Immobilienfonds: Geld auf einen Schlag abziehen

Immobilienfonds: Geld auf einen Schlag abziehen

von Martin Gerth

Anleger ziehen in Scharen ihr Geld aus offenen Immobilienfonds ab. Neben der Finanzkrise ist vor allem schlechtes Management für die negative Wertentwicklung verantwortlich. Ein neues Rating der Agentur Scope offenbart das Desaster.

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Tabelle: Bewertung offener Immobilienfonds für Privatanleger (Klicken Sie auf die Grafik für eine erweiterte Ansicht)

Anleger mit offenen Immobilienfonds kommen nicht zur Ruhe: Die Deutsche-Bank-Tochter DWS friert den 259 Millionen Euro schweren Dachfonds db ImmoFlex ein, der in offene Immobilienfonds anlegt. "92 Prozent des Vermögens sind in Immobilienfonds investiert, die derzeit noch geschlossen sind oder bei denen die Fondsgesellschaft, darunter Credit Suisse, SEB und Axa, die Schließung verlängert hat", sagt DWS-Geschäftsführer Holger Naumann. Laut Investmentgesetz dürfen offene Immobilienfonds Anlegergelder bis zu zwei Jahren einfrieren, wenn ihnen das Kapital ausgeht, um verkaufswillige Anleger auszuzahlen. Derzeit sind 25 Milliarden Euro in elf Portfolios eingefroren.

Die geschlossenen Fonds schneiden beim Rating der Berliner Anlagebewertungsagentur Scope deutlich schlechter ab als jene Fonds, die noch Anteile zurücknehmen. Am stärksten haben die Scope-Analysten den derzeit geschlossenen Degi International (Aberdeen Immobilien) abgewertet, von der Note "BB" auf die schlechteste Note "D". Der am besten bewertete Grundbesitz Europa (Deutsche Bank) verbesserte sich dagegen von AA- auf AA. Die Scope-Analysten lobten unter anderem die niedrige Leerstandsquote der vom Grundbesitz Europa gehaltenen Immobilien. Sie sank im vergangenen Jahr von 6,2 auf 3,0 Prozent.

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Wertentwicklung hat enttäuscht

Hauptmotiv für die Flucht der Anleger aus offenen Immobilienfonds ist deren unbefriedigende Wertentwicklung: In den vergangenen zwölf Monaten haben sie nur ein mageres Plus von 1,0 Prozent erzielt – halb so viel, wie die Top-Anbieter für Tagesgeld zahlen. Einige Fonds sind sogar tief ins Minus gerutscht. So büßte der inzwischen aufgelöste Fonds Morgan Stanley P2 Value in den vergangenen zwölf Monaten 38,6 Prozent ein.

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