Gold-ETFs: Virtuelle Preise

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Goldpreisentwicklung in Euro zwischen 2000 und 2008 (Klicken Sie auf die Grafik für eine erweiterte Ansicht)

Der Markt für Goldmünzen und -barren ist nahezu ausgetrocknet. Privatanleger können bei ihrer Bank mangels Angebot keine Barren mehr kaufen. Einzig vertretbare Alternative derzeit ist der Kauf von Gold-ETF's der Züricher Kantonalbank.

Der Markt für Goldmünzen und -barren ist nahezu ausgetrocknet. Die kanadische Münzanstalt berichtet, dass praktisch jede Münzanstalt auf der Welt ausverkauft sei.

Nur ist von dieser Knappheit beim Referenzpreis für Gold an der New Yorker Terminbörse Comex nichts zu spüren – noch. „Den wahren Goldpreis bekommen Sie bei Ebay“, sagt Vermögensberater Daniel Haase aus Hohenwestedt. Die paar Barren und Münzen, die im Internet-Auktionshaus angeboten werden, wechseln zu gut 20 Prozent höheren Preisen den Besitzer als das virtuelle Gold in New York. Dort büßte die Unze in Dollar seit dem Hoch vom März knapp 30 Prozent ein. Gründe dafür hört man viele: Um andere Verlustlöcher zu stopfen, Kunden auszuzahlen oder Kredite zu bedienen, hätten große Investoren Goldpositionen schließen müssen. Erzwungen hätten die Verkäufe auch die starren Anlagevorgaben von Institutionellen, nach denen der prozentuale Anteil einer Vermögensklasse eine bestimmte Quote nicht überschreiten darf, was wegen der starken Verluste anderer Vermögenswerte wie Aktien der Fall gewesen sei. Mit Blick auf die starke Konzentration im Handel mit Goldderivaten in den USA (JP Morgan und HSBC Bank USA kontrollieren 97 Prozent des Marktes) verstummen auch die Vorwürfe nicht, dass der Preis des Krisenindikators in Krisen künstlich gedeckelt werde.

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Vor allem aber gilt das Erstarken des Dollar als Ursache für die Schwäche des Goldpreises. Denn immer noch betrachten Investoren Gold nur als Konkurrenz zur wichtigsten Papierwährung: „Der Dollar, der auf der Basis der auseinanderfallenden US-Wirtschaft steigt, ist ein unglaubliches Phänomen“, sagt Kenneth Rogoff, ehemaliger IWF-Chefökonom. Ursache könne nur sein, dass die Investoren noch mehr Angst vor der Entwicklung in Europa haben, so der Harvard-Professor. In der Tat mehren sich die Signale, dass das nächste Epizentrum der Finanzkrise in Europa liegt, weil der Crash der Emerging Markets vor allem hier einzuschlagen droht. Allein drei Viertel der ausländischen Bankkredite nach Osteuropa, Lateinamerika und Asien entfallen auf westeuropäische Banken. Vor allem die osteuropäischen Staaten, die wegen ihrer Leistungsbilanzdefizite einen beträchtlichen Finanzierungsbedarf haben, stehen auf der Kippe. Die Kapitalflucht aus diesen Ländern droht nicht nur die Bindung der Währungen an den Euro zu sprengen, sondern auf die Euro-Zone überzugreifen. Zum Beispiel auf Österreich: Das Engagement österreichischer Banken in den Schwellenländern entspricht 85 Prozent der Wirtschaftsleistung der Alpenrepublik. Hochgradig gefährdet auch Griechenland. Das Land steuert auf ein Leistungsbilanzdefizit von 14 Prozent des BIPs zu. Griechenland ist Euroland, Drachmen würde längst niemand mehr kaufen. Der Härtetest für den Euro macht aus dem Dollar aber längst noch keine Hartwährung. Allein Gold ist wirklich hart.

Privatanleger können bei ihrer Bank oder Edelmetallhändlern mangels Angebot aber kaum Barren und Münzen kaufen. Einzig vertretbare Alternative ist derzeit der Kauf des Gold-ETFs der Zürcher Kantonalbank (ZKB) an der Swiss Exchange in Zürich. Anders als andere mit physischen Beständen unterlegte Goldkreationen wie zum Beispiel Xetra-Gold oder Lyxor GBS ist das Wertpapier der ZKB keine Inhaberschuldverschreibung, sondern wird als Anlagefonds dem Sondervermögen zugerechnet, das im Pleitefall geschützt sein sollte. Die ZKB gehört dem Kanton Zürich und genießt Staatsgarantie.

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