Geldanlage: Verkehrte Welt am Markt für Anleihen

Geldanlage: Verkehrte Welt am Markt für Anleihen

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Ein kleines Glücksschwein in der Börse in Frankfurt

Mit Anleihen von Industriekonzernen konnten Anleger binnen kurzer Zeit enorme Renditen einfahren. Der Markt ist inzwischen deutlich überhitzt. Die Ausfallraten mancher Schulden geben Anlass zur Sorge.

Am Markt für Unternehmenanleihen herrscht eine verkehrte Welt: Probleme mit der Bonität, aber eine immer bessere Börsenbewertung der Schulden. Rund um den Globus kämpfen Industrieunternehmen gegen schlechtere Ratings an, steigen die Ausfallraten von Krediten und Anleihen auf Mehrjahreshochs.

Und dennoch verzeichnen börsennotierten Schuldverschreibungen hohe Kursgewinne. Jetzt stellt sich die Frage, ob der Anleihemarkt nicht überhitzt ist, ob Investoren ihre Gewinne in Bares ummünzen oder bei der Stange bleiben sollten. 

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119 deutsche Unternehmen abgestuft

Rückblick: Im Frühjahr 2009 lagen die Kurse der Anleihen am Boden; die Verzinsung, die Anleger ins Depot buchen konnten, war so attraktiv wie lange nicht. Mit den ersten Anzeichen einer konjunkturellen Erholung zogen die Anleihekurse an, die Verzinsung sank entsprechend. Konjunkturhoffnungen und die von den Notenbanken losgetretene Liquiditätsschwemme verleiteten vor allem Großinvestoren dazu, sich im großen Stil mit Unternehmenspapieren einzudecken. Seit Jahresanfang haben Firmenbonds laut Zahlen von Merrill Lynch 20,3 Prozent zugelegt.

Die Kurse sind jetzt oben, doch die meisten Unternehmen sind noch lang nicht über den Berg. In den vergangenen zwölf Monaten stufte die weltgrößte Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) in Deutschland 119 Unternehmen ab, lediglich neun verbesserten ihre Kreditwürdigkeit. Moody´s schickte selbst den Dax-Konzern Lufthansa in die Schrottklasse.

Besorgniserregende Ausfallraten von Schulden

Weltweit stehen aktuell 900 von S&P beobachtete Unternehmen vor einer Herunterstufung.  Besorgniserregend sind insbesondere die Ausfallraten von Schulden ganz schwachbrüstiger Unternehmen. Rund jeder achte als spekulativ eingestufte Schuldner wird dieses Jahr seine Zinszahlungen und Tilgungen einstellen.  Etwa 500 Milliarden Dollar mussten Investoren in diesem Jahr bereits als Verlust abschreiben, nach 430 Milliarden Dollar im Gesamtjahr 2008.

Die Agentur Moody’s zählte in den ersten neun Monaten 222 Totalausfälle – viermal so viel wie im Vorjahreszeitraum. Anleger, die sich mutig in Anleihen mit erhöhtem Risiko oder gar in Papieren von Unternehmen mit hoher Pleitegefahr engagiert haben, sollten deshalb prüfen, ob sie nicht lieber die üppigen Gewinne mitnehmen und in sicherere, wenn auch niedriger verzinste Papiere umschichten sollten. Wo Investoren bei der Stange bleiben und welche Bonds sie abstoßen sollten, lesen Sie in der kommenden Ausgabe der WirtschaftsWoche (WirtschaftsWoche 43/2009).

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