Großer Vergleich: Was eine gute PKV leisten muss

Großer Vergleich: Was eine gute PKV leisten muss

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Ein exklusiver WirtschaftsWoche-Vergleich hat 800 Tarife der privaten Krankenversichererer in Deutschland unter die Lupe genommen.

Das Analysehaus Softfair hat 800 Policen und Versicherer der privaten Krankversicherung ausgewählt und benotet hat. Die Methode im Detail.

Ende 2012 startete die Branche für neu abgeschlossene Verträge die Unisex-Tarife, bei denen die Beiträge für Männer und Frauen gleich sind. Weil die neuen Tarife vorsichtig kalkuliert wurden, blieben die Beiträge bisher weitgehend stabil. Allerdings sind sie noch zu kurz auf dem Markt, als dass sich ein Fazit ziehen ließe.

Das Preis-Leistungs-Verhältnis der einzelnen Tarife dagegen lässt sich sehr gut bewerten. Das Hamburger Analysehaus Softfair hat dazu exklusiv für die WirtschaftsWoche rund 800 Kombinationen aus Unisex-Tarifen unter die Lupe genommen. Getestet wurden Tarife, die folgende Kriterien erfüllten:

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- mindestens Zweibettzimmer;

- Erstattung von mindestens 50 Prozent für Zahnersatz und Zahnbehandlung;

- Krankentagegeld von mindestens 110 Euro ab dem 43. Tag.

Entscheidungshilfe: Gesetzlich oder privat versichern?

  • Verdienen sie mehr als die nötige Pflichtversicherungsgrenze von derzeit 53.550 Euro im Jahr?

    Ja: PKV geht
    Nein: Sie dürfen aus gesetzlichen Gründen nicht in die PKV

  • Sind Sie sich sicher, dass Sie zeitlebens auch höhere PKV-Beiträge zahlen können?

    Ja: spricht für die PKV,
    Nein: überlegen Sie es sich zwei Mal - Drin gefangen, drin gehangen

  • Haben Sie Familie? Oder planen Sie eine eigene Familie?

    Ja: in der GKV sind ihre Kinder kostenlos mitversichert, in der PKV kosten sie im Schnitt 120 Euro pro Kind und Monat extra
    Nein: dann ist die PKV für Sie vermutlich günstiger als die GKV

  • Legen Sie Wert auf Kinderbetreuung im Krankheitsfall?

    Ja: GKV übernimmt sie unter Voraussetzungen
    Nein: spricht für die PKV, in der Kinderbetreuung nicht als Standardleistung gilt

  • Legen Sie Wert auf Eltern-Kind-Kuren?

    Ja: diese Leistung übernimmt nur die GKV
    Nein: dann kann eine private Krankenversicherung günstiger sein

  • Legen Sie Wert auf die Erstattung von Brillen?

    Ja: davon zahlt die GKV nichts, nur die PKV
    Nein: spräche für GKV

  • Legen Sie Wert auf unauffälligen Zahnersatz?

    Ja: die GKV spart daran, dort bräuchten Sie eine private Zahnzusatzversicherung, bei der PKV brauchen Sie diese in der Regel nicht
    Nein: dann reichen die Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung aus

  • Legen Sie Wert auf alternative Heilmethoden?

    Ja: achten Sie auf die Wahl des GKV-Anbieters, einige erstatten auch Akupunktur und andere Verfahren. Oft ist die PKV aber kulanter

    Nein: GKV reicht aus

  • Legen Sie Wert auf Krankentagegeld, falls Sie länger als sechs Wochen in einem Jahr unter der selben Krankheit leiden und der Arbeitgeber deshalb die Lohnfortzahlung einstellen kann?

    Ja: die GKV zahlt. Die PKV zahlt Krankentagegeld nur, wenn diese Leistung zusätzlich vereinbart und über höhere Beiträge bezahlt wird
    Nein: dann spielt dieser Aspekt bei der Entscheidung GKV oder PKV keine Rolle

  • Sind Ihnen Wohlfühl-Elemente wie Einzelzimmer und Chefarztbehandlung wichtig?

    Ja: das spricht für eine Privatversicherung

    Nein: dann genügen die Leistungen der gesetzlichen Krankenkasse

  • Sind Sie bereit und in der Lage, Arzthonorare – auch für eine ganze Familie - vorzuschießen?

    Ja: Dann ist die PKV kein Problem
    Nein: dann ist der Abrechnungsmodus der GKV besser. Sie zahlt sofort.

Softfair bewertete im ersten Schritt die Leistungen der Bausteine „Ambulant“, „Krankenhaus“ und „Zahn“ sowie die allgemeinen Konditionen. Für jede einzelne Leistung erhielten die Tarife Punkte.

Bewertet wurden unter anderem:

- Der Gebührensatz, bis zu dem ein Facharzt abrechnen darf;

- die Zahl der Betten im Krankenzimmer (ein oder zwei);

- die Erstattungssätze für Zahnersatz (Kronen, Brücken).

Die Punkte für die drei Bausteine wurden einfach gewichtet, die allgemeinen Konditionen mit dem Faktor 0,3. Zu den allgemeinen Konditionen zählt beispielsweise die Kostenübernahme für Hospiz und Schmerztherapien. Farbige Punkte zeigen das Leistungsniveau der Bausteine (siehe Tabellen).

800 Tarife im Vergleich Diese privaten Krankenversicherungen sind ihr Geld wert

Private Krankenversicherungen werden immer teurer. Nur ein leistungsfähiger Anbieter mit dem richtigen Tarif bietet Versicherten echte Vorteile. Was die besten unter 800 getesteten Angeboten auszeichnet.

Die privaten Krankenversicherungen (PKV) haben in den vergangenen Jahren ihre Beiträge kräftig erhöht. 2013 verloren sie auch deshalb per Saldo mehr als 37.000 Mitglieder. Aber es gibt durchaus noch lohnende Anbieter und Tarife, wie unser Test von 800 PKV-Tarifen zeigt. Quelle: dpa

Im zweiten Schritt setzte Softfair die Gesamtpunktzahl ins Verhältnis zur Höhe des Beitrags, um zu ermitteln, wie viel Leistung pro Euro der Tarif bietet (Preis-Leistungs-Verhältnis). Der Selbstbehalt wurde auf die Prämie umgerechnet. Nur so lassen sich die Beitragskosten verschiedener Tarife fair vergleichen. Ein Beispiel: Die Tarifkombination K600, 37, PVN der Arag kostet den angestellten Versicherten 306,04 Euro monatlich. Inklusive des Selbstbehalts von 600 Euro pro Jahr sind es auf Monatsbasis umgerechnet 356,04 Euro.

Für ein überdurchschnittlich gutes Preis-Leistungs-Verhältnis erhielten die besten Tarife jeweils für die Altersgruppen der 30-Jährigen und 50-Jährigen die Top-Noten fünf und vier Sterne. Aus den Mittelwerten für das Preis-Leistungs-Verhältnis jeweils in den beiden Altersgruppen ermittelte Softfair das Gesamtranking (siehe Tabelle).

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Auch die Krankenversicherer ächzen unter dem Niedrigzins auf dem Kapitalmarkt. Weil ihre Kapitalanlagen weniger einbringen, können die Versicherer weniger Geld zurücklegen, um Beiträge stabil zu halten. Umso wichtiger wird es für Versicherte, dass ihr Anbieter finanzstark ist.

Um die Leistungsfähigkeit der Krankenversicherer zu testen, hat Softfair deren wichtigste Kennzahlen analysiert und dafür Noten von hervorragend (fünf Sterne) bis mangelhaft (ein Stern) vergeben. Besonders wichtig ist das Verhältnis von Rückstellungen zu Beitragseinnahmen. Nur wenn die Tarife sauber kalkuliert sind, ist der finanzielle Puffer groß genug, um die steigenden medizinischen Kosten aufzufangen.

Die Ergebnisse für die Anbieter der zehn besten PKV-Tarife finden Sie in der Tabelle.

Ende September aktualisiert Softfair das Unternehmensrating. Die Ergebnisse finden Sie dann unter wiwo.de/pkv.

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