Investitionen: China erobert den europäischen Weinbau

Investitionen: China erobert den europäischen Weinbau

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Ein Mann prüft bei einer Weinmesse in Shanghai ein Glas Rotwein. Als Reaktion auf die Solarzölle denkt China nun über Strafzölle für europäische Weine nach.

Der Weinkonsum ist weltweit erstmals nach dem Beginn der Finanzkrise wieder gestiegen - auch in Deutschland. Allerdings kämpfen Europas Winzer derzeit mit ganz anderen Problemen.

Die deutschen Winzer ärgern sich derzeit nicht nur über den regnerischen Herbst, sondern auch über chinesische Investoren, die sich in Europa zunehmend Weinanbauflächen kaufen. Auch auf dem Gebiet der Volksrepublik hat sich die Weinanbaufläche in den vergangenen zehn Jahren nahezu verdoppelt. Mittlerweile gehört das Land gemeinsam mit Spanien, Frankreich, Italien und Deutschland zu den führenden Erzeugerländern von Wein.

Vor allem nach Frankreich kommen chinesische Geschäftsleute, um sich nicht nur mit Wein einzudecken, sondern manchmal auch, um sich gleich ein ganzes Weingut zu kaufen. Das Interesse aus Fernost am Bordeaux kommt nicht von ungefähr. „Das wichtigste in China ist deine gesellschaftliche Stellung“, sagt Li Lijuan. Die 29-Jährige Expertin für die bekanntesten französischen Rotweine weiß, wie der chinesische Weinmarkt tickt. Die Leidenschaft ihrer Landsleute für die weltweit größte zusammenhängende Weinbauregion hat einen handfesten Grund: „Bordeaux zu trinken bedeutet, die schönen Dinge im Leben zu schätzen zu wissen. Ein eigenes Weingut zu besitzen, kommt also fast der Aufnahme in den Hochadel gleich.“ Mittlerweile haben mehr als 50 Winzerbetriebe in der Region Bordeaux in den vergangenen fünf Jahren den Besitzer gewechselt und gehören nun chinesischen Investoren – den Franzosen gefällt diese Entwicklung gar nicht, obwohl es allein in der Region um die 8000 Weingüter gibt. Vor allem teure und vornehme Güter stehen im Visier der Chinesen.

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Je größer die Ambitionen der Chinesen, desto größer die Klagen jener Franzosen, die um ihr kulturelles Erbe fürchten. „Werden wir in einigen Jahrzehnten noch in Frankreich heimisch sein?“, fragte sich ein Leser vor einiger Zeit in einem Beitrag auf der Webseite der Regionalzeitung „Sud Ouest“. Ein anderer schrieb nach einem der zahlreichen Artikel, die vom chinesischen Sturm auf das Bordeaux berichteten: „Es ist eine Schande.“

Nach aktuellen Schätzungen werden 2013 in Deutschland nur etwa 8,4 Millionen Hektoliter Weinmost geerntet. Damit läge der Ertrag sieben Prozent unter dem des Vorjahres und neun Prozent unter dem zehnjährigen Mittel von 9,26 Millionen Hektolitern. Die Winzer in einigen Anbaugebieten haben bereits angekündigt, die Preise zu erhöhen. Auf der anderen Seite steigt der weltweite Konsum stetig an – auch weil vor allem die chinesische mehr Wein trinken. Branchenkennern zufolge, soll der Importanteil, der derzeit bei 20 Prozent liegt, bis 2015 auf 40 Prozent steigen.

Im Handelsstreit zwischen der EU und China prüfte damals die chinesische Regierung nach der Verhängung von Strafzöllen auf Importe von Solarmodulen aus China, ob europäische Winzer am chinesischen Markt mit Dumping-Preisen und mit Hilfe unzulässiger Subventionen operieren.

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