Krankenversicherung: Welche Zusatzleistungen der Krankenkasse sich lohnen

Krankenversicherung: Welche Zusatzleistungen der Krankenkasse sich lohnen

Bild vergrößern

Traumstrand

von Martin Gerth und Niklas Hoyer

Versicherte sollten bei der Wahl ihrer Krankenkasse auf freiwillige Zusatzleistungen achten. Die Angebote unterscheiden sich stark, je nach persönlichen Präferenzen kann sich auch ein Kassenwechsel lohnen.

Reiseschutzimpfung, erweiterte Krankenpflege oder Hautkrebsvorsorge: Mit freiwilligen Extras ködern Kassen Neukunden. Seit Einführung des Einheitsbeitrags können sie nicht mehr über den Preis konkurrieren. Daran ändern auch die Zusatzbeiträge wenig, denn im Lauf des Jahres werden wohl die meisten Kassen den Aufschlag erheben. „Bei gleichem Preis sind die freiwilligen Zusatzleistungen deshalb wichtiges Entscheidungskriterium“, sagt Rüdiger Falken, Versicherungsberater aus Hamburg.

Er rät bei Zusatzleistungen zum Rosinenpicken: „Leute, die oft Fernreisen machen, können eine Kasse wählen, die Reiseimpfungen übernimmt.“ Wer häufiger krank sei, könne zu einer Kasse wechseln, die Extras bei der häuslichen Krankenpflege bietet. Im Einzelfall sparen Versicherte so einige Hundert Euro. Selbst Gesunde können bei Zusatzleistungen profitieren, wie etwa bei der Hautkrebsvorsorge. Die Ersparnis, meist unter 40 Euro, ist hier jedoch überschaubar. Andere Leistungen, wie häusliche Krankenpflege oder Haushaltshilfen, werden zwar selten genutzt, verursachen dann aber hohe Kosten. Einige Kassen bieten auch hier mehr als das gesetzliche Minimum.

Anzeige

So kann es eine Familie finanziell treffen, wenn ein Elternteil wochenlang im Krankenhaus liegt und das andere arbeitet, sodass eine Haushaltshilfe einspringen muss. Etwa acht Euro pro Stunde kalkuliert die Kasse dafür. Sie übernimmt in der Regel 90 Prozent der Kosten. Zehn Prozent müssen die Versicherten tragen, maximal zehn Euro täglich. Der Zuschuss der Kasse ist außerdem an Vorgaben gebunden. So dürfen zu betreuende Kinder nicht älter als elf Jahre sein. Einige Kassen bieten mehr: Die Techniker Krankenkasse etwa setzt das Limit auf 13 Jahre.

Schnell ins Geld geht häusliche Krankenpflege. Die übernehmen alle Krankenkassen, aber nur, wenn durch sie ein teurer Krankenhausaufenthalt verkürzt oder vermieden werden kann („Vermeidungspflege“). Der Pfleger organisiert dann nicht nur die medizinische Versorgung, sondern unterstützt auch beim Einkaufen oder Kochen. Das kann bis zu 100 Euro am Tag kosten. Versicherte müssen sich an den Gesamtkosten zu zehn Prozent beteiligen, begrenzt auf 28 Tage. Die Kassen zahlen oft nicht jede Pflegekraft, sondern bevorzugt Helfer von Vertragspartnern. So wollen sie Kosten deckeln.

Wenn die häusliche Pflege nicht dazu dient, einen Krankenhausaufenthalt zu verkürzen, sondern nur parallel zu einer ärztlichen Behandlung läuft, übernehmen die Kassen nur Kosten der medizinischen Versorgung, etwa für Verbandswechsel. Einige, wie die Barmer GEK, zahlen freiwillig aber auch in diesem Fall die Rundum-Pflege inklusive Hilfe im Haushalt.

Versicherte können ihre Kasse in der Regel nach 18 Monaten wechseln. Ändert die Kasse den Beitrag, haben sie ein Sonderkündigungsrecht. Die neuen Zusatzbeiträge sind deshalb ein guter Anlass, die freiwilligen Extras zu vergleichen.

Anzeige
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%