Girokonto: Deutsche misstrauen den Banken im Land

Girokonto: Deutsche misstrauen den Banken im Land

, aktualisiert 21. Februar 2017, 17:50 Uhr
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Viele Deutsche misstrauen der Finanzindustrie – setzen aber dennoch auf das persönliche Beratergespräch.

Quelle:Handelsblatt Online

Seit der Finanzkrise probieren die Banken viel aus, um ihren Ruf zu verbessern. Der Erfolg ist bislang mäßig, wie eine Studie zeigt. Für den Vertrauensverlust gibt es vor allem einen Grund.

FrankfurtDas Vertrauen der Bürger in deutsche Banken ist beschädigt. 58 Prozent der Deutschen glauben, die Banken würden sich vor allem auf ihre Profite konzentrieren – anstatt auf die Bedürfnisse der Kunden einzugehen. Nur fünf Prozent bewerten das Angebot der Banken als fair. Das ergab eine Umfrage des Marktforschungsunternehmens YouGov. Beauftragt wurde sie von TransferWise, einem Online-Anbieter für Auslandsüberweisungen.

Die befragten Bankkunden kritisieren vor allem einen Punkt: zu hohe Preise. Auf die Frage, was sie gerne an ihrem Finanzdienstleister ändern würden, äußert ein Großteil den Wunsch nach niedrigeren Gebühren. Kein Wunder: Zahlreiche Banken und Sparkassen haben in den vergangenen Monaten ihre Girokonten verteuert.

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Viele Geldhäuser erheben jetzt auch für einzelne Buchungen – etwa das Geldabheben am Automaten oder Onlinetransaktionen – eine Gebühr. Ein Grund dafür sind die Dauerniedrigzinsen. Sie zwingen die Banken, zusätzliche Einnahmequellen zu erschließen. Für Start-ups aus der Finanzbranche ist das eine Chance: 36 Prozent der Befragten können sich vorstellen, in Zukunft auch jungen Finanzunternehmen eine Chance zu geben. Voraussetzung: Die Dienstleistungen müssen bei den Start-ups günstiger sein.

Manchen neuen Techniken misstrauen die Kunden jedoch. Jeder Dritte Befragte bezweifelt die Sicherheit der Online-Banken. Das schlägt sich vor allem bei der Nutzung des Smartphones nieder. Nur fünf Prozent aller Deutschen greifen für Bankgeschäfte auf ihr Smartphone zurück, deutlich weniger als in anderen europäischen Ländern. Zwölf Prozent der Franzosen nutzen ihr Smartphone für Bankgeschäfte, in Großbritannien sind es 15 Prozent.

Dennoch spielt das Netz eine immer größere Rolle: Vor einer wichtigen Entscheidung recherchieren 89 Prozent aller Bankkunden zuerst im Internet. Im Gegensatz zum Online-Banking nutzen sie dafür vor allem ihr Smartphone. Das belegt eine repräsentative GfK-Studie, die von der Postbank und Google in Auftrag gegeben wurde.


Persönliche Beratung bleibt wichtig

Den Gang zur Bankfiliale ersetzt die Online-Recherche noch nicht. Gerade bei komplizierten Produkten suchen viele Kunden noch immer den Weg zum Berater. Philipp Laucks, Chief Digital Officer bei der Postbank, wertet das als Hinweis darauf, dass die Beziehung zwischen Kunde und Bank noch immer auf Vertrauen basiere – allen technischen Möglichkeiten zum Trotz.

Für die digitalen Finanzdienstleister ist das ein Problem. Ihnen bringen die Bankkunden tendenziell weniger Vertrauen entgegen. Vor allem die Angst vor Missbrauch, etwa bei der Identitätsnachprüfung, schreckt viele Kunden ab. Ein Viertel der Befragten zieht eine persönliche Überprüfung durch einen Mitarbeiter der Online-Überprüfung vor. Eine Anmeldung über das Google- oder Facebook-Konto schließen fast alle als unzureichend aus.

37 Prozent der Befragten können sich zwar vorstellen, Fintechs häufiger für Darlehen oder Kreditanträge zu nutzen – allerdings nur, wenn sie sicherer als Banken wären. Das aber glauben nur neun Prozent aller Befragten.

Trotz der generellen Skepsis gegenüber der Finanzbranche sind viele Deutsche mit ihrer eigenen Bank im Reinen. 61 Prozent sind demnach mit ihrem Anbieter zufrieden, die Hälfte der Befragten ist der eigenen Bank seit mehr als zehn Jahren treu.
So entsteht ein paradoxes Bild: Während 58 Prozent der Deutschen der Finanzindustrie misstrauen, gewähren viele der eigenen Bank einen Vertrauensvorschuss. Der Aussage „Ich vertraue meiner Bank, dass sie sich in meinem besten Interesse um meine Finanzen kümmert“ stimmt knapp die Hälfte der Befragten zu.

Quelle:  Handelsblatt Online
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