tor NEW YORK. Die meisten großen Investmentbanken das Private-Equity-Geschäft als lukrative Quelle entdeckt, an der sie gleich mehrfach verdienen können. Jüngstes Beispiel ist das Brokerhaus Merrill Lynch. Merrill hat nicht nur die US-Privatklinik HCA beraten, die für die Rekordsumme von 21 Mrd. Dollar an ein Buyout-Konsortium verkauft wird. Das Handelshaus ist selbst Mitglied dieses Konsortiums, berät seine Partner und hat die Finanzierung der Transaktion mit eingefädelt. Erst die Kombination von Investment-Banking mit der Rolle als Investor mache die Bank auf dem Private-Equity-Markt konkurrenzfähig, sagte Gregory Flemming, Chef des Investment-Bankings bei Merrill Lynch, dem "Wall Street Journal".
Ähnlich aktiv im Private-Equity-Markt ist auch Goldman Sachs. Durch ihre Doppelrolle als Berater und Investor bei Transaktionen in Großbritannien ist die Bank jedoch in die Kritik geraten. Wer seine Investmentbank-Kunden bei deren Strategie berät, könne nicht gleichzeitig als potenzieller Käufer auftreten, lautet der Vorwurf.
Hinzu kommt, dass auch die Buy-Out-Firmen zu den wichtigsten Kunden der Wall Street zählen. Goldman & Co. helfen Blackstone & Co. als Berater und Finanzier bei vielen Firmenübernahmen. Interessenkonflikte lassen sich deshalb kaum vermeiden, wenn Investmentbanken zugleich auf dem Private-Equity-Markt tätig werden. Morgan-Stanley-Chef John Mack räumt das freimütig ein. Viele Banker sind jedoch der Meinung, dass sie die Interessenkonflikte "managen" können. So bieten die Investmentbanken häufig gemeinsam mit ihren Private-Equity-Kunden für Unternehmen.
Großbanken wie JP Morgan Chase und Credit Suisse sind nach Klagen ihrer Kunden jedoch vorsichtiger geworden und haben ihre Aktivitäten im Private-Equity-Markt deutlich reduziert.




















