Geldanlage: Rettungsplan für Griechenland macht Spekulanten reich

Geldanlage: Rettungsplan für Griechenland macht Spekulanten reich

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Bank von Griechenland in Athen

Sie haben auf eine Rettung Griechenlands durch die Europäische Union gewettet, jetzt werden Sie belohnt: Die Käufer von griechischen Staatsanleihen.

Viele Fondsmanager werden dem deutschen Finanzminister Wolfgang Schäuble heute sehr dankbar sein. Der Grund: Seit gestern bekannt wurde, dass Schäuble einen Rettungsplan für das hoch verschuldete Griechenland vorbereitet, beschleunigten Staatsanleihen aus Athen ihre Kursrally. Die zehnjährigen griechischen Anleihen stiegen erstmals seit vier Wochen wieder über die Marke von 100 Punkten, also über den bei Laufzeitende fälligen Nennwert.

Wie wiwo.de berichtete, haben viele Fondsgesellschaften in den vergangenen Wochen auf die Rettung Griechenlands vor dem Staatsbankrott spekuliert.

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Diese Wette geht bislang auf: Wer am 28. Januar die zehnjährige Griechen-Anleihe zum Kurs von 92 Punkten kaufte, kann sich über mehr als acht Prozent Kursgewinn in nur zwei Wochen freuen. Die Gewinne könntne noch steigen, falls die Anleihen ihr altes Kursniveau wieder erreichen: Noch im August 2009 wurden die Anleihen bei 112 Punkten gehandelt.

Wette auf die Rettung

Die Fondsgesellschaften, darunter Tochtergesellschaften europäischer Versicherer wie Generali oder Raiffeisen Capital Management, die Fondstochter der österreichischen Bank, setzten darauf, dass es sich die übrigen Euro-Staaten nicht erlauben können, Griechenland fallen zu lassen. Deshalb kauften sie die Anleihen, die mehr als sechs Prozent Rendite versprechen - und im Gegensatz zu Anleihen von Unternehmen mit vergleichbaren Renditen den Vorteil haben, dass Griechenland vermutlich gerettet wird, viele Unternehmen im Fall der Insolvenz aber nicht.

So zum Beispiel auch die britische Fondsgesellschaft Schroders: Man habe "in den vergangenen zwei Monaten Positionen bei griechischen Staatsanleihen aufgebaut und erhöht", teilte der Investor am Mittwoch mit. Die Begründung: Weder die EU noch irgendjemand sonst hat ein Interesse daran, Unruhe am Finanzmarkt zu stiften – und "die EU und der IWF haben die Möglichkeiten, Griechenland aus der Patsche zu helfen", so die Fondsmanager.

Die erwartete Rettung Griechenlands wird bereits vorbereitet. Finanzminister Schäuble und seine europäischen Kollegen helfen mit dem Rettungsplan aber nicht nur den Griechen. Sie machen damit auch Spekulanten reich, die auf die Rettung Griechenlands gewettet hatten. Und damit die Zwangslage von Politik und Steuerzahlern ausnutzen.

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