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Gesundheit: Rentnern soll private Krankenversicherung zu teuer sein

Eine Studie des Wissenschaftlichen Instituts der AOK soll belegen, dass die privat versicherten Rentner nicht mehr die Leistungen zahlen können. Die Privaten Krankenversicherungen werfen der AOK Ungenauigkeit vor.

Krank gespart

Die gesetzlichen Krankenkassen haben seit dem einheitlichen Krankenkassenbeitrag kaum noch eine Möglichkeit Mitglieder zu locken. Auch der Zusatzbeitrag ist zumindest auf absehbare Zeit bei keiner der Kassen ein Thema. Die letzten Kleinigkeiten, mit denen die Kassen sich attraktiver darstellen können sind freiwillig und jederzeit zu revidieren. Über Kürzungen werden die Mitglieder meist nur dezent und manchmal erst auf Nachfrage informiert. Eine Aufstellung, welche Kasse, welche Leistung streicht, ist nicht möglich, da viele Kassen über Ihre Pläne noch nicht abschließend beraten haben. Den Kunden bleibt nur, selber bei Ihrer oder einer anderen Krankenkasse nachzufragen, ob und in welchem Maße die freiwilligen Leistungen eingeschränkt werden. Dies betrifft vor allem die freiwillig Versicherten Mitglieder, die für die Krankenkassen in aller Regel besonders attraktive Mitglieder sind. Wenngleich Krankenkassen keine Aufnahmeanträge ablehnen dürfen, ist es gängige Praxis, jungen gesunden Mitgliedern etwas zu bieten und älteren Interessenten mit Hinweis auf eingeschränkte Leistungen die Mitgliedschaft wenig attraktiv erscheinen zu lassen. Nachfolgend eine Liste mit freiwilligen Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherungen, die Sie als Mitglied nutzen können und die bares Geld sparen können. Fragen Sie bei den Punkten, die Ihnen wichtig sind, bei Ihrer Krankenkasse nach, ob diese auch 2012 noch die freiwilligen Leistungen erfüllen oder sie schmälern wird.

Bild: AP

Für viele Rentner ist die private Krankenversicherung zu teuer geworden. Die "Frankfurter Rundschau" berichtete am Montag, dass einer Umfrage des Wissenschaftlichen Instituts der AOK ergeben habe, dass fast jeder zweite privat versicherte Rentner in diesem oder im vergangenen Jahr eine höhere Selbstbeteiligung an den Behandlungskosten akzeptierte oder in einen Tarif mit weniger Leistungen wechselte.

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Jeder Dritte Beamte im Ruhestand soll so seine Prämienzahlungen reduziert haben. Demnach sollen 29,2 Prozent der privat Versicherten auf diese Weise versucht haben, ihre Krankenversicherungskosten in den Griff zu bekommen. Für die repräsentative Untersuchung wurden jeweils rund 1000 zufällig ausgewählte privat und gesetzlich Versicherte befragt.

Die Debeka weist die jüngsten Berichte der AOK als völlig haltlos zurück. In einer schriftlichen Stellungnahmen gab der nach eigenen Angaben größte private Krankenversicherer an, dass im selben Zeitraum lediglich nur 1,5 Prozent der von ihnen versicherten Rentner ein Wechselrecht in Anspruch genommen habe - und nur 0,3 Prozent eine höhere Selbstbeteiligung. Debeka warf der AOK-Studie zudem vor, unter 1.000 Privatversicherte nur 79 Rentner befragt zu haben.

Auch der der Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV) widersprach den Ergebnissen der AOK-Studie. "Die genannten Zahlen passen bei weitem nicht zur Realität in der konkreten Kundenbetreuung der privaten Versicherungsunternehmen", sagte Verbandssprecher Stefan Reker der Nachrichtenagentur AFP. So zeige die Umfrage vielmehr eine sehr hohe Zufriedenheit der gesetzlich und privat Versicherten mit dem dualen Gesundheitssystem.

2 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 23.10.2012, 02:50 UhrWechsler

    Meine Erfahrungen sind andere: Ich habe mit Mitte fünfzig noch den Wechsel in die PKV (Debeka) vollzogen und habe es bis heute nicht bereut. Im Gegenteil, nach 30 Jahren freiwilliger Versicherung in der GKV mit immer weiter sinkenden Leistungen bei gleichzeitig steigenden Beiträgen war das das einzig Richtige. Allerdings hätte ich das nicht gemacht, wenn meine Frau nicht selbst privatversichert wäre und ich jetzt nur von der gesetzlichen Rente leben müsste.Um auch langfristig die Beiträge in der PKV tragen zu können,habe ich die Krankenhaus-leistungen auf GKV-Niveau festgelegt. Im Bedarfsfall werde ich eine privatärztliche Krankenhausbehandlung dann eben aus eigener Tasche bezahlen, das rechnet sich unter dem Strich auf jeden Fall.In den vergangenen sechs Jahren habe ich so schon 15 T€ gespart, abgesehen von den erheblich niedrigeren Jahresbeiträgen. Also: Die AOK kann mir gestohlen bleiben!

  • 22.10.2012, 23:32 Uhrmanni24

    Bin Angestellter, seit über 28 Jahren privat versichert und habe immer über der Verdienstgrenze (RV+KV) gelegen. Meine nicht berufstätige Ehefrau ist natürlich mitversichert.

    Derzeit zahlen wir (beide über 50) ca. EUR 14000.- p.a. für eine durchschnittliche Absicherung. Die bisherigen Beitragserhöhungen angenommen, reichen 70% der Rente dann gerade mal so, um die KV zu befriedigen.

    Also muß man entweder die Leistungen einschränken, die Tapete von der Wand futtern oder über zusätzliche Reserven verfügen.

    Meinen (gut verdienenden) Töchtern habe ich den Rat gegeben, der auch hier ergeht... Finger weg von der privaten KV, wenn zum Eintritt nicht schon klar ist, daß man allein auf die gesetzliche Rente nicht angewiesen ist.

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