelle, die bei Selbstmördern beliebt ist. Noch spektakulärer inszenierte Berufskollege Marcus Schrenker seinen Abgang: Über Alabama ließ er seine Piper abstürzen, hinterließ einen Abschiedsbrief und rettete sich mit dem Fallschirm. Er habe Kunden nicht mehr in die Augen sehen können und "ein neues Leben abseits der Wall Street" beginnen wollen, gestand er später der Polizei.

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Nadel, Israel, Schrenker – alle drei hatten als Vermögensverwalter das Geld ihrer Kunden durchgebracht, verzockt in der Finanzkrise, mit Bankanleihen, Aktien, Hedgefonds und Beteiligungsmodellen. Die um ihr Geld gebrachten Mandanten sollten sie tot wähnen; so wollten sie Schadensersatzklagen elegant aus dem Weg gehen.

Viele Asset-Manager mit zweistelligen Verlustraten

Den eigenen Freitod vortäuschen, um der zürnenden Kundschaft zu entrinnen – so weit dürften Banker und Vermögensverwalter hierzulande nicht gehen. Aber unter den Teppich kriechen, wenn der Kunde dieser Tage zum Rapport kommt, das würden einige ganz gerne. Viele haben für 2008 hohe zweistellige Verluste zu beichten. Das geht aus der aktuellen Depot-Auswertung der Analysegesellschaft Firstfive hervor, die die WirtschaftsWoche exklusiv vorstellt. Firstfive ermittelt die Renditen von 308 Depots wohlhabender Kunden, die diese bei über 80 Banken und Vermögensverwaltungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz führen. Die Depots sind zwischen 165.000 und 50 Millionen Euro schwer. Anders als viele ähnliche Ranglisten arbeitet Firstfive weder mit Musterdepots, in denen die Banker fiktive Aktienkäufe mit Spielgeld tätigen, noch mit weichen Kriterien wie "Freundlichkeit des Empfangs" oder "Wartezeit am Telefon". Einzig die tatsächliche Rendite des Depots mit dem echten Geld der Kunden zählt. So ist seit 2001 eine europaweit einzigartige Datenbank entstanden. "Die Banken melden ein Kundendepot zur Teilnahme an", erklärt Firstfive-Vorstand Jürgen Lampe, "und übermitteln uns ein Jahr lang alle Käufe und Verkäufe, die in dem Depot getätigt werden."

Firstfive teilt die Verwalter in vier Risikoklassen ein: von konservativen Managern, deren oberste Aufgabe Verlustvermeidung ist, bis zu aggressiven Aktienspezialisten, die in guten Jahren schon mal 60 Prozent mehr aus dem Geld ihrer Kunden machten.

2008 können die Kunden von solchen Renditen nur träumen; die Ergebnisse sind teilweise erschütternd: Eine im Ranking geführte Bank etwa verlor 60 Prozent des Vermögens eines reichen Privatkunden. Die fünf schwächsten Asset-Manager im Ranking vergeigten im Schnitt immerhin noch 47 Prozent der ihnen anvertrauten Kundengelder. Über alle Risikoklassen hinweg lieferten die Vermögensverwalter 2008 im Schnitt 19 Prozent Verlust bei ihren Kunden ab.

Immerhin: Damit verloren sie weit weniger als fast alle Fondsmanager. Laut Marktbeobachter Feri büßten die 529 weltweit populärsten Fonds 2008 im Durchschnitt 40 Prozent ein. Selbst die Vorbilder der Branche mussten bluten. So verlor Berkshire Hathaway, das Investment-Vehikel von Altstar Warren Buffett, fast 32 Prozent an Wert und verzeichnete damit das schwächste Jahr seit 1976.

Verluste sind nicht zwangsläufig

Womöglich pilgern renditehungrige Reiche in ein paar Jahren nicht mehr zu Buffett nach Omaha, sondern nach Gmund am Tegernsee. Dort bewies ein kleiner, unabhängiger Verwalter, dass sogar in einem Horrorjahr wie 2008, dem schlimmsten an der Börse seit 1931, Verluste nicht zwangsläufig sind. Nur sechs der 80 teilnehmenden Vermögensverwalter machten 2008 nach Kosten und Steuern ein Plus. Der Beste war Alexander Seibold aus Gmund. In einem 350 Jahre alten Bauernhaus managt der 50-Jährige 300 Millionen Euro für reiche Privatkunden und einige Versicherungen und Stiftungen. Bevor Seibold sich 2002 wieder am heimischen Tegernsee niederließ, machte er die typische Karriere eines Investment-Bankers: Von 1986 an Händler für Anleihen, Aktien und Derivate bei der Deutschen Bank in Frankfurt, Paris und New York, dann Neuaufbau der Handelsabteilung der Bayerischen Vereinsbank (später HypoVereinsbank, heute UniCredit), danach leitete er die Abteilung Asset Management in Dublin. Zuletzt war Seibold bei der Fürst Fugger Bank verantwortlich für das Privatkundengeschäft.

Lesen Sie auf Seite 2, mit welcher Strategie Alexander Seibold die Konkurrenz auf die Plätze verwies.

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15 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 13.03.2009, 18:11 UhrAnonymer Benutzer: Newfreak

    bester Vermögensverwalter? iCH!
    Um breit gestreut in Aktien zu investieren benötige ich keine teueren Vermögensverwalter. Meine Aktienfonds halte ich in einem Fondsdepot, welches ich kostengünstig über einen Fondsshop abwickle.
    Die Fondsshops mit den besten Konditionen im Vergleich:
    www.fondsshop-vergleich.de

  • 11.02.2009, 12:32 UhrAnonymer Benutzer: MCG

    in den letzten 10 Jahren habe ich mit einigen grossen und kleineren Verwaltern zusammengearbeitet. Mit weitem Abstand der schlechteste war die UbS und die Db. aber auch der Rest der sogenannten Topverwalter hat sich nicht mit Sahne bekleckert. Nur in guten Jahren wurde ein immer unter dem Dax liegendes Ergebnis realisiert. Aber warum soll ich dann überhaupt einen Verwalter beschäftigen? in schlechten Zeiten bringt er nichts oder Verlust. Mit einem Zertfikat auf den Dax ist mann da immer noch besser plaziert. Die Controller und Verwalter alle in den gleichen Sack werfen. bringen nichts, kosten viel besser selbst sich um sein Geld kümmern oder immobilien kaufen. Ausser schöne Anzüge und arrogantes Geschwafele bringen die alle keine Wertsteigerungen.

  • 10.02.2009, 23:03 UhrAnonymer Benutzer: Autor (stefan.hajek@wiwo.de)

    Lieber "enttäuschter DJE Kunde".

    Es liegt uns fern, Kommentare zu zensieren. Allerdings gingen Sie in ihrem ursprünglichen Kommentar mit der Darstellung, die Wiwo und andere Medien seien von DJE "gekauft", etwa durch Anzeigen, die dieser dort schalte, weit über das Ziel hinaus. ich will hier gar nicht von Verleumdung sprechen, obwohl man das so sehen koennte.

    Aber diese ihre behauptung war nachweislich falsch.
    Sie verstehen, dass wir etwas Derartiges nicht unkommentiert stehen lassen konnten?

    Kritik ist willkommen und selbstverständlich erlaubt, aber bitte bleiben Sie bei den Fakten.

    Diese sind (und können von uns jederzeit offengelegt werden):

    Die Auswahl der von mir portraitierten Verwalter basiert AUSSCHLiESSLiCH und allein auf der Performance, die diese mit echten Kundendepots 2008 sowie, im Langfristvergleich, 1.1.2004 bis 31.12.2008 erbracht haben. ich nehme die Siegerdepots von der Analysfirma firstfive AG so, wie sie kommen, und treffe keine weitere Auswahl, weder durch Ausschluss, noch durch Hinzufügen anderer banken oder Verwalter. Das Ergebnis gefällt naturgemäß nicht jedem.
    ich kann sogar ihren Ärger nachvollziehen, wenn Sie als Kunde eine schlechtere Performance hatten, als die Depots anderer DJE-Kunden, mit denen Jens Ehrhardt den 1. Platz in einer der 4 Risikoklassen belegte. Aber bitte unterstellen Sie uns nicht postwendend und in rufschädigender Weise, die Darstellungen seien Getürkt. Die Abweichung kann verschiedenste Gründe haben. ich würde mich gerne auf einer sachlicheren Ebene mit ihnen darüber unterhalten, meine Mail-Adresse haben sie ja.

    beste Grüße
    Stefan Hajek

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