Investmentfonds: Hohe Rendite mit Dividendenfonds

Investmentfonds: Hohe Rendite mit Dividendenfonds

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René Obermann, Vorstandschef der Deutschen Telekom

von Heike Schwerdtfeger

Die Ausschüttungsquoten vieler Aktiengesellschaften schlagen aktuell locker die meisten Anleihezinsen. Wie Anleger mit speziellen Fonds von dividenstarken Titeln profitieren.

"René Obermann kann zuhören“, sagt Klaus Kaldemorgen, Chef-Fondsmanager der DWS, über den Chef der Deutschen Telekom. Dem Kopf der DWS lag ein Thema bei seinen Gesprächen mit Deutschlands Unternehmenslenkern in den vergangenen Monaten besonders am Herzen: die Dividende. Daraus hat Obermann offenbar die richtigen Schlüsse gezogen, die sich für Aktionäre bezahlt machen sollten. Der Telekom-Chef weiß, dass er derzeit nicht mit tollen Geschäftszahlen Schlagzeilen macht, aber vielleicht wenigstens mit einer stabilen Dividende Aktionäre bei der Stange halten kann. Wer die T-Aktie kauft, erhält am 4. Mai 78 Cent an Dividende, so Obermanns Vorschlag für die diesjährige Ausschüttung, die er kürzlich bekannt gab. Das entspricht einer Rendite von gut acht Prozent auf den aktuellen Kurs der T-Aktie – und ist das 2,5-Fache dessen, was zehnjährige Bundesanleihen oder fünfjährige Anleihen der Telekom derzeit abwerfen. Für die Jahre 2010 bis 2012 verspricht Obermann sogar eine Mindestdividende von 70 Cent je Aktie.

Die Konkurrenz zwischen Dividenden- und Anleiherendite besteht bei immer mehr Unternehmen. Das macht die Fondsmanager der inzwischen rund 70 Aktienfonds optimistisch, die sich speziell auf Unternehmen mit hohen Dividendenzahlungen konzentrieren.

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„Wegen der aktuellen Minizinsen zählt jetzt jede Nachkommastelle, das macht selbst kleine Ausschüttungen interessant“, sagt Christian Fischl, Geschäftsführer bei der Münchner Vermögensverwaltung Huber Reuss & Kollegen. „Auf Dauer bereiten die niedrigen Zinsen vielen Anlegern Verdruss. Sie stehen vor der Wahl, das Risiko der Aktie in Kauf zu nehmen oder weiterhin auf Rendite zu verzichten“, sagt Kaldemorgen.

Böse Überraschungen

Wer nur die Dividendenrendite betrachtet, müsste jetzt eigentlich die Aktie des Hedgefonds-Anbieters Man Group kaufen, die zwölf Prozent Rendite verspricht, oder die jeweils neun Prozent des griechischen Glücksspielanbieters OPAP sowie des Stromversorgers Public Power mitnehmen. Allerdings: Während der Anleihekäufer zum Kaufzeitpunkt die Rendite bis zur Fälligkeit der Anleihe genau ausrechnen und mit einem festen Rückzahlungsbetrag kalkulieren kann –, so das Unternehmen nicht pleitegeht –, kann ein Aktionär Dividendenströme nicht fest einplanen. Über Dividenden wird jedes Jahr neu entschieden. Und da werden Anleger von bösen Überraschungen nicht verschont. Im Dax kürzten etwa Merck, BASF, RWE und ThyssenKrupp ihre Ausschüttungen, beim Daimler in Stuttgart und der Lufthansa in Köln gibt’s dieses Jahr überhaupt nichts zu holen.

„Bezogen auf die aktuell niedrigen Aktienkurse, führen die prognostizierten Ausschüttungen dennoch zu durchaus -attraktiven Renditen“, sagt Robert Göötz von der Stuttgarter Vermögensverwaltung Thallos. Besonders spendable Dividendenzahler in Europa sind France Télécom und die spanische Telefónica mit Dividendenrenditen von gut acht Prozent sowie der Medienriese Vivendi mit sieben und die italienischen Energiekonzerne Enel und Eni mit mehr als sechs Prozent.

Kein Risikopuffer

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Eine hohe Dividende bedeutet zudem keineswegs, dass sich die Aktie konstant oder überdurchschnittlich entwickelt. Der Irrglaube bescherte manchem Dividendenfondsmanager 2008 hohe Verluste: Vormals zahlte die Bankbranche hohe Dividenden und wurde in manchem Fonds mit 30 Prozent hoch gewichtet. Fatal: 2008 machte etwa ein Indexfonds für europäische Aktien, der Lyxor ETF DJ Stoxx Select Dividend 30 enorme 59 Prozent minus. Von einem Risikopuffer, den Dividenden angeblich bieten, kann also generell keine Rede sein.

Jan Ehrhardt, Fondsmanager des langjährig erfolgreichsten Dividendenfonds, des DJE Dividende & Substanz (siehe Tabelle), sieht derzeit keine vergleichbaren Risiken wie im Banken-Crashjahr 2008. „Versorger- und Pharmaunternehmen sind als interessante Dividendenwerte leichter einzuschätzen als Banken. Wenn die Börsenkurse in diesem Jahr fallen sollten, werden die Dividendenaktien besser wegkommen als 2008.“ Weil viele Branchen freie Kapazitäten hätten, könnten sie zudem Investitionen verschieben. „Das bietet ihnen in der Krise die Möglichkeit, noch üppig auszuschütten“, so Ehrhardt. Die Dividendenaktien gelten zudem als günstig bewertet. „Finanzwerte und zyklische Aktien sind stark gestiegen, die Kurse von Dividendentiteln blieben dahinter zurück“, sagt Alexandra Annecke, Fondsmanagerin bei Union Investment.

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