Gesundheitswesen: Ärzte fürchten Transparenz

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Gesundheitswesen: Ärzte fürchten Transparenz

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79 Prozent der Befragten bewerten das deutsche Gesundheitswesen als sehr gut. Ärzte scheuen unangemeldete Qualitätskontrollen.

von Anke Henrich

Bürger und Ärzte sind mit großer Mehrheit zufrieden mit dem Gesundheitssystem. Zugleich scheut die Mehrheit laut Studie der Mediziner mehr Transparenz über die Qualität ihrer Arbeit.

Diese gute Nachricht ist berechtigt: 79 Prozent der befragten Bürger bewerten das deutsche Gesundheitswesen grundsätzlich als sehr gut. Das berichtet der jährlich erscheinende Gesundheitsreport des Finanzdienstleisters MLP, für den das Institut für Demoskopie Allensbach 2.100 Bürger und 500 Ärzte befragte. Manchen mag auch der Blick über die nationalen Grenzen zu dieser positiven Beurteilung des Gesundheitswesens geführt haben: Im Vergleich zu anderen Gesundheitssystemen in Europa liegt Deutschland sicherlich vorne.

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Dafür fällt die Zufriedenheit der Patienten mit ihren heimischen Krankenhäusern regional sehr unterschiedlich aus: Spitzenreiter ist Niedersachsen (49 Prozent), Schlusslicht das Saarland (32 Prozent). 41 Prozent der Bürger stellen den deutschen Krankenhäusern pauschal ein gutes Zeugnis aus.  Das sehen die befragten Ärzte weitaus positiver: 83 Prozent von ihnen sind von der Versorgungsqualität im Krankenhaus überzeugt.

Dennoch sind vor allem die Klinikärzte wenig optimistisch. 79 Prozent von ihnen sehen ihre Therapiefreiheit eingeschränkt; 64 Prozent erklärten, Behandlungen aus Kostengründen verschoben und 27 Prozent gaben sogar an, Behandlungen komplett vorenthalten zu haben.

Zudem rechnen sie mit steigendem Personalmangel in den Kliniken, sowohl bei Ärzten als auch bei Schwestern und Pflegern.

Die derzeitige wirtschaftliche Situation der Krankenhäuser wird von den Klinikärzten zwar allen Klagen der Deutschen Krankenhausgesellschaft zum Trotz noch überwiegend positiv gesehen (58 Prozent). Dennoch berichtet mehr als jeder dritte Krankenhausarzt auch von Schwierigkeiten, mehr als jeder Zehnte sogar von sehr großen Problemen. Einen Personalabbau in letzter Zeit bestätigen bereits 43 Prozent der Krankenhausärzte. Mehr als jeder Zehnte berichtet von Abteilungsschließungen.

Ihre Sorgen dürften berechtigt sein, denn unter Experten gilt mindestens jede fünfte Klinik als wirtschaftlich unrentabel. In den nächsten Jahren soll die Bettenkapazität bundesweit abgebaut und die medizinische Versorgung zunehmend auf spezialisierte Häuser konzentriert werden.

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70 Prozent der Krankenhausärzte betonen die Bedeutung von Privatpatienten für den wirtschaftlichen Erfolg der eigenen Klinik; knapp jeder Dritte sieht ansonsten das eigene Haus als nicht überlebensfähig an.  

Wenig erfreut sind niedergelassene Ärzte und ihre Klinikkollegen über mehr Qualitätskontrolle im System. Für unangemeldete Kontrollen durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen sprechen sich nur 48 Prozent aus, die Entlohnung medizinischer Leistungen auch an Hand nachgewiesener Qualität finden nur 47 Prozent erstrebenswert. Den Plan der Bundesregierung, vermehrt Qualitätsdaten über Kliniken zu sammeln und sie in Form von Vergleichslisten für Patienten zu veröffentlichen, goutieren nur 36 Prozent. Anders sehen das die Ober- und Chefärzte, sie sträuben sich signifikant weniger gegen mehr Transparenz – 61 Prozent sind für eine Honorierung nach Qualität.

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