Erklärt allein dies die massiven Prämienzuwächse?
Nein, denn die Prämien sind ja nicht gleichmäßig angestiegen, sondern je nach Tarif ganz unterschiedlich. Es mussten vor allem Bestandskunden bluten, deren Tarife für Neukunden geschlossen wurden.
Warum wurden die Tarife geschlossen?
Vielen Krankenversicherungen war es zu aufwendig, alle angebotenen Tarife wegen der Möglichkeit, künftig Altersrückstellungen mitnehmen zu können, neu zu kalkulieren. Wenn ein Teil der Versicherten den Tarif verlässt und einen Teil der Rückstellungen mitnimmt, müssen die übrigen Versicherten umso mehr zahlen. Dieses Risiko hätten die Versicherungsmathematiker bei der Prämienkalkulation für Neukunden berücksichtigen müssen. Um Kosten zu sparen, haben die Krankenversicherungen stattdessen ältere Tarife einfach dicht gemacht.
Wenn ich als Versicherter in einem geschlossenen Tarif bin, was heißt das für die Höhe meiner Prämie?
Wenn keine neuen, halbwegs gesunden Kunden hinzukommen, dann steigen die durchschnittlichen Gesundheitskosten für Versicherte in der Altersgruppe bis etwa 50 und mit ihnen die Prämie. Zudem kalkulieren die Krankenversicherungen tendenziell großzügiger, weil sie keine Rücksicht auf potenzielle Neukunden nehmen müssen.
Als Neukunde kann ich mir den Anbieter noch frei wählen. Woran erkenne ich, welcher Anbieter künftig die Prämien überdurchschnittlich erhöhen wird?
Dass lässt sich leider nur schwer vorhersagen, weil einzelne Versicherungen die Prämien je nach Tarif ganz unterschiedlich erhöhen. Grundsätzlich kritisch sind Anbieter mit einer Vielzahl an neuen Tarifen, weil die Gefahr groß ist, dass alte Tarife geschlossen werden. Ebenso gefährdet sind Krankenversicherungen, deren Neugeschäft rückläufig ist. Ihnen fehlen junge und gesunde Versicherte, die die durchschnittlichen Gesundheitskosten für die Altersgruppe der Versicherten bis 50 nach unten drücken.
Wäre es nicht einfacher, neue und alte Tarife zu vergleichen?
Theoretisch schon, aber die Krankenversicherungen geben meist keine Auskunft über bereits geschlossene Tarife. Da müssten sie schon jeden einzelnen Versicherten im Alttarif nach seinen Prämienerhöhungen fragen.















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Alle Kommentare lesen05.03.2010, 14:54 UhrAnonymer Benutzer: PKV-Insider
@zarromanowski:
bestandskunden leiden besonders unter den hohen beiträgen in ihren alten Tarife. Die bestandtarife spiegeln das Leistungsniveau und das dazugehörige Leistungsverhalten der 70er und 80er Jahre wieder: "Alles wird bezahlt, das meiste zu 100%". Versicherer, die diese Leistungsniveau bereit halten müssen, benötigen zur Finanzierbarkeit auch höhere Alterungsrückstellungen. Das verteuert auch den beitrag.
Tatsache ist, dass die Generation 50+ zwar masiv davon betroffen ist, dennoch durch einen Tarifwechsel beitragsersparnisse von bis zu 60% realisiert werden können. Googlen Sie einfach mal nach PKV-beitrag sparen.
04.03.2010, 18:15 UhrAnonymer Benutzer: HugoEgon
Die Nachricht von den steigenden Prämien für private Krankenversicherungen hat auch mich zum Nachdenken gebracht! Als selbständiger Kleinunternehmer bin ich schließlich auf jede Mark angewiesen! bei meiner Recherche nach einer lösung bin ich auf folgendes Versicherungsvergleichsportal gestoßen: http://www.finanzter.de/private-krankenversicherung-vergleich.html in einem persönlichen Gespräch hat mir der Versicherungsberater erklärt, dass ich mir derartige Preisschwankungen in der privaten Krankenkasse nicht gefallen lassen muss. ich bin sofort in einen preisstabilen Tarif gewechselt und spare im Vergleich zu meinem alten Tarif jetzt sogar noch richtig Geld! Super!
29.12.2009, 20:37 UhrAnonymer Benutzer: Grmpfltz
Das derzeitige gesetzliche System des Umlageverfahrens ist aufgrund der Demographie und Migration schon grundsaetzlich zum Scheitern verurteilt. immer mehr Leistungsempfänger immer weniger Leistungserbringer. Es fuehrt daher kein Weg an einem kapitalgedeckten System vorbei, ob das nachher gesetzlich oder privat gesteuert wird, ist auf den ersten blick unerheblich. Diejenigen, die jetzt das Umlageverfahren und die Familienversicherung als Heilsbringer sehen, werden sich im Rentenalter noch mehr umschauen, als die Privatversicherten, wo Leistungskürzungen aufgrund privatrechtlicher Verträge nicht möglich sind. Genau das wird dann passieren, wenn sie nicht mehr nur beitragszahler sondern Leistungsempfänger werden. Verschärft wird die Situation der Privaten dadurch weiterhin, denn die Ärzte werden diese Kürzungen über höhere Rechnungen an das bis dahin funktionierende System der PKV weitergeben. Die ersten Auswirkungen sehen wir jetzt schon....weil genau das der Hauptgrund für die beitragserhöhungen in der PKV sind. Gestiegene Leistungsausgaben und wenig Verständnis bei Kunden für gekürzte Rechnungen (eig.mit der Zielrichtung die beiträge stabil zu halten.) führen zu dieser Spirale. Einzige Lösung: Abschaffung der dualen Systeme, hin zu einem Kapitalgedeckten System mit basisversorgung und Zusatzversorgung gegen Mehrbeitrag. Pro Kopf beitragsberechnung mit Altersrückstellungen, die flexibel von Anbieter zu Anbieter mitgenommen werden können. Zuschuß oder Steuerfreibetrag bei der Kinderversicherung. Aber hier sind wohl zuviele Lobbyisten unterwegs....