Investmentfonds: Versteckte Gebühren bei Fonds

Investmentfonds: Versteckte Gebühren bei Fonds

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Gebühren beim Fondskauf: Oftmals verschleierte Provisionen

von Heike Schwerdtfeger

Fondsanleger können beim Ausgabeaufschlag sparen, werden aber an anderen Stellen ausgequetscht.

Indien und Großbritannien machen es vor: Die Commonwealth-Länder verbieten künftig die Kaufgebühr bei Investmentfonds. Über den sogenannten Ausgabeaufschlag ärgern sich auch hierzulande viele Anleger. Fünf Prozent der angelegten Summe werden ihnen üblicherweise bei Aktienfonds abgezogen, drei Prozent zahlt der Käufer bei Anleihefonds. Meist fließt der Ausgabeaufschlag als Provision komplett an den Verkäufer des Fonds, quasi als Lohn dafür, dass er ein Kundengespräch geführt hat und Fonds empfahl. Briten und Inder wollen aber sicherstellen, dass Anleger neutral beraten werden.

Die Empfehlungen der Finanzverkäufer sollen nicht länger von den Fondsproduzenten beeinflusst werden. Sie sollen Kunden passende Fonds verkaufen und nicht diejenigen, die die höchste Provision bringen. Fällt der Ausgabeaufschlag weg, hat der Verkäufer zudem keinen Anreiz mehr, Depots ständig umzuschichten. In Deutschland dürfen Finanzverkäufer den Ausgabeaufschlag weiter kassieren. Allerdings hat sich rumgesprochen, dass es Fonds an der Börse ohne Aufschlag gibt und auch Online-Vermittler vielfach komplett auf die Gebühr verzichten. „Ausgabeaufschläge verlieren an Bedeutung“, sagt Volker Schmitz, Chef des Beratungsunternehmens CapQM. Nach seinen Berechnungen haben Anleger 2007 aber noch rund 3,6 Milliarden Euro für Ausgabeaufschläge gezahlt – im Durchschnitt etwa 1,4 Prozent der damals neu in Fonds angelegten Summe.

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Später zur Kasse gebeten

Doch selbst wenn Anleger aufschlagsfrei einkaufen, werden sie später zur Kasse gebeten. 6,2 Milliarden Euro haben Fondshäuser deutschen Anlegern 2007 an Verwaltungsvergütung belastet, hat CapQM ermittelt. Üblicherweise fallen bei Aktienfonds 1,8 Prozent und bei Rentenfonds 1,0 Prozent jährlich an. Davon geben die Fondshäuser einen dicken Batzen an die Finanzverkäufer ab – zusätzlich zu den Ausgabeaufschlägen. Die jährliche Vergütung wird dem Fondsvermögen entnommen und in Wertentwicklungsvergleichen berücksichtigt. Teure Fonds fallen in Rankings zurück, wenn es dem Manager nicht gelingt, durch gute Wertpapierauswahl die hohen Kosten wieder einzuspielen.

Qualität muss nicht teuer sein, Schrott schon: Stimmt die Provision, haben auch schlechte Fonds eine Chance am Markt. Der Fondsanbieter Gamax verlangt sechs Prozent Aufschlag für Aktienfonds. Bei drei Fonds liegen die jährlichen Gesamtkosten in diesem Jahr bei 2,5 Prozent, in den Vorjahren waren es mehr als 3,0 Prozent. Die Fonds bekommen von der Analysegesellschaft Feri Euro Rating auf einer Skala von A bis E nur die Note D. Manche Vermittler schreckt das nicht ab. Für den Dachfonds „Commerzbank Premium Management Wachstum“ haben Commerzbank-Verkäufer schon 381 Millionen Euro eingesammelt. Kein Wunder: Ihr Arbeitgeber kassiert 3,0 Prozent Aufschlag, zudem fließen jährlich 1,9 Prozent des angelegten Geldes – stolze 90 Prozent der Verwaltungsvergütung – an die Bank. Bei solchen Provisionshöhen ist der Anreiz für Commerzbank-Verkäufer gering, konzernfremde Fonds zu suchen.

Klagen gegen verschleierte Provisionen

Derzeit sehen sich Banken mit zahlreichen Klagen wegen verschleierter Provisionen konfrontiert. Die BW-Bank streitet gerade mit einem Anleger, der 2005 in den Dachfonds LBBW Balance CR 20 investiert hat. Nach Ansicht des Landgerichts Stuttgart hätte die Bank über Rückvergütungen aufklären müssen, die sie für den Fondsverkauf erhielt (25 O 147/09). Die Bank hat gegen das Schadensersatzurteil Berufung eingelegt: Sie habe gemäß der damaligen Rechtslage informiert. Heute erhalten Anleger mehr Informationen – im Zweifel sollten sie aber den Verkäufer fragen, was ihm der Anlagerat bringt.

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