Gesetzlich oder Privat?: Checkliste für die Krankenversicherung

Gesetzlich oder Privat?: Checkliste für die Krankenversicherung

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Besser und billiger? Wann der Wechsel in die Private Krankenversicherung lohnt

von Martin Gerth

Für wen es sich noch lohnt, in die private Krankenversicherung zu wechseln, was Familien mit Kindern beachten sollten, wie Sie die Vorzüge der beiden Systeme kombinieren. Eine Checkliste.

Gesetzliche Vorgaben

Wer als abhängig Beschäftigter mehr als 50.850 Euro brutto im Jahr verdient, kann sich privat versichern (Versicherungspflichtgrenze). Selbstständige müssen sich in der Regel privat versichern.

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Gesundheit

Für Kassenpatienten mit Vorerkrankungen wird der Wechsel zu den Privaten teuer, weil Versicherer bis zu 30 Prozent Zuschläge auf die Prämie verlangen. Gravierend sind chronische Leiden wie Diabetes, Rückenbeschwerden oder psychische Erkrankungen, etwa Depressionen. Je gesünder der Versicherte ist, desto lohnender die PKV.

Entscheidungshilfe: Gesetzlich oder privat versichern?

  • Verdienen sie mehr als die nötige Pflichtversicherungsgrenze von derzeit 53.550 Euro im Jahr?

    Ja: PKV geht
    Nein: Sie dürfen aus gesetzlichen Gründen nicht in die PKV

  • Sind Sie sich sicher, dass Sie zeitlebens auch höhere PKV-Beiträge zahlen können?

    Ja: spricht für die PKV,
    Nein: überlegen Sie es sich zwei Mal - Drin gefangen, drin gehangen

  • Haben Sie Familie? Oder planen Sie eine eigene Familie?

    Ja: in der GKV sind ihre Kinder kostenlos mitversichert, in der PKV kosten sie im Schnitt 120 Euro pro Kind und Monat extra
    Nein: dann ist die PKV für Sie vermutlich günstiger als die GKV

  • Legen Sie Wert auf Kinderbetreuung im Krankheitsfall?

    Ja: GKV übernimmt sie unter Voraussetzungen
    Nein: spricht für die PKV, in der Kinderbetreuung nicht als Standardleistung gilt

  • Legen Sie Wert auf Eltern-Kind-Kuren?

    Ja: diese Leistung übernimmt nur die GKV
    Nein: dann kann eine private Krankenversicherung günstiger sein

  • Legen Sie Wert auf die Erstattung von Brillen?

    Ja: davon zahlt die GKV nichts, nur die PKV
    Nein: spräche für GKV

  • Legen Sie Wert auf unauffälligen Zahnersatz?

    Ja: die GKV spart daran, dort bräuchten Sie eine private Zahnzusatzversicherung, bei der PKV brauchen Sie diese in der Regel nicht
    Nein: dann reichen die Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung aus

  • Legen Sie Wert auf alternative Heilmethoden?

    Ja: achten Sie auf die Wahl des GKV-Anbieters, einige erstatten auch Akupunktur und andere Verfahren. Oft ist die PKV aber kulanter

    Nein: GKV reicht aus

  • Legen Sie Wert auf Krankentagegeld, falls Sie länger als sechs Wochen in einem Jahr unter der selben Krankheit leiden und der Arbeitgeber deshalb die Lohnfortzahlung einstellen kann?

    Ja: die GKV zahlt. Die PKV zahlt Krankentagegeld nur, wenn diese Leistung zusätzlich vereinbart und über höhere Beiträge bezahlt wird
    Nein: dann spielt dieser Aspekt bei der Entscheidung GKV oder PKV keine Rolle

  • Sind Ihnen Wohlfühl-Elemente wie Einzelzimmer und Chefarztbehandlung wichtig?

    Ja: das spricht für eine Privatversicherung

    Nein: dann genügen die Leistungen der gesetzlichen Krankenkasse

  • Sind Sie bereit und in der Lage, Arzthonorare – auch für eine ganze Familie - vorzuschießen?

    Ja: Dann ist die PKV kein Problem
    Nein: dann ist der Abrechnungsmodus der GKV besser. Sie zahlt sofort.

Alter

Bei Versicherten jenseits der 40 wird es in der Regel unattraktiv, zu den Privaten zu gehen. Sie haben weniger Zeit, Alterungsrückstellungen aufzubauen, um den Anstieg der Prämien im Alter zu begrenzen. Zudem steigen sie zu deutlich höheren Prämien als jüngere Versicherte ein, weil sie nicht mehr so gesund sind.

Leistungen

Der entscheidende Vorteil der PKV ist, dass der Arzt mehr abrechnen darf als bei Kassenpatienten. Der am häufigsten abgerechnete 2,3-fache Gebührensatz in der PKV entspricht in etwa dem 2,5-fachen des GKV-Honorars. Privatpatienten bekommen deshalb schneller einen Termin als Kassenpatienten. Zudem verordnet der Arzt bei Privatpatienten eher neue, teurere Behandlungsmethoden, für die er in Einzelfällen sogar den 3,5-fachen Gebührensatz abrechnen darf. Ob diese Therapien in jedem Fall notwendig sind, steht auf einem anderen Blatt.

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