Investmentlegende Marc Faber: "Ich traue überhaupt keiner Papierwährung"

InterviewInvestmentlegende Marc Faber: "Ich traue überhaupt keiner Papierwährung"

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Marc Faber

von Frank Doll

Notenbanken werden die Börsen bei jedem Einbruch mit frisch gedrucktem Geld heraushauen, sagt Marc Faber. Weil dadurch die Kaufkraft des Geldes immer schneller schwindet, hält er Aktien und kauft weiter Gold.

Herr Faber, bekommen die Deutschen bald ihre geliebte D-Mark zurück?

Es ist schon denkbar, dass den Deutschen eines Tages die Lust vergeht, anderen Staaten der Eurozone zu helfen – und dass sie dann die Eurozone verlassen. Ich glaube aber nicht daran.

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Warum nicht?

Dazu fehlt der politische Wille. Die Politik will die Eurozone so lassen, wie sie ist. Und die Europäer sind mit dem aktuellen Euro-Wechselkurs von 1,23 Dollar glücklicher als im November, als der Euro bei 1,51 Dollar stand. Der schwache Euro hilft den Exporten.

Währungen leben vom Vertrauen. Das Vertrauen vieler Deutscher in den Euro ist nicht mehr da.

Der Euro ist letztlich auch nur eine Papierwährung, deren Kaufkraft mit der Zeit abnehmen wird, so wie der Dollar. Ich traue überhaupt keiner Papierwährung. Statt auf die Rückkehr der D-Mark zu hoffen, würde ich diesen Deutschen empfehlen, Gold und Silber zu kaufen.

Ist Europa eine homogene Veranstaltung? Erst als Frankreich mit dem Austritt aus dem Euro gedroht hatte, ist die deutsche Regierung eingeknickt. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte sich zunächst gesträubt, die Schatulle aufzumachen.

Damit hatte sie ja völlig recht. Aber dann sind politische Entscheidungen getroffen worden. Die kann ich nicht beurteilen. Ich bin Ökonom und Finanzberater. Gehen Sie davon aus, dass der Euro letztlich auch nur eine Papierwährung ist wie der Dollar, deren Kaufkraft mit der Zeit abnehmen wird. Das ist ganz klar.

Braucht die Welt einen Internationalen Währungsfonds?

Ich glaube nicht. Ich bin auch nicht der Ansicht, dass Notenbanken notwendig sind. Aber wir haben sie nun mal und müssen mit ihnen leben. Das sind Institutionen, die einmal geschaffen wurden und dann nicht mehr abgeschafft werden. Das ist der Staat, der wie ein Krebsgeschwür wächst. Die Beamten und Angestellten haben ja kein Interesse daran, sich selbst abzuschaffen. Über den IWF können die kontrollierenden Länder außerdem gewisse wirtschaftspolitische und geopolitische Ziele erreichen.

Ist der IWF ein verlängerter Arm der amerikanischen Geldpolitik?

Zum Teil schon. Die USA haben das größte Gewicht, aber die anderen Länder sind ja auch dabei. Wenn der IWF Kredite zur Verfügung stellt, dann müssen auch Länder wie Spanien und Italien proportional beitragen, also Pleitestaaten tragen zum Hilfspaket bei.

Kann das funktionieren?

Länder, die vor dem Bankrott stehen, also etwa Griechenland, Spanien oder Portugal, kann man mit zusätzlichen Krediten temporär helfen. Aber wenn die Lage grundsätzlich hoffnungslos ist, dann ist das natürlich keine Lösung des Problems, es wird nur verschoben.

Gilt das für alle Hilfspakete?

Ja. Man glaubt zwar, mit den Hilfspaketen ließe sich ein ganz starker Einbruch der Wirtschaft verteilen auf fünf bis zehn Jahre. Das ist die keynesianische Argumentation. Ich bin nicht der Meinung. Im Gegenteil, die Lage wird sich gar verschlimmern.

US-Notenbankchef Ben Bernanke hat gerade gesagt, er könne die Entwicklung des Goldpreises nicht nachvollziehen. Können Sie ihm auf die Sprünge helfen?

Ich würde ihm sagen: Wenn Du die Zinsen auf null Prozent setzt und Deine Notenbank Geld druckt, dann frag Dich mal, was intelligente Menschen wohl lieber haben möchten – Papiergeld oder Gold?

Die Agentur Bloomberg hat gemeldet, dass mehr als zwei Drittel der weltweit befragten Investoren mit der Arbeit von Bernanke zufrieden sind.

Das überrascht mich nicht. Bei solchen Umfragen werden Leute aus dem Finanzsektor befragt. Die werden um so besser bezahlt, je stärker die Preise für Vermögenswerte steigen. Für die ist Bernanke ein Engel, den Gott geschickt hat. Alles, was die Aktienkurse nach oben zieht, ist da willkommen. Der Konsens unter Finanzleuten und Wirtschaftspolitikern ist ja, dass wir in einer Depression stecken würden, wenn Regierungen und die Geldpolitik nicht gerettet hätten. Bewiesen ist das nicht, weil es ja überhaupt nicht versucht worden ist.

Sie hätten es versucht?

Ja, und dann wäre das System jetzt bereinigt. Der Staat hätte die Einlagen der Bürger stützen und Banken fallen lassen können. Nun gehen anstelle des Finanzsektors die Staaten pleite.

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