Kapitalanlagen: Das Bankenrisiko der Lebensversicherer

Kapitalanlagen: Das Bankenrisiko der Lebensversicherer

, aktualisiert 28. November 2011, 12:50 Uhr
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Dunkle Wolken über dem Frankfurter Bankenviertel: Die Krise der Geldbranche ist auch ein Risiko für Versicherer.

Quelle:Handelsblatt Online

747 Milliarden Euro haben Lebensversicherer angelegt, 50 Prozent davon bei Banken. Die zunehmenden Schwierigkeiten der Banken werfen nun eine Frage auf: Wie sicher ist das Geld?

FrankfurtHinter der Hälfte der Bankpapiere der Versicherer stehen Sicherheiten, auf die sie im Pleitefall zugreifen könnten (Pfandbriefe, rund 182 Milliarden Euro). Ein weiteres gutes Viertel ist über den Einlagensicherungsfonds mehr schlecht als recht abgesichert (geschätzt über 100 Milliarden), ein knappes Viertel der Bankpapiere halten Versicherer ohne Sicherung (geschätzt weit mehr als 67 Milliarden). Die Anlageklassen im Einzelnen:

Pfandbriefe

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Pfandbriefe sind besicherte und verbriefte Kredite. Dahinterstehende Sicherheiten sind Immobilien (Hypothekenpfandbrief) oder Zahlungsversprechen der öffentlichen Hand (Öffentlicher Pfandbrief ). Sieben Prozent der von deutschen Banken ausgegebenen öffentlichen Pfandbriefe waren zuletzt mit Forderungen an die Schuldenstaaten Portugal, Italien, Irland, Griechenland und Spanien besichert. Wenig vertrauenswürdig! Allerdings: Jeder Pfandbrief muss zu 102 Prozent mit Forderungen gedeckt sein. Bei Öffentlichen waren es zuletzt 120 Prozent. Wie sicher Pfandbriefe sind, hängt davon ab, ob klamme Kommunen und andere Schuldner Kredite tilgen. Je sicherer das Papier, desto weniger Zins.

Die Europäische Zentralbank kauft bis Oktober für 40 Milliarden Euro Pfandbriefe, stützt vor allem südeuropäische Papiere. Die künstliche Nachfrage lässt Kurse steigen und Renditen sinken. So profitieren Versicherer, die Pfandbriefe halten.

Bankkredite

Hinter den Bankkrediten verbergen sich vor allem Schuldscheindarlehen und Namensschuldverschreibungen. Mit einem Schuldscheindarlehen geben Versicherer Banken Kredit. Beide vereinbaren, wann das Darlehen zurückgezahlt wird und wie viel Zins die Bank überweist. Schuldscheindarlehen werden nicht an der Börse gehandelt. Bei einer Bankpleite sind sie durch den Einlagensicherungsfonds gesichert. Der Fonds zahlt maximal 30 Prozent des haftenden Eigenkapitals des insolventen Kreditinstituts aus. Geht eine Großbank pleite, dürfte der Fonds schnell leer sein.

Sparkassen und Genossenschaftsbanken haben ihre eigene Sicherung. Die Namensschuldverschreibung wird auf den Namen des Käufers ausgestellt und ist so auch vom Einlagensicherungsfonds gesichert. Fazit: Die Darlehen sind mit einem Versprechen statt mit Sachwerten besichert – relativ unsicher.

Bankanleihen in Fonds

In Fonds sind auch Schuldverschreibungen von Banken. Lauten Papiere nicht auf den Namen der Versicherung, gelten sie als Wertpapiere und sind nicht besichert.

Börsennotierte Bankanleihe

Börsennotierte Schuldverschreibungen sind Wertpapiere und nicht besichert.

Nachrangkapital

Geht eine Bank pleite, müssen sich Gläubiger, die eine Nachranganleihe halten, hinten anstellen. Ihr Kapital wird aus der Konkursmasse zurückgezahlt, wenn alle anderen bedient wurden. Die Papiere müssten Versicherer bei einer Bankpleite wohl abschreiben. Zur Entschädigung gibt es höhere Zinsen – solange alles prima läuft. Bei einigen Formen des nachrangigen Kapitals entfallen selbst die Zinsen, wenn die Bank keinen Gewinn macht, zum Beispiel bei Genussscheinen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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