Kommentar: Spiel mit verdeckten Karten der Investmentfonds

Kommentar: Spiel mit verdeckten Karten der Investmentfonds

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Die Investmentfonds spielen derzeit mit verdeckten Karten

Investmentfonds kaufen wieder Finanzwerte. Daraus lässt sich für Anleger aber längst noch kein Signal für das Ende der weltweiten Kreditkrise ablesen.

Die Profis werden mutiger: Der 40 Milliarden Dollar schwere Magellan-Fonds von Fidelity investierte im April zusätzlich 750 Millionen Dollar in Banken und Versicherungen. Obwohl er den gleichen Namen trägt, ist der nicht mit dem in Deutschland vertriebenen Schwellenländerfonds Magellan des französischen Anbieters Comgest zu verwechseln. Der Namensvetter aus den USA setzt vornehmlich auf amerikanische Aktien.

Die riskante Wette auf angeschlagene US-Finanzkonzerne bescherte dem Fidelity-Fonds im April einen Zuwachs von 6,5 Prozent. Dafür sorgte vor allem der erfolgreiche Börsengang des Kreditkartenkonzerns Visa, an dem sich der Magellan-Fonds mit 100 Millionen Dollar beteiligt hat. Aber auch das Investment in die ausgebombte Investmentbank Bear Stearns bescherte dem Fidelity-Portfolio starke Kursgewinne.

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Spätestens an diesem Punkt verliert das Engagement des Magellan-Fonds an Signalwirkung. Bisher handelt es sich nur um eine kurzfristige Spekulation nach der Übernahme von Bear Stearns durch JP Morgan. Diesen Deal schon als Schlussvorhang für das Finanzkrisendrama zu deuten, käme Wahrsagerei gleich. Schließlich reißen die Negativnachrichten nicht ab. So meldete UBS für das erste Quartal einen Verlust von umgerechnet sieben Milliarden Euro – und die Schweizer Bank rechnet mit einem weiterhin schwierigen Jahr. Auch die Deutsche Bank, die sich selbst lange Zeit als Fels in der Brandung sah, rutschte in diesem Jahr in die roten Zahlen.

Zudem zeigt sich die Finanzkrise nicht nur gut sichtbar in hell lodernden Flammen über den Dächern der Geldhäuser, sondern auch als verborgener Schwelbrand im US-Immobilienmarkt. Damit sind weniger die spektakulären Pleiten von US-Hypothekenbanken gemeint, als vor allem die riskante Kreditvergabe an finanzschwache Familien. So haben viele private Eigenheimbesitzer langfristige Kredite abgeschlossen, die ihnen in den ersten Jahren nicht nur die Tilgung sondern auch Zinszahlungen ersparen. Bisher haben sie nichts oder nur wenig an die Bank zahlen müssen. Die volle Wucht ihrer Hypothek trifft sie erst mit Verzögerung. Es ist daher mit weiteren Kreditausfällen und einem weiterhin schwierigen Markt für angeschlagene Hypothekenanleihen zu rechnen.

Die Ratingagentur Standard & Poor’s schätzt, dass die Banken bei zweitklassigen US-Immobiliendarlehen nur etwa 40 Prozent des Hypothekenwertes wiedersehen werden. Das legt den Verdacht nahe, dass die Finanzkonzerne noch nicht alle Karten auf den Tisch gelegt haben.

Wenn Profis Zeichen setzen, ist das also noch lange kein Startsignal für Privatanleger.

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