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Krankenversicherung: Privatversicherte müssen deutlich mehr zahlen

von Jens Hagen Quelle: Handelsblatt Online

Die privaten Krankenversicherer erhöhen ihre Beiträge in diesem Jahr drastisch. Vor allem Männer sind betroffen. Was Versicherte tun können und welche Tarife günstig bleiben.

Ein Stethoskop liegt auf Quelle: dpa
Ein Stethoskop liegt auf mehreren Geldscheinen Quelle: dpa

Wer eine private Krankenversicherung abschließen möchte, muss in diesem Jahr deutlich mehr zahlen. Im Schnitt steigen die Beiträge gegenüber dem Vorjahr um 4,9 Prozent. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung des Analysehauses Morgen & Morgen von 3500 PKV-Tarifen.

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Die steigenden Beiträge sind für Versicherte fatal. Im Schnitt verteuerten sich die Prämien in den vergangenen zehn Jahren um rund fünf Prozent per anno. Vor allem steigende Kosten für Behandlungen und Medikamente sorgen für inflationäre Beiträge. „Auch in Zukunft dürften die Beiträge steigen“, sagt Martin Zsohar, Aktuar und Geschäftsführer bei Morgen & Morgen.

Die für die Branche vorteilhafte Öffnung der PKV für Versicherte mit niedrigeren Einkommen bringt bislang noch keine Entlastung. Die Versicherungspflichtgrenze sinkt 2011 auf 49.500 Euro. Das Bruttoeinkommen der Versicherten muss nur noch in einem statt in drei Jahren oberhalb dieser Versicherungspflichtgrenze liegen. Vor allem junge Versicherte können daher leichter wechseln. Diese Zielgruppe ist wegen der niedrigeren Krankheitskosten bei den Gesellschaften begehrt.

Vor allem Männer müssen mehr zahlen

Von den Preissteigerungen sind männliche Versicherten besonders betroffen. Die Beiträge für einen Mann stiegen in den vergangenen zehn Jahren im Schnitt um 5,67 Prozent pro Jahr. Bei Frauen liegt der Anstieg nur bei 4,29 Prozent. „In Zukunft dürften die Beiträge für Männer aufgrund der Einführung von Unisex-Tarifen überproportional steigen“, sagt Zsohar.

Bislang zahlen vor allem junge Männer im Schnitt weniger, weil sie geringere Krankheitskosten verursachen. Ab 2013 müssen Versicherer unabhängig vom Geschlecht Unisex-Tarife anbieten. Das hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg entschieden (Rechtssache C-236/09). Die bislang übliche Berücksichtigung des Geschlechts als "Risikofaktor" für Versicherungsbeiträge sei diskriminierend und deswegen ungültig.

Prämienunterschiede machen Versicherung bezahlbar

Frauen in der Altersgruppe der über 85-jährigen verursachen pro Kopf und Jahr 15.330 Euro Krankheitskosten, Männer nur 11.490 Euro, weiß Manfred Poweleit, Herausgeber des Branchendienstes Map-Report. Frauen hätten in dieser Altersgruppe einen Bevölkerungsanteil von 74 Prozent. Wenn man die hohe Lebenserwartung dieser Frauen nicht mehr in Prämienunterschieden abbilden dürfe, dann werde es spannend, wie die Krankenversicherung im Alter noch bezahlbar bleiben soll.

2 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 16.06.2011, 14:01 UhrAnonymer Benutzer: ichglaubsjanicht

    ...Wechsel in die gesetzliche Krankenversicherung kann bei explodierenden beiträgen sinnvoll sein...

    Es lebe der Cut- und Paste Journalismus!

    Was für ein überholter alter blödsinn ist das denn?
    bereits seit 2009 ist ein Wechsel zurück zur GKV gesetzlich unmöglich!
    beitragssteigerungen von ~5% ??? Lächerlich !!!
    Seit mehreren Jahren sind 12-15% jährlich die Regel. (DKV männ. >50J.)

  • 15.06.2011, 18:44 UhrAnonymer Benutzer: Ulrich Bonenkamp

    Nach den PKV-Kennzahlen ist der Vergleich nicht nachvollziehbar. Z.b. der Hanse-Merkur-Tarif wird gerade bis zu 12 Jahre alt und die Abschlusskosten 2009 betragen immerhin 19,7 %. Allenfalls die SDK ist richtig bewertet.

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