Gesundheitskosten: Gesetzliche Krankenkassen machen Millionenverluste

Gesundheitskosten: Gesetzliche Krankenkassen machen Millionenverluste

, aktualisiert 13. Juni 2014, 12:53 Uhr
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Die gesetzlichen Krankenkassen sind im ersten Quartal erstmals seit sechs Jahren wieder in die Verlustzone gerutscht.

Im Normalfall profitieren die gesetzlichen Krankenkassen von einer stabilen Konjunktur. Doch seit Anfang 2014 schreiben viele Versicherungen erstmals seit Jahren wieder rote Zahlen.

Viele gesetzliche Krankenkassen haben im ersten Quartal erstmals seit langem wieder Verluste gemacht. Von Januar bis März sei insgesamt ein Defizit im dreistelligen Millionenbereich aufgelaufen, berichtet die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“. Das habe es zuletzt 2008 gegeben. Die gerade erst zum Branchenprimus aufgestiegene Techniker Krankenkasse (8,6 Millionen Mitglieder) habe mit 217 Millionen Euro das größte Minus verzeichnet, schreibt das „Handelsblatt“.

Der Verband vdek bestätigte am Freitag in Berlin die Berichte. Bei der Barmer GEK sind 91 Millionen und bei der KKH rund 20 Millionen Euro an Verlusten aufgelaufen, wie die Versicherungen bestätigten. Das DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach sagte: „Die von Bundesminister Hermann Gröhe versprochene Beitragsentlastung für die Versicherten durch die aktuelle Gesundheitsreform entpuppt sich schon jetzt als Märchen.“

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Die zehn größten Krankenkassen 2014

  • Platz 10

    In Niedersachsen hat die AOK die Nase vorn. Insgesamt hat die AOK Niedersachsen 2,4 Millionen Versicherte - damit schafft sie es im Jahresranking 2013 gerade noch unter die Top Ten der deutschen Krankenkassen.

    Quelle: dfg, Stand 3.2.2014

  • Platz 9

    Mit 2,7 Millionen Versicherten ist die AOK Plus die größte Krankenkasse in Sachsen und Thüringen. Deutschlandweit rangiert sie an neunter Stelle.

  • Platz 8

    Die AOK Nordwest belegt mit 2,7 Millionen Versicherten den achten Platz unter Deutschlands größten Krankenkassen. Das Unternehmen beschäftigt 7.600 Mitarbeiter.

  • Platz 7

    Die AOK Rheinland/Hamburg hat knapp 2,9 Millionen Versicherte. Im Rheinland und in Hamburg ist sie damit die größte Krankenversicherung. Das Unternehmen betreibt mehr als 100 Geschäftsstellen.

  • Platz 6

    Auf dem sechsten Platz der größten deutschen Krankenkassen befindet sich ein fusioniertes Unternehmen: Die IKK Classic. Sie ist im August 2011 aus der eher ostdeutschen IKK Classic und der eher westdeutschen Vereinigten IKK entstanden. Zusammen haben sie recht stabil knapp 3,5 Millionen Versicherte.

  • Platz 5

    An der fünften Stelle der größten Krankenkassen Deutschlands steht die AOK Baden-Württemberg. Seit Jahren sind rund 3,9 Millionen Menschen bei ihr versichert.

  • Platz 4

    In der Rangfolge liegt die AOK Bayern stabil mit 4,3 Millionen Versicherten. In Bayern hat die Krankenkasse einen Marktanteil von mehr als 40 Prozent. Das Unternehmen beschäftigt 10.000 Mitarbeiter in dem Freistaat.  

  • Platz 3

    Auf Platz drei der größten deutschen Krankenkassen ist mit 6,255 Millionen Versicherten die DAK Gesundheit - der Zusammenschluss aus BKK Gesundheit und DAK. Laut eigenen Angaben ist die DAK die Krankenkasse Deutschlands, deren Wurzeln am weitesten zurückzuverfolgen sind - bis zum Jahr 1774. Allerdings verliert auch die neue Kasse Kunden. Gestartet war sie mit 6,6 Millionen Versicherten.

  • Platz 2

    Die Barmer GEK ist seit 2014 nur noch die zweitgrößte Krankenkasse Deutschlands. Sie wurde am 1.Januar 2010 gegründet und unterhält laut eigenen Angaben rund 800 Geschäftsstellen bundesweit. 8,64 Millionen Deutsche sind Anfang 2014 bei ihr versichert. In einem zweiten Ranking liegt die Kasse dagegen noch auf Platz 1: Anfang 2014 hat die Barmer GEK noch rund 400.000 zahlende Mitglieder mehr als die TK.

  • Platz 1

    Die größte Krankenkasse Deutschlands ist nach den neuesten Zahlen seit Anfang 2014 die Techniker Krankenkasse (TK). Sie gewinnt sehr stark Kunden hinzu. Anfang 2013 hatte sie 8,26 Millionen Versicherte. Mitte 2013 waren es 8,49 Millionen und zu Beginn 2014 sind 8,68 Millionen Versicherten. Damit liegt sie vor der viele Jahre führenden Barmer GEK.

Wegen der ständig steigenden Gesundheitskosten hatten Experten die Verluste vieler Kassen seit längerem erwartet. Eine positive Ausnahme stellen die Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) dar. Mit 150 Millionen Euro beträgt ihr Überschuss nach übereinstimmenden Angaben aber nur noch ein Drittel des Ergebnisses im Vorjahresquartal.

„Die Zeiten der hohen Überschüsse sind vorbei“, kommentierte der Sprecher des AOK-Bundesverbands Kai Behrens im „Handelsblatt“ die Entwicklung. Die Sprecherin des Ersatzkassenverbandes, Michaela Gottfried, hob hervor, dass die Schere zwischen Beitragseinnahmen und Leistungsausgaben weit auseinanderklaffe. Auch für das Gesamtjahr seien die Erwartungen eher negativ.

Die gesetzlichen Krankenkassen hatten nach den vorläufigen Finanzergebnissen des Jahres 2013 einen Überschuss von knapp 1,2 Milliarden Euro verbucht. Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) wird im Wesentlichen finanziert durch die Beiträge von Arbeitnehmern und Arbeitgebern sowie durch Zuschüsse des Bundes in den Gesundheitsfonds.

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Damit stiegen die Finanzreserven der gesetzlichen Krankenversicherung Ende 2013 auf insgesamt rund 30,3 Milliarden Euro an, wie das Bundesgesundheitsministerium im März mitteilte. Die Rücklagen belaufen sich demnach auf rund 16,7 Milliarden Euro bei den Krankenkassen und rund 13,6 Milliarden Euro beim Gesundheitsfonds. Den Zuschuss für den Gesundheitsfonds will die schwarz-rote Koalition im laufenden Jahr allerdings um 3,5 Milliarden auf 10,5 Milliarden Euro kürzen.

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