
Die richtige Zusammenstellung von Fonds ist neben günstigen Kosten entscheidend für den Erfolg einer Fondspolice. Mindestens einmal jährlich sollten Anleger die Fondsauswahl überprüfen. Im Fall des Kunden Michael Denart ist die Police sehr einseitig mit gleich zwei international anlegenden Aktienfonds desselben Fondsanbieters bestückt. Der DWS Akkumula und der DWS Vermögensbildungsfonds I werden zudem vom selben Fondsmanager betreut. Liegt er mit seiner Markteinschätzung falsch, floppen gleich beide Fonds. Denarts Versicherer, Zurich Deutscher Herold, bietet etwa auch den DJE Dividende & Substanz an. Dessen Manager darf auch Zinspapiere kaufen.
Fondsflops vermeiden
Ganz falsch liegt Denart mit den weltweit anlegenden Aktienfonds nicht, beide sind solide. Der Fondsmanager kann sich an vielen verschiedenen Märkten tummeln und dort vielversprechende Aktien suchen. Derartige Fonds eignen sich für Anleger, die zwischenzeitliche Verluste von 40 Prozent des eingesetzten Vermögens verkraften. Laufen europäische Aktien besser als amerikanische, ist der Experte dann im besten Fall mit einem Großteil des Fondsvermögens in Europa investiert. Aber Mischung und Timing gelingen nicht allen Geldverwaltern gleich gut.
Der beste globale Aktienfonds in den vergangenen zehn Jahren war mit einem jährlichen Plus von im Schnitt neun Prozent der Carmignac Investissement des französischen Fondshauses Carmignac Gestion, einer der schlechtesten der UniDynamicFonds Globarl von der Volksbanken-Fondsgesellschaft Union Investment, der 70 Prozent des damaligen Vermögens vernichtete. Um derartige Flops zu vermeiden, wählen Anleger erfolgreiche Mischfonds, in deren Portfolio Aktien und Anleihen stecken. Die bieten zwar nicht so hohe Renditechancen wie Aktienfonds, aber mehr Ruhe. Auswertungen der WirtschaftsWoche, Noten von Ratingagenturen wie Feri Euro Rating Services oder Morningstar können bei der Suche nach langfristig guten Fonds helfen.
Schon beim Kauf einer Police sollte der Anleger auf ein breites Fondsangebot achten und bei größeren Monatsraten die Einzahlung auf mehrere Fonds verteilen. Listen dazu schickt der Versicherer für den jeweils gewählten Tarif. Ist ein Fonds so schlecht, dass er aus dem Depot fliegen soll, kann der Anleger alle angesammelten Anteile verkaufen und das Geld in einen anderen Fonds umschichten. Die Versicherer bieten mindestens einen Fondswechsel im Jahr, ohne Verwaltungskosten zu kassieren. Einen Ausgabeaufschlag als Kaufgebühr verlangen sie nicht.
Honorar statt Provision
Auf eventuell erzielte Gewinne wird zudem keine Abgeltungsteuer fällig. „Hätte der Anleger den Fonds ohne den Ver-sicherungsmantel gekauft, müsste er den Zugewinn bei einem Verkauf und anschließender Neuanlage versteuern“, sagt Versicherungsberater Holger Ludolf. Wer noch keine Police besitzt, kann anstelle eines Bankers oder Versicherungsvertreters, die oft stark an Provisionen interessiert sind, einen Versicherungsberater um Rat fragen. Der kassiert zwar etwa 120 Euro in der Stunde, sucht Kunden dafür aber zum Beispiel eine abschlusskostenfreie Versicherung aus. Bis zu vier Prozent sparen Anleger so – bei 50 000 Euro Beitrag bis zum Ende der Laufzeit sind das immerhin 2000 Euro.
Steuervorteil sichern
Wichtig ist, dass der Vertrag eine garantierte Rente oder einen Rentenfaktor nennt. Letzterer ist die von der Versicherung zu zahlende Mindestsumme ab Rentenbeginn pro 10 000 angesparte Euro. Ohne Garantien hat der Anleger steuerlich gesehen einen Sparvertrag – er müsste bei Auszahlung den kompletten Vermögenszuwachs versteuern. Mit Garantie versteuert der Policensparer– sofern die Versicherung zwölf Jahre lief und er bei Auszahlung mindestens 60 Jahre alt ist – nur die Hälfte des Zugewinns.














