Krankenversicherung: Was Versicherte für 2010 wissen müssen

Krankenversicherung: Was Versicherte für 2010 wissen müssen

von Niklas Hoyer und Annina Reimann

Der Schätzerkreis der Regierung und die Krankenkassen prognostizieren für 2010 ein Defizit von vier Milliarden Euro. Die Einschätzung ist für mögliche Zusatzbeiträge der Kassenpatienten entscheidend.

Was sich gesetzlich Versicherte fragen:

Bild vergrößern

Der Schätzerkreis von Regierung und Krankenkassen berät über Einnahmen und Ausgaben. Die Prognose entscheidet auch über mögliche Zusatzbeiträge

Was hat es mit den drohenden Zusatzbeiträgen auf sich?

Zusatzbeiträge könnten nötig werden, weil den Kassen laut einer aktuellen Prognose des Schätzerkreises im Jahr 2010 etwa vier Milliarden Euro fehlen. Der Schätzerkreis bewertet die Einnahmen- und Ausgabenentwicklung der gesetzlichen Krankenversicherung und prognostiziert den Beitragsbedarf des jeweiligen Folgejahres.

Anzeige

Auf Millionen Kassenpatienten kommen deswegen vom kommenden Jahr an höhere Kosten zu. Die Vorsitzende des Spitzenverbandes der Krankenversicherung, Doris Pfeiffer, rechnet im kommenden Jahr in großem Maß mit Zusatzbeiträgen. Die finanzielle Lage der gesetzlichen Kassen sei weiter kritisch, sagte Pfeiffer kürzlich. Solche Zusatzbeiträge dürfen die Kassen seit Einführung des Gesundheitsfonds zum Jahresanfang 2009 bei finanziellen Engpässen erheben. Die Zusatzbeiträge müssen die Versicherten alleine tragen. Sie sind auf ein Prozent des beitragspflichtigen Einkommens beschränkt; bis zu einem Zusatzbeitrag von acht Euro im Monat findet jedoch keine Einkommensprüfung statt.

Welche Kassen möglicherweise gefährdet sind, steht bisher noch nicht fest. Die künftige Chefin der Barmer Ersatzkasse, Birgit Fischer, sagte der WirtschaftsWoche, dass die Barmer konkret keine Zusatzbeiträge plane: „Aber für das ganze Jahr können auch wir es trotz Überschuss aus 2009 nicht mehr ausschließen.“ Der Bund will etwa 3,9 Milliarden der 7,5 Milliarden Euro in den Gesundheitsfonds einzahlen.

Kommen tatsächlich Zusatzbeiträge, wird ein Wechsel zu einer anderen Kasse attraktiver. Die Versicherten haben in diesem Fall ein Sonderkündigungsrecht und können zu einer anderen Krankenkasse wechseln, die unter Umständen keinen Aufschlag verlangt.

Was sich sowohl gesetzlich als auch privat Versicherte fragen:

Die Beiträge zur Krankenversicherung sind von Januar an steuerlich absetzbar. Was müssen Versicherte beachten?

Die verbesserte steuerliche Absetzbarkeit der Krankenversicherungsbeiträge soll den Steuerzahlern von 2010 an Einsparungen von mehr als neun Milliarden Euro bringen. Sie können mehr Krankenversicherungsbeiträge als bisher steuerlich geltend machen. Die Regierung hebt die Höchstgrenzen um 400 Euro an: Selbstständige können dann 2800 Euro ihrer Kranken- und Pflegepflichtversicherungsbeiträge im Jahr absetzen, Arbeitnehmer 1900 Euro. Bei einem Steuersatz von 42 Prozent sparen Versicherte so theoretisch 168 Euro zusätzlich im Jahr.

Doch vor allem Geringverdiener zahlen meist keine so hohen Beiträge. Bleiben sie mit ihren Kosten für die Kranken- und Pflegepflichtversicherung unter der neuen Höchstgrenze, können sie weitere Kosten absetzen. „Wer weniger bezahlt hat, kann zusätzlich andere Vorsorgeaufwendungen wie Beiträge zu einer Unfall- oder Krankentagegeldversicherung bis zum Erreichen der neuen Höchstgrenze steuerlich geltend machen“, sagt Florian Reuther, Leiter der Rechtsabteilung im Verband der privaten Krankenversicherung.

Wer mehr als die steuerlichen Höchstbeträge an seinen Krankenversicherer zahlt, kann den Fiskus auch an diesen zusätzlichen Kosten beteiligen. Alle Beiträge für den sogenannten Grundschutz können Versicherte auch oberhalb der neuen Grenze absetzen. Denn der Staat ist verpflichtet, jedem Steuerzahler wenigstens einen Lebensstandard auf Sozialhilfeniveau zu sichern – dazu gehören auch eine ausreichende Kranken- und Pflegeversorgung. Steuer darf auf diese Absicherung nicht erhoben werden.

Der Grundschutz umfasst daher die Beiträge zur Kranken- und Pflegepflichtversicherung. Allerdings nicht unbedingt komplett: Prinzipiell entspricht der Grundschutz dem der gesetzlichen Krankenversicherung (ohne Krankengeld) „Steuerlich absetzbar sind deshalb Beiträge in Art, Umfang und Höhe des gesetzlichen Krankenversicherungsschutzes“, sagt Stefan Albers aus Montabaur, unabhängiger Versicherungsberater und Präsident beim Bundesverband der Versicherungsberater.

Steuerlich nicht berücksichtigt werden bei Privatversicherten zum Beispiel eine möglicherweise vereinbarte Chefarztbehandlung, der Heilpraktiker und das Ein- oder Zweibettzimmer im Krankenhaus. Bei gesetzlich Versicherten bleiben etwa die Kosten für Wahl- und Zusatztarife außen vor.

Anzeige
Immobilien-Wertfinder:Was Mieten und Kaufen in Ihrer Region kostet
Immobilien-Wertefinder

Mit unserem interaktiven Tool finden Sie Interessierte Mieten und Kaufpreise in ihrem Viertel und ihrer Straße. Mehr...

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%