Kapitalanlage: Zinsen pushen Vorsorgebeiträge

Kapitalanlage: Zinsen pushen Vorsorgebeiträge

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Die Rentner der Zukunft müssen auf höhere Verzinsung ihrer Ersparnisse hoffen

von Kerstin Dämon

Normalerweise kennt die Versicherungsbranche keine Geldsorgen. Aber einige Privatversicherer bekommen zu wenig Rendite auf ihre Anlagen. Die Folge könnten Beitragserhöhungen sein. Den Betriebsrentenfonds droht ähnliches.

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat das deutsche Rentensystem gelobt: Die Anhebung des Renteneintrittsalters auf 67 im Zuge der Haushaltskonsolidierung "ist zu begrüßen", schrieb die OECD in ihrem Rentenausblick 2012. Besonders das System Riester hat es der OECD angetan: "Das deutsche Riester-Modell wird in dem OECD-Bericht als Beispiel für einen erfolgreichen Absicherungsplan angeführt", hieß es seitens der Organisation. So viel zu den guten Nachrichten.

Denn gerade über der privaten Absicherung braut sich etwas zusammen. Im vergangenen Jahr haben private Krankenversicherer für ihre Kapitalanlagen weniger als vier Prozent Zinsen bekommen. Das ist problematisch, denn die Privaten kalkulieren mit einem Rechnungszins von 3,5 Prozent für ihre Alterungsrückstellungen, wie die Börsenzeitung berichtet. Dieser Zinssatz gibt an, wie hoch die Verzinsung pro Jahr ausfallen muss, damit die Versicherer Beitragsstabilität und Leistungsversprechen halten können. Laut Paragraph vier der Kalkulationsverordnung darf die Verzinsung der Rückstellungen 3,5 Prozent nicht übersteigen. Ansonsten wären stabile Versicherungsbeiträge in Gefahr.

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Gesamte Vorsorgebranche leidet

Dieses Problem haben aber nicht nur die privaten Krankenversicherer, sondern alle Assekuranzen, die die Beiträge ihrer Kunden am Markt anlegen. Allerdings sind bei Lebens- und Rentenversicherern nicht die Beiträge betroffen, sondern die Renditen. Dementsprechend liegt das Problem bei diesem Teil der Branche in der Differenz zwischen Kapitalmarktzins und der zu zahlenden Rendite. Wie die WirtschaftsWoche Online berichtete, suchen deshalb einige Rentenversicherer nach Alternativen für ihr Portfolio, um ihren Kunden weiterhin attraktive Renditen bieten zu können. Anleihen bringen nicht genug, Aktien gelten als zu unsicher. Senken die Versicherer deshalb die Höhe der Auszahlungen, verlieren die Vorsorgeprodukte an Attraktivität. Der finanzpolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Volker Wissing, warnte in diesem Zusammenhang schon vor einer "Gefährdung der Altersvorsorge." Und der Finanzexperte der Unions-Fraktion im Bundestag, Klaus-Peter Flosbach, orakelte: "Noch profitieren die Versicherer von ihren Altanlagen, aber die laufen irgendwann aus."

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