Grippeimpfungen: Krankenkassen riskieren Impfstoff-Knappheit

Grippeimpfungen: Krankenkassen riskieren Impfstoff-Knappheit

Dass Krankenversicherungen aus Kostengründen Verträge mit Pharmafirmen haben, ist nicht neu. Jetzt erhebt der Pharmaverband den Vorwurf, dass es dadurch zu Impfstoffengpässen kommt.

Wer mit einem Rezept in die Apotheke geht, bekommt nicht unbedingt das Mittel, das der Arzt auch verordnet hat. Je nach dem, bei welcher Krankenversicherung der Patient versichert ist, gibt es statt des verordneten Originals eben die günstige Alternative von einem anderen Hersteller. Um die Ausgaben für Medikamente möglichst gering zu halten, haben die Versicherungen entsprechende Rabattverträge mit Pharmafirmen. Allein in den ersten drei Quartalen des Jahres 2012 konnten sich die Kassen durch entsprechende Verträge mit den Pharmafirmen Rabatte in Höhe von 1,4 Milliarden Euro sichern.

Änderung der Rabattverträge Ab Februar müssen sich Patienten bei Medikamenten umstellen

Ab Februar ändern sich die Rabattverträge für Medikamente. Einzelne Kassen stellen - je nach Pharmavertrag - wieder auf neue Mittel als erste Wahl um. Dabei waren die Kosten für Medikamente 2012 niedriger als gedacht.

huGO-BildID: 27425537 ARCHIV - ILLUSTRATION - Eine Apothekerin verkauft am 29.02.2008 in einer Apotheke in Köln rezeptpflichtige Medikamente. Die von der Bundesregierung geplante Erhöhung der Apotheker-Honorare um drei Prozent oder 190 Millionen Euro wird nach Einschätzung führender Verbandsvertreter den seit Jahren anhaltenden Apotheken-Schwund nicht aufhalten können. Foto: Oliver Berg dpa (zu dpa-Gespräch vom 04.08.2012) +++(c) dpa - Bildfunk+++ Quelle: dpa

Ganz ähnlich wird auch mit den Impfstoffen für saisonale Erkrankungen, in diesem Fall der Grippe, verfahren: Die Versicherungen machen eine Ausschreibung und der Hersteller mit dem günstigsten Angebot bekommt den Zuschlag. Derzeit haben gesetzliche Krankenversicherer in elf von 18 Kassen-Regionen ihre Ausschreibung für die Grippeschutzimpfung schon getätigt. Viele haben bereits einen Exklusivvertrag mit einem Hersteller abgeschlossen, heißt es seitens des Verbands der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa). An sich kein Problem: Wie auch in der Apotheke gibt es dann im Zweifelsfall eben ein günstiges Alternativ-Präparat.

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Entscheidungshilfe: Gesetzlich oder privat versichern?

  • Verdienen sie mehr als die nötige Pflichtversicherungsgrenze von derzeit 53.550 Euro im Jahr?

    Ja: PKV geht
    Nein: Sie dürfen aus gesetzlichen Gründen nicht in die PKV

  • Sind Sie sich sicher, dass Sie zeitlebens auch höhere PKV-Beiträge zahlen können?

    Ja: spricht für die PKV,
    Nein: überlegen Sie es sich zwei Mal - Drin gefangen, drin gehangen

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    Ja: in der GKV sind ihre Kinder kostenlos mitversichert, in der PKV kosten sie im Schnitt 120 Euro pro Kind und Monat extra
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    Ja: GKV übernimmt sie unter Voraussetzungen
    Nein: spricht für die PKV, in der Kinderbetreuung nicht als Standardleistung gilt

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    Nein: dann kann eine private Krankenversicherung günstiger sein

  • Legen Sie Wert auf die Erstattung von Brillen?

    Ja: davon zahlt die GKV nichts, nur die PKV
    Nein: spräche für GKV

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    Ja: die GKV spart daran, dort bräuchten Sie eine private Zahnzusatzversicherung, bei der PKV brauchen Sie diese in der Regel nicht
    Nein: dann reichen die Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung aus

  • Legen Sie Wert auf alternative Heilmethoden?

    Ja: achten Sie auf die Wahl des GKV-Anbieters, einige erstatten auch Akupunktur und andere Verfahren. Oft ist die PKV aber kulanter

    Nein: GKV reicht aus

  • Legen Sie Wert auf Krankentagegeld, falls Sie länger als sechs Wochen in einem Jahr unter der selben Krankheit leiden und der Arbeitgeber deshalb die Lohnfortzahlung einstellen kann?

    Ja: die GKV zahlt. Die PKV zahlt Krankentagegeld nur, wenn diese Leistung zusätzlich vereinbart und über höhere Beiträge bezahlt wird
    Nein: dann spielt dieser Aspekt bei der Entscheidung GKV oder PKV keine Rolle

  • Sind Ihnen Wohlfühl-Elemente wie Einzelzimmer und Chefarztbehandlung wichtig?

    Ja: das spricht für eine Privatversicherung

    Nein: dann genügen die Leistungen der gesetzlichen Krankenkasse

  • Sind Sie bereit und in der Lage, Arzthonorare – auch für eine ganze Familie - vorzuschießen?

    Ja: Dann ist die PKV kein Problem
    Nein: dann ist der Abrechnungsmodus der GKV besser. Sie zahlt sofort.

Für die Saison 2012/13 sind in Deutschland 16 Impfstoffe gegen die saisonale Grippe (Influenza) zugelassen. Einige davon sind speziell für Senioren und Kinder geeignet, die besonders gefährdet sind. Die Grippeimpfstoffe lassen sich allerdings nicht auf Vorrat herstellen, weshalb der vfa jetzt warnt, dass die Sparpolitik der Kassen zu einem erneuten Impf-Engpass führen könnte. Eine starke Nachfrage wie im vergangenen Winter könnte die Hersteller überfordern. Die Exklusivverträge erlauben es den Kassen in solchen Fällen aber nicht, auf andere Anbieter auszuweichen. Kommt der jeweilige Hersteller mit der Produktion also nicht hinterher, haben die Versicherten schlicht Pech.

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"Das Problem ist nicht neu. Deshalb ist es unverständlich, dass die Kassen aus dem Schaden nichts gelernt haben", sagt Birgit Fischer, die Hauptgeschäftsführerin des vfa. Die Kassen "setzen weiterhin auf Exklusivausschreibungen, um so wenig wie möglich für die Grippeimpfung auszugeben, und nehmen möglicherweise Versorgungsprobleme in Kauf." Ein Umdenken sei nötig, so Fischer: "Statt der Exklusivverträge brauchen wir Kooperationsvereinbarungen zwischen Herstellern und Kassen, die die Impfziele in den Vordergrund stellen." Das würde den Kassen letztlich auch mehr Geld sparen helfen als die herkömmlichen Rabattverträge mit den Anbietern; denn weniger Grippe-Kranke wären dann in Deutschland ärztlich zu versorgen.

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