Geldanlage: Was tun mit Anleihen von General Motors?

Geldanlage: Was tun mit Anleihen von General Motors?

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GM-Zentrale in Detroit. Der Niedergang ist kaum noch zu stoppen

Tausende Privatanleger sitzen auf wertlosen General-Motors-Anleihen. Sie hoffen auf US-Klagen von Großinvestoren gegen den Autobauer – oder verklagen ihre Bank.

Das Angebot des Commerzbank-Beraters klingt für das wohlhabende Ehepaar nicht schlecht: Er habe da eine sichere Anlage mit attraktiver Rendite, sagt er. Dabei handelt es sich um Anleihen des US-Automobilherstellers General Motors (GM). Die beiden Mittvierziger investieren 2002 — und stehen jetzt, sieben Jahre später, vor dem Totalverlust. GM droht die Insolvenz, die Anleihen sind nur noch einen Bruchteil des Nennbetrags wert.

Tausende deutsche Anleger bei verschiedenen Banken seien betroffen, berichten Insider. „Wir erhalten eine Menge Anfragen von GM-Anleihebesitzern“, bestätigt Thomas Hechtfischer, Landesgeschäftsführer Nordrhein-Westfalen der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW). Auch ein Anleiheexperte aus dem Sparkassenlager bestätigt, dass er mehrfach Anfragen zu GM-Bonds von Kundenberatern erhalten hat: „Meist sind es wohlhabende Privatkunden, die sich GM-Anleihen wegen der recht hohen Verzinsung in ihr Rentenportfolio gelegt und bis zu 30.000 Euro investiert haben.“

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Armutszeugnis für die Bank

General Motors bot Anlegern vor vier Wochen an, Anleihen gegen neue, noch auszugebende Aktien zu wandeln. Als das Ehepaar mit dem Tausch-Angebot in seine Commerzbank-Filiale ging, wollte ihm dort niemand raten, ob es annehmen oder ablehnen solle. „Der Filialleiter hat sie an die Verbraucherzentralen verwiesen“, sagt Lothar Gries von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK), der von dem Fall berichtet. „Das ist ein Armutszeugnis für eine Bank, die solche Anleihen als sicher angepriesen und verkauft hat.“ Ob ein Anlageinstrument für den Kunden geeignet sei, bespreche die Commerzbank im Rahmen eines Beratungsgesprächs, teilt die Bank dazu mit. „Wir haben unseren Kunden GM-Anleihen zu einem Zeitpunkt empfohlen, als GM von den Ratingagenturen Moody’s und S&P als ,Investmentgrade‘ eingestuft wurde.“ Nachdem GM 2005 diesen guten Bonitätsstatus verlor, habe die Bank mehrfach den Verkauf empfohlen. „Viele unserer Kunden sind der Empfehlung gefolgt und konnten zu vergleichsweise günstigen Konditionen verkaufen“, so die Commerzbank.

Die Anleihegläubiger haben am vergangenen Dienstag das Tauschangebot von GM zwar abgelehnt. Doch auch im nun kaum vermeidbaren Insolvenzverfahren ist ein wenig vorteilhafter Tausch in Aktien wahrscheinlich. General Motors ist an der Börse weniger als 900 Millionen Dollar wert. Bis zu 70 Prozent der Aktien beansprucht die US-Regierung im Tausch gegen Staatshilfen, weitere 17,5 Prozent soll die Gewerkschaft für den GM-Pensionsfonds bekommen. Selbst wenn die 200.000 Anleihebesitzer weltweit die übrigen 12,5 Prozent der Aktien erhielten, wären die nur etwas mehr als 100 Millionen Dollar wert. Fast ein Totalverlust, denn Anleihebesitzer hatten GM 27 Milliarden Dollar geborgt. Je 1000-Dollar-Anleihe gäbe es Aktien im Wert von 37 Dollar.

Lesen Sie auf der nächsten Seite, was Privatanleger tun können, um ihr Geld zurückzubekommen. 

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