Kfz-Versicherung: Sichere Fahrt - wann der Tarifwechsel lohnt

Kfz-Versicherung: Sichere Fahrt - wann der Tarifwechsel lohnt

von Saskia Littmann

Unisex-Tarife und andere Besonderheiten dürften im kommenden Jahr die Preise für Kfz-Versicherungen in die Höhe treiben. Bis Ende des Monats können Versicherte den Anbieter wechseln. Wer wechseln will, sollte sich aber genau informieren.

Anna fährt einen zwei Jahre alten VW-Golf. Paul auch. Doch obwohl beide das gleiche Modell besitzen, zahlt Anna wesentlich weniger für ihre Auto-Versicherung.

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Da Männer laut Statistik mehr Unfälle bauen, ist der Versicherungsschutz für Frauen in Deutschland günstiger. Doch damit ist jetzt Schluss. Der Europäische Gerichtshof in Luxemburg hat im März vergangenen Jahres beschlossen, dass das Geschlecht des Versicherten den Tarif nicht mehr beeinflussen darf. Die Diskriminierung eines Geschlechts sei unzulässig. Ab dem 21. Dezember dieses Jahres sind die Unisex-Tarife - also Einheitstarife für beide Geschlechter - deshalb vorgeschrieben. Das dürfte den Markt für Kfz-Versicherungen in Deutschland kräftig durchrütteln.

Das Marktbeobachtungsportal nafi.de hat berechnet, dass die Preise 2013 deutlich in die Höhe schießen könnten. Teilkasko-Versicherungen werden demnach durchschnittlich fünf Prozent teurer, bei Vollkasko-Tarifen sind es sogar zehn Prozent. Selbst bei der Pkw-Haftpflicht, die jeder Autofahrer in Deutschland abschließen muss, steigen die Preise laut nafi.de um bis zu drei Prozent. 

Wer jetzt denkt, dass nur die Frauen unter den neuen Unisex-Tarifen leiden werden, der irrt. Die meisten Beobachter gehen davon aus, dass die Tarife der Frauen einfach an das höhere Niveau der Männer angepasst werden. Laut Berechnungen der Zeitung „Finanztest“ könnten die Frauen-Tarife um bis zu 50 Prozent teurer werden. Vor allem junge Fahranfängerinnen müssen demnach mit massiven Preissteigerungen rechnen. Allerdings sollen die neuen Tarife eigentlich nur für Neuverträge gelten.  Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) wollte sich noch nicht zu möglichen Preissteigerungen äußern. „Bisher ist das alles Kaffeesatzleserei“, sagt Christian Lübke.   

Unisex nicht alleine schuld

Die Einheits-Tarife sind allerdings nicht die alleinigen Preistreiber. „In den letzten Jahren tobte ein regelrechter Preiswettbewerb unter den Anbietern“, sagt Peter Grieble, Versicherungsexperte bei der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Lübke geht sogar einen Schritt weiter. „Nur wenige Kfz-Versicherer schreiben schwarze Zahlen“, sagt der GDV-Experte. Die Preise lägen aktuell auf dem Niveau der Achtziger Jahre, Anbieter hätten also keinen Spielraum mehr nach unten. Während bisher die Prämie im Vordergrund stand, rücken jetzt die Leistungen wieder stärker in den Mittelpunkt. Daher erwartet auch Verbraucherschützer Grieble, dass die Policen im Schnitt ein paar Prozent teurer werden.

Zusätzlich werden regelmäßig zum Jahreswechsel die Typklassen für die Autos angepasst. Dieser Index gibt das Schadenrisiko für rund 22.000 verschiedene Automodelle an und wird vom GDV veröffentlicht. Je höher das Schadenrisiko des Autos ist, desto teurer die Versicherung. Auch die Höhe der Reparaturkosten spielt eine Rolle. Sind die Werkstätten des Herstellers sehr teuer, fällt auch der Versicherungsbeitrag höher aus. Traditionell liegen beispielsweise Porsche-Modelle relativ weit vorne, hier fallen hohe Versicherungskosten an. Aktualisiert werden die Statistiken jedes Jahr anhand der Zahl der Unfälle, in die das jeweilige Modell verwickelt war.  

Während 2012 nur rund ein Drittel der Modelle in andere Typklasse eingeordnet wurden, ändern sich 2013 laut GDV die Typklassen bei etwa der Hälfte aller Autos. Grund seien Änderungen bei den statistischen Berechnungen, sagt Lübke. Meistens landet das Fahrzeug allerdings lediglich eine Klasse höher oder tiefer, Veränderungen von mehreren Klassen sind selten. Trotzdem sind Preisänderungen vorprogrammiert. „Viele Versicherte werden aber auch von den Änderungen profitieren“, sagt GDV-Experte Lübke.   

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