
Erkenntnis Nummer 5: Das Ausgefallene wagen! Märkte sind effizient, alle Informationen sind im Kurs enthalten, niemand kann den Markt auf Dauer schlagen – das stellte der US-Ökonom Eugene Fama schon vor 40 Jahren fest. Der Lehrsatz gilt noch heute. „Timing gelingt weder Profis noch Wissenschaftlern – und dem Privatanleger erst recht nicht“, warnt Martin Weber, Professor an der Uni Mannheim.
Den studierten Theologen Uwe Lang hält das nicht davon ab, Daten auszuwerten, die 40 Jahre zurückreichen. Seine daraus extrahierte Formel ist eher einfach: Sind die Renditen von Anleihen mit zehnjähriger Laufzeit niedriger als der Zwölfmonatszins am Geldmarkt, gibt das ein Verkaufssignal. Entwickeln sich dazu die Kurven von Dax, Nasdaq und US-Versorgeraktien schwach, sollten Anleger vollends aussteigen. Sind die Anleiherenditen aber höher als die Sätze am Geldmarkt und drehen die drei Aktienindikatoren nach oben, ist das ein Kaufsignal. So wie jetzt: Langs ausgefallenes Modell signalisiert bis Jahresende einen Dax 6000.
Apropos ausgefallen: Mit der Finanzkrise erlebt eine der exotischsten Chart-Methoden einen überraschenden Aufschwung: die Elliott-Wellentechnik. „Grundlage dieser Methode ist die Annahme, dass Kurse von Menschen gemacht werden“, sagt der Krefelder Berater Heribert Müller. Kollektive Verhaltensmuster wie Gier und Angst hätten sich seit Jahrhunderten nicht verändert. „Dieses Verhalten spiegelt sich in Kursmustern wider, die auch vergleichbar sind.“
Das Instrumentarium, mit dem Müller die Kursschwünge analysiert, ist die Wellen-Analyse, die der Amerikaner Ralph Nelson Elliott in den Dreißigerjahren entwickelte. Danach bewegen sich Finanzmärkte in Wellenzyklen. Jeder Trend besteht aus fünf Wellen: Drei Bewegungen in der ursprünglichen Richtung (Impulswellen), unterbrochen von zwei entgegengesetzten Korrekturwellen. Darauf aufbauend warnte Müller rechtzeitig vor der Baisse 2008 seine Anleger, schaltete im März 2009 vorübergehend auf Kauf und sah Ende August die Börsenampel wieder auf Rot springen.
Auch der technische Analyst André Tiedje, der von klassischen Charts zur Wellenanalyse kam, ist skeptisch. Er sieht den Dow Jones gerade vor einem Rückschlag. Die Elliott-Jünger Müller und Tiedje stehen damit in scharfem Gegensatz zum Börsen-Theologen Lang.
Wer recht behalten wird, ist damit auch eine Glaubensfrage.















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Alle Kommentare lesen08.05.2011, 19:24 UhrAnonymer Benutzer: Tilo
Eine weitere Anlagestratgie: Nutzen des Monatswechseleffektes. in den Tagen des Monatswechsels steigen viele Aktien und indizes überdurchschnittlich oft an. Mehr dazu unter:
www.turn-of-the-month.de
08.01.2010, 19:08 UhrAnonymer Benutzer: Christoph
interessanter Artikel. Gute Anlagestrategien findet man auch im finanzen-forum auf http://www.finanzen-forum.net
30.09.2009, 02:36 UhrAnonymer Benutzer: J. Düßmann Autor von:Aktie und Börse 27 Jahre
Mein Depot ist längst über den alten Höchstständen. Mit dem Kauf verschiedener Anlageklassen (sichere Aktien und Hybridanleihen) habe ich nicht immer den richtigen Zeitpunkt getroffen, aber in der Tendenz recht gehabt, und nur darauf kommt es an. Mit dem Einschreiten der verschiedenen Staaten war das Ende der Finanzkrise abzusehen. Die Wirtschaftskrise wird noch dauern, aber einen Zusammenbruch gibt es nicht! Aus 1929 wurde gelernt, auch wenn viele Fehler (Lehman) vermeidbar waren. Aber dieses Sammelsurium von tollen Anlagestrategien ist wirklich überholt.