HB HANNOVER. Fortress, eine Beteiligungsgesellschaft mit Sitz in New York, will Marktführer im Bereich Wohnungshandel werden. Das Unternehmen hatte im vergangenen Jahr von der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte die Wohnungsgesellschaft Gagfah mit rund 80 000 Wohnungen für 2,1 Milliarden Euro erworben. Die Gagfah soll schnell an die Börse gebracht werden.
Der US-Investor zählt zu den großen Private-Equity-Firmen. Diese Häuser kaufen Unternehmen auf und zerlegen sie, um Teile anschließend mit Gewinn weiterzuverkaufen.
Die Nileg zählt mit einer Bilanzsumme von 1,4 Milliarden Euro und 500 Beschäftigten zu den größten Immobilienunternehmen im Norden. Sie besitzt rund 30 000 Mietwohnungen in Niedersachsen, Mecklenburg- Vorpommern, Hamburg und Schleswig-Holstein.
Der Verkauf ist politisch umstritten. Kritiker vor allem aus den Reihen von SPD und Grünen befürchten, dass es für die Mieter eine Reihe von Nachteilen wie Mieterhöhungen geben wird und dass die Wohnungen nicht mehr gut instandgehalten werden.
Bei ausländischen Investoren, vor allem Fondsgesellschaften, gibt es ein hohes Interesse an den Beständen deutscher Wohnungsgesellschaften, die aus Sicht von Experten derzeit relativ niedrig bewertet werden. Für die Nileg meldeten sich allein 40 Interessenten, zuletzt wurde mit 3 Bietern verhandelt.
Laut einer kürzlich veröffentlichten Studie der Deutschen Bank wird das Interesse ausländischer Investoren an deutschen Immobilien andauern. Der Europachef von Fortress, Robert Kauffman, hatte im April erklärt, die Investmentfirma wolle weiter auf Einkaufstour in Deutschland gehen und habe zwei Milliarden US-Dollar zum Kauf von Wohnungen eingesammelt.





