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Investmentfonds: Vage Angaben zu Provisionen

von Heike Schwerdtfeger (Frankfurt)

Die Art der Provisionvergabe und Höhe der Provisionssätze ist bei Vermittlern, Banken und Fondsgesellschaften uneinheitlich. Wer bei Aktienfonds Provisionen kassiert.

Die Commerzbank legt die - Quelle: AP
Die Commerzbank legt die - recht hohen - Provisionen für die Vermittlung ihrer Fonds offen Quelle: AP

Vermögensberater Antonio Sommese verdient Geld mit dem Verkauf von Investmentfonds, die Anleger täglich kaufen und verkaufen können. Anders als Verkäufer geschlossener Fonds lebt Sommese aber nicht von einmaligen Provisionen, sondern von Kickbacks (Rückvergütungen), die Fondsgesellschaften Verkäufern ihrer Produkte zahlen. „Üblicherweise bekomme ich bei Aktienfonds pro Jahr etwa 0,3 Prozent und bei Rentenfonds 0,1 Prozent des von mir vermittelten Vermögens“, sagt er. Da die Kickbacks vom Depotwert abhängen, haben Anleger und Berater ähnliche Interessen: Empfiehlt der Berater schlechte Fonds, sinken seine Einnahmen mit dem Vermögen des Kunden.

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Bei Banken, die etwa zwei Drittel aller Fonds vermitteln, ist die Interessenlage nicht so klar. Lässt sich der Anleger dort beraten, zahlt er gewöhnlich den Ausgabeaufschlag – auf den Sommese verzichtet und der zwischen einem und sechs Prozent des angelegten Vermögens ausmacht. Dieser fließt als einmalige Provision meist komplett dem Verkäufer zu – unabhängig davon, wie der Fonds sich später entwickelt.

Verkauf gegen Rückvergütung

Mitunter kommen die Produkte der Fondsgesellschaften nur auf den Banktresen, wenn diese den Banken zudem noch hohe Rückvergütungen zahlen. Die Kickbacks knapsen sie aus der Verwaltungsvergütung ab. Diese liegt je nach Fondstyp zwischen 0,8 und 2,5 Prozent pro Jahr und wird dem Fondsvermögen automatisch entnommen. Wie viel davon die Bank, die den Kauf des Fonds vermittelt hat, kassieren kann, hängt von ihrer Marktmacht ab. Verglichen mit vielen Banken, bekommt Fondsvermittler Sommese eher wenig: Verkaufen etwa Commerzbank-Berater den hauseigenen Dachfonds „Commerzbank Premium Management“, kassiert die Bank drei Prozent Ausgabeaufschlag. Bei der Fondsvariante „Wachstum“ fließen jährlich rund 1,9 Prozent des angelegten Vermögens – stolze 90 Prozent der Verwaltungsvergütung – als Vertriebsprovision an die Bank zurück. Bei derart hohen Provisionssätzen haben Berater kaum Anreize, andere Produkte anzubieten. Zumindest legt die Commerzbank die Provisionen offen. Von den Fondsgesellschaften gibt es nur vage Angaben im Kleingedruckten. Man gebe auch „wesentliche Teile“ der Verwaltungsvergütung an „vermittelnde Stellen“ weiter, heißt es etwa beim RCM Thesaurus, einem Fonds der Allianz-Gruppe. „Der Kunde muss zumindest vom Vermittler die tatsächliche Höhe der Provision erfahren oder zumindest eine für ihn transparente Berechnungsgrundlage“, fordert Peter Gundermann von der Anleger-Kanzlei Tilp.

1 KommentarAlle Kommentare lesen
  • 26.06.2009, 12:34 UhrAnonymer Benutzer: Andrea

    Man kann der WiWo-Redaktion nur dafür danken, daß sie immer wieder so kritisch hinter die bank-Kulissen schaut. Nirgendwo sonst findet man als Leser so nützliche Hintergrundinformationen.

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